Dann Wohnprojekt statt Gasthaus / Konzentration auf „Stübl“ und Hotel

Ehepaar Eggers gibt ab Juli die „Alte Wasserburg“ auf

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Die „Alte Wasserburg“ mit Blick auf die Badener Marsch wird Mitte nächsten Jahres Geschichte sein.

Baden - Von Manfred Brodt. Früher hieß es: „Wir gehen zu Henke“, seit diesem Jahrtausend „Wir gehen zu Eggers“. Ab Juli aber wird das für private und öffentliche Feiern so gefragte Gasthaus/Restaurant „Zur Alten Wasserburg“ in Baden mit Blick auf Alte Aller und Weser schließen.

Ralf und Gesa Eggers, die es vor 15 Jahren im November 2000 übernommen hatten und zusätzlich vor eineinhalb Jahren von Holger Sachse das Restaurant „Landhaus Wesermarsch“ mit Hotel gekauft und dann betrieben hatten, müssen Prioritäten setzen in ihrem fünften Lebensjahrzehnt, „ihr Leben neu sortieren“, wie sie sagen.

„365 Tage im Jahr, sieben Tage in der Woche und 16 Stunden am Tag haben wir mit Leidenschaft und Engagement uns um unsere Gäste in der Wasserburg gekümmert. Zwei Traditionsgasthäuser gleichzeitig zu muddeln und unsere hohen Ansprüche zur Zufriedenheit der Kunden dauerhaft zu erfüllen, das schaffen aber auch wir nicht“, sagen Ralf und Gesa Eggers nun.

Die Alte Wasserburg mit großem Saal, Gaststätte und Terrasse mit Blick auf die Marsch, war ab der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Stätte vieler Feiern von Vereinen, Verbänden, Parteien, Familien - Geburtstag, Konfirmation, Hochzeit oder Trauerfeier-, und geschätzter gastronomischer Gastlichkeit geworden.

Gerne hätte das Ehepaar Eggers das so gut angenommene Gasthaus weiterführen lassen, aber verpachten und der Pacht möglicherweise hinterherlaufen, kam für sie nicht in Frage. Und einen Käufer, der dieses Engagement, Know How und diese Risikobereitschaft aufbringt, konnten sie nicht finden. So wird die Immobilie an die Immobilien- und Entwicklungsgesellschaft Verden der Kreissparkasse verkauft, die hier eine sicher attraktive Wohnanlage verwirklichen will.

Das Landhaus Wesermarsch wiederum bleibt als ältestes Badener Gasthaus erhalten, das seine geschichtlichen Ursprünge schon Ende des 19. Jahrhunderts als Gasthaus Cordes hat und Ort mancher Volksfeste war.

Im Landhaus Wesermarsch mit dem Restaurant Stübl, dem Bistro und dem Hotel mit 26 Zimmern und 42 Betten haben Gesa und Ralf Eggers sicher noch genug „um die Ohren“, zumal er noch ganz nebenbei seine wie geschmiert laufende Vertriebsfirma „Dressing Wasserburg Original“ führt.

Seit August betreiben sie das Landhaus schließlich auch ohne Pächter und haben mit ihrem neuen Schwerpunkt bayerischer Spezialitäten von Haxe bis Weißwurst bei den Nordlichtern großen Erfolg und auch viel Zulauf im Bistro, in dem man sich zum Schnaken beim Bierchen oder Wein treffen kann.

„Mit einem lachenden und weinenden Auge“ werden sie die Alte Wasserburg zum 30. Juni aufgeben. „Aber alle angenommenen Feiern werden wir noch ausrichten“, versprechen die Eggers.

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