Reinhard Lustig singt 60 Jahre ohne Unterbrechung aktiv im Chorwesen

Dank Sangesleidenschaft Atemnot im Griff

Kreischorleiter und Chorleiter der Achimer Chorfreunde Hans Schröder (links) und der Ehrenvorsitzende des Kreischorverbandes Richard Rust (rechts) überreichen Reinhard Lustig Urkunde und Ehrennadel zum 60-jährigen Jubiläum. Foto: schmidt

Achim - Von Ingo Schmidt. Die Chorfreunde Achim bejubeln in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen, aber ein viel beachtlicheres Jubiläum feiert ihr Mitglied Reinhard Lustig: Der leidenschaftliche Tenor blickt auf 60 Jahre aktives Chorsingen und nahm am Dienstag von Richard Rust Urkunde und Ehrennadel des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen entgegen.

„Es ist mir eine besondere Freude, Reinhard Lustig diese Urkunde und Nadel überreichen zu können“, erklärt der Ehrenvorsitzende des Kreischorverbandes, „denn spätestens seit Gründung der Chorfreunde Achim hat der Kontakt immer bestanden.“

Reinhard Lustig ist mit dem Singen aufgewachsen: „Bei uns in der Familie wurde immer viel gesungen“, blickt der 80-jährige zurück. Seine Chorkarriere begann allerdings erst 1959 beim MGV Thalia Achim. Die regelmäßigen Chorabende fanden im damaligen Gasthof Bischoff statt, an der Mühlenstraße Ecke Eckstraße. „Damals war Singen noch ein Schulfach“, erinnert sich der Achimer. Als er dem Männerchor beitreten wollte, musste Reinhard Lustig beim Chorleiter Wilhelm Petersen vorsingen, obwohl er immer eine Eins im Singen gehabt habe. Er hatte Glück, denn er genügte den hohen Ansprüchen und wurde aufgenommen. Das Singen bereitete ihm nicht nur besondere Freude, sondern nutzte auch seiner Gesundheit sehr. Denn seit jungen Jahren plagt ihn eine chronisch-obstruktive Lungenschwäche, der er mit Atemtraining entgegenwirken kann. „Hilfreich war das aktive, regelmäßige Chorsingen“, weiß der ehemalige Bankangestellte, „denn Singen hält das Lungenvolumen hoch oder verbessert es sogar.“ Die Kunst bestehe für ihn insbesondere darin, die wenige Luft optimal zu gebrauchen. Und das gelingt ihm ausgesprochen gut: „Reinhard lustig bringt wunderschöne saubere Töne heraus“, lobt Kreischorleiter Hans Schröder die Stimme seines Schulfreundes.

Die Sangesleidenschaft führte den gelernten Großhandels- und Versandkaufmann gleich in mehrere Chöre. Im Jahr 1966 trat er der Quartett-Vereinigung Achim bei. Einige Zeit später entdeckt er seine Vorliebe für Shanty und trat 1985 dem Bremer Shanty-Chor von 1978 bei, wo Reinhard Lustig immer noch aktiv singt. Lustig schätzt die englischen und irischen Arbeiterlieder, die an Bord der Schiffe in Begleitung von Gitarre, Akkordeon, Flöte oder Geige geschmettert wurden.

Mit dem Chor bestreitet er viele Hafenkonzerte in ganz Norddeutschland. Die Suche nach besonderer Herausforderung führte ihn 1990 ins Plattdütsche Dubbelquartett, einem vierstimmigen A-capella-Chor mit acht Sängern. „Bei einer so geringen Anzahl müssen alle Sänger ihre Stimmen sicher beherrschen“, sagt Lustig.

Zu den Chorfreunden Achim fand er nur auf Umwegen: Hans Schröder hatte ihn bei der Gründung 1999 gefragt, ob er beitreten wolle, aber Reinhard Lustig wollte in keinen gemischten Chor. Dafür fand aber Gattin Erika gefallen an der Idee – sie trat den Chorfreunden bei und konnte etwas später ihren Ehemann doch noch überreden.

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