Cybermobbing: AG Medien des Präventionsrates bereitet sich mit Schülern und Eltern auf Film und Podiumsdiskussion am Dienstag vor

Besonders oft trifft es im Internet die 16- und 17-Jährigen

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Kontaktbeamtin Katja Brammer, Stadtwaldschulleiterin Ulrike Kompch, Regina Haack von der Fachstelle Sucht und Suchtprävention sowie der Rektor der Liesel-Anspacher-Schule, Dominik Lerdon (von links) bei der Besprechung zum Eltern-Schüler-Kinoabend.

Achim - Kino mit Nachbesprechung - klingt irgendwie nach Schule. Ist es aber nicht. Belehrungen? Fehlanzeige. Vortrag? Auch nicht. Was ist es dann, das am Dienstag, 23. Juni, im großen Saal des Kulturhauses Alter Schützenhof (Kasch) ansteht?

Ein Eltern-Schüler-Kinoabend ist es, zu dem die Medien-AG des Achimer Präventionsrats einlädt und der um 18 Uhr beginnt. Gezeigt wird der Film „Netzangriff“, ein Jugendkrimi aus der Kika-Reihe Krimi.de. Anschließend gibt es eine Podiumsdiskussion. Der Eintritt ist für alle kostenlos.

Der rund dreiviertelstündige Film handelt von Klara, die neu an einer Stuttgarter Schule und deshalb noch etwas verunsichert ist. Ohne ihr Wissen gelangen Bilder ins Netz, die sie in Unterwäsche zeigen.

„Netzangriff“ klärt in altersgerechter Form über Folgen und Bewältigungsmöglichkeiten des Cybermobbings auf. Denn: Jugendliche sind in sozialen Netzwerken aktiv, laden Bilder hoch und tauschen sich in Chats aus. Der Einblick ins Private kann jedoch Gefahren mit sich bringen: Fotos werden unerlaubt ins Netz gestellt, es wird beleidigt, und es werden Gerüchte in die Welt gesetzt.

Die AG Medien, der Regina Haack von der Fachstelle Sucht und Suchtprävention, Ulrike Kompch von der Stadtwaldschule, Dominik Lerdon von der Liesel-Anspacher-Schule (Hauptschule Achim) sowie die Polizisten Katja Brammer, Jessica Dohrmann und ihr Chef Thorsten Strier angehören, hat den Film ausgewählt.

„Die Folgen von Cybermobbing sind nicht zu unterschätzen. Daraus lassen sich viele Probleme ableiten, die Körper oder Seele betreffen. Das ist die bittere Seite der digitalen Welt“, sagte Haack jetzt auf einem Vorbereitungstreffen in der Liesel-Anspacher-Schule.

Die Suchtpräventionsexpertin weiß, wovon sie spricht: Sie hat zwei Studien mitgebracht. Der Jim-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds aus dem vorigen Jahr zufolge berichteten 17 Prozent der 12- bis 19-Jährigen, dass Falsches oder Beleidigendes über ihre Person im Net verbreitet wurde. Besonders oft - zu 22 Prozent - trifft es die 16- bis 17-Jährigen.

Europaweit wurden 2011 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 16 Jahren bei der „EU Kids Online“--Studie zu Erfahrungen mit Cybermobbing befragt. Sechs Prozent gaben an, dass sie innerhalb der vergangenen zwölf Monate auf diesem Gebiet entweder Täter oder Opfer waren. Mit fünf Prozent betroffener Kinder liegt Deutschland knapp unter Durchschnitt.

Nach dem Film diskutieren Schüler aus Achimer Schulen sowie Elternvertreter und Polizei auf dem Podium und stehen für Fragen zur Verfügung. „Cybermobbing ist ein alters- und soziale Schichten übergreifendes Thema, das in den Familien nicht geheim gehalten werden kann“, sagte Kompch. Mit der Veranstaltung wolle die AG über die Gefahren aufklären: „Wer sich gut auskennt, kann auch anderen helfen - es geht nur miteinander.“ Das präzisierte Lerdon: „Die Eltern haben Lebenserfahrung, die Kinder Erfahrung in der digitalen Welt.“

Die grundsätzliche Botschaft fasste Brammer zusammen: „Wichtig ist es, dass sich Kinder ihren Eltern anvertrauen.“ is

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