Die neuen Sprecher Julian Tewes und Konstantinos Seitanidis wollen Markt weiter beleben

„Die Leute kommen her, um zu schnacken“

Sind vom Achimer Wochenmarkt überzeugt und wollen das Angebot unter anderem mit dem neuen Einkaufsbeutel noch stärker in den Köpfen der Kunden verankern: Die beiden neuen Marktsprecher Julian Tewes (links) und Konstantinos Seitanidis.
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Sind vom Achimer Wochenmarkt überzeugt und wollen das Angebot unter anderem mit dem neuen Einkaufsbeutel noch stärker in den Köpfen der Kunden verankern: Die beiden neuen Marktsprecher Julian Tewes (links) und Konstantinos Seitanidis.

Achim – Julian Tewes ist praktisch auf dem Achimer Wochenmarkt groß geworden. „Schon als Kind stand ich mit meinen Eltern hinter dem Verkaufsstand“, erzählt der 34-Jährige, der den Blumenstand im vergangenen Jahr übernommen hat und ihn nun mit seiner Frau und seinem Bruder betreibt. Eine logische Konsequenz, dass er sich nun für „seinen“ Markt einsetzt. Die Beschicker haben ihn und seinen Kollegen Konstantinos Seitanidis, der mittwochs und samstags in der Fußgängerzone einen Stand für Olivenöl und andere griechische Produkte betreibt, nun für zwei Jahre zu ihren Sprechern gewählt.

„Es ist immer schwierig, Sprecher mit viel Engagement zu finden, aber ich glaube, das ist uns mit diesen beiden gelungen“, sagte Marktmeister Falk Rossol-Vöge am Mittwochvormittag bei der Vorstellung der neuen Amtsinhaber. Die beiden Männer lösen Alfons Neuhaus vom Käsestand und Marcus Leineweber (Fisch) ab.

„Wir sehen uns als Sprachrohr der Beschicker gegenüber dem Marktmeisterbüro und der Stadt“, sagen die beiden Männer. Ihr Ziel sei es, die Interessen der Gemeinschaft zu wahren, den Markt attraktiv zu halten und auch neue Betreiber zu akquirieren.

„Ein großes Thema ist die Vernetzung“, sagt Tewes. So will das Duo nach eigenen Angaben den Austausch mit der Unternehmergemeinschaft Achim intensivieren und sich besser austauschen, vor allem was geplante Veranstaltungen angeht. „Wir alle wollen den Kunden eine attraktive Innenstadt bieten, aber dafür müssen wir zusammenarbeiten und nicht einzeln“, erklärt Tewes. In der Vergangenheit hatte es immer mal wieder Probleme mit dem Platzangebot gegeben, wenn Veranstaltungen wie etwa das Stadtfest auf einen Markttag fielen. „Diese Probleme resultierten daraus, dass man nicht miteinander gesprochen hat. Wir müssen mehr diskutieren und mehr aufeinander zugehen“, sagt Seitanidis.

Obwohl er erst seit rund zwei Jahren zweimal in der Woche mit einem Stand in der Fußgängerzone vertreten ist, identifiziert er sich wie sein jüngerer Kollege stark mit dem Achimer Wochenmarkt. Wie seine Kunden schätze er dort das Zwischenmenschliche. „Der Markt ist ein Kulturgut. Die Leute kommen her, um zu schnacken“, sagt auch Julian Tewes. „Der Achimer Markt ist ein guter Markt, ein Vorzeigemarkt.“ Und nicht nur ihm und seinem Sprecher-Kollegen, sondern auch den anderen Beschickern läge viel daran, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Ideen haben die Männer viele. Beide wollen den Fokus bei Marktveranstaltungen auf Familien und Kinder legen. Tewes erinnert sich noch heute daran, wie er als kleiner Junge bei einer Malaktion zu Ostern auf dem Markt teilgenommen, den dritten Platz belegt und daraufhin eine von allen Marktbeschickern unterschriebene Karte erhalten habe. „Das fand ich damals so toll.“ Die Aktion habe ihn noch mehr als ohnehin schon für den Markt begeistert. „Solche Sachen bleiben einfach hängen“, ist er sich sicher.

Aber auch die Jugend müsse stärker angesprochen werden, sagt sein Kollege Konstantinos Seitanidis, denn die sei in Zeiten von Online-Einkäufen nur selten an den Ständen anzutreffen.

Als Erstes planen die beiden Männer aber eine Umfrage unter den Standbetreibern. „Wir wollen Ideen sammeln, wie die Werbeumlage zu verwenden ist“, erklärt das Duo. Mit der Umlage für dieses Jahr haben die Standbetreiber den „Achimer Marktbeutel“ finanziert. „Er wurde in der limitierten Auflage von 500 Stück hergestellt“, sagt Konstantinos Seitanidis. Ziel war es, dem Plastikmüll entgegenzuwirken.

Die Jutetasche ist innen beschichtet und somit abwaschbar und biete genug Platz für einen großen Einkauf. Die Beutel werden kostenlos an die Kunden in der Fußgängerzone verteilt, und zwar an den beiden vorgezogenen Markttagen im kommenden Monat. Weil der Tag der Deutschen Einheit und der Reformationstag in diesem Jahr auf einen Samstag fallen, findet der Markt bereits an den beiden Freitagen 2. und 30. Oktober nachmittags von 14 bis 18 Uhr statt.

Von Sandra Bischoff

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