„Die schlachte ich“/ Geldstrafe für Oytener

Dauerfehde mit Ehefrau und der Nachbarin

Achim/ Oyten – Mit Ausdrücken wie „Dumme Sau“ oder „Du alte Ratte“ habe der 67-jährige Oytener fast täglich seine Ehefrau beschimpft und „geknufft“, berichtete eine 68-jährige Nachbarin und auch die Betroffene selbst. Die lauten Auseinandersetzungen seien noch mehrere Häuser weiter an der Straße zu hören gewesen, machte die ältere Dame außerdem deutlich.

Sie hatte den Mann aber wegen eines konkreten Vorfalls vom 23. August vorigen Jahres angezeigt. „Ach, da kommt sie schon wieder. Die greife ich mir jetzt, und dann wird sie geschlachtet“, soll der Oytener ihr gegenüber damals geäußert haben – nach einer erneuten Auseinandersetzung des Paares, die die Nachbarin beobachtet hatte.

Dabei sei die 78-jährige Ehefrau nach draußen gelaufen und habe der Zeugin signalisiert, diese solle die Polizei anrufen. Die Nachbarin übergab ihr Telefon jedoch der anderen, damit die selber die Polizei anwähle. Das sei dann aber nicht geschehen, sagte die 68-Jährige jetzt in der Verhandlung vor dem Achimer Amtsgericht aus. Der Oytener war dort wegen des Delikts Bedrohung angeklagt.

Seine Ehefrau konnte sich an die Ereignisse und Äußerungen vom 23. August nicht mehr genau erinnern, bestätigte aber die Schimpftiraden ihres Mannes. Der habe auch schon mal eine Fensterscheibe eingeschlagen.

Auch die Polizei schaute bereits vorbei, und der jetzt Angeklagte sei im September auf richterliche Anordnung sogar aus dem Haus verwiesen worden.

Seine Frau hat inzwischen anderswo eine Wohnung bezogen.

Die 78-Jährige bestätigte ein gespanntes nachbarschaftliches Verhältnis: „Wir haben praktisch nicht mehr miteinander geredet“.

Das Urteil lautete auf 1200 Euro Geldstrafe. Richterin Sabine Reinicke sah den Tatbestand Bedrohung aufgrund der „schlüssigen Zeugenaussagen“ als erwiesen an. Dazu komme strafverschärfend, dass der Angeklagte schon wegen Beleidigung vorbestraft sei. Der 67-Jährige selber äußerte sich in Absprache mit seiner Anwältin nicht zu den Vorfällen vom 23. August.

Die Verteidigerin hatte auf Freispruch plädiert, weil es sich beim Ausspruch vom „Schlachten“ nicht um eine reale Bedrohung gehandelt habe und trotz aller Nachbarschafts-Querelen der Angeklagte nie jemanden körperlich angegangen sei. la

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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