Maßnahmen gegen weitreichenden Ausbruch

Drastischer Anstieg an Corona-Quarantäne-Fällen im Landkreis Verden

Vorerst wieder verwaist: Die Grundschule Morsum wurde coronabedingt geschlossen. Foto: Köster
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Vorerst wieder verwaist: Die Grundschule Morsum wurde coronabedingt geschlossen.

Zuerst das Ottersberger Gymnasium, dann das Achimer Cato, jetzt weitere Schulen im Nordkreis und eine erste in der Samtgemeinde Thedinghausen: Die Corona-Pandemie zieht neue und immer größere Kreise in der Region Achim-Verden.

Verden/Achim – Drastisch angestiegen ist die Zahl der angeordneten Quarantäne-Fälle. Waren es vor einer Woche nach Angaben des Gesundheitsamtes noch kreisweit gut 60, so ist jetzt die 90-er Marke erreicht. Und auch das dürfte nur ein vorübergehender Rekord sein.

In rascher Folge schlugen die Meldungen an den vergangenen Tagen im Kreishaus in Verden ein. Die Morsumer Grundschule wegen eines Corona-Falles komplett dicht, die Astrid-Lindgren-Schule in Achim schickte auf Empfehlung der Amtsärztin eine Lerngruppe nach Hause, eine weitere Schule entschied sich inzwischen in Eigenverantwortung zu einer Teilschließung. Und das dürfte nur der Anfang gewesen sein. Der Leiterin des Gesundheitsamtes schwant Böses. „Wir gehen davon aus, eine solche Lage wird in den nächsten Wochen zu unserem täglich Brot. Mindestens bis zu den Sommerferien“, sagt Jutta Dreyer.

Hotspot von Neuinfektionen liegt nicht in den jeweiligen Lehranstalten

Es seien Schüler, die infiziert seien, manchmal nur einer, und es seien Mitschüler und Lehrer, die mit ihnen in Berührung kommen. Aber ganz generell liege der Hotspot dieser Neuinfektionen nicht in den jeweiligen Lehranstalten, er liege ganz woanders. „Wir haben ihn in Bremen ausgemacht“, so Dreyer. Das Güterverteilzentrum (GVZ) sowie ein „medizinischer Beruf“, beides in der Hansestadt, in diese Richtung führten zahlreiche Infektionsketten. Wer dort tätig sei, laufe Gefahr, das Virus in den Raum Achim zu transportieren.

Der vergangene Donnerstagnachmittag: Hier ein Schüler, dort ein Elternteil, beide infiziert, zwei Personen nur. „Um die Kontakte zu klären und Menschen zu warnen, waren insgesamt knapp 200 Telefonate nötig. Manche dauerten eine halbe Stunde“, so die Amtsärztin. Zehn Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ließen bis tief in den Abend die Drähte glühen. „Wir haben die Kapazitätsgrenzen längst erreicht.“

Die Grundschule Morsum ist seit Freitagmorgen vorübergehend geschlossen. Mehrere Kinder einer Familie hätten sich mit dem Covid-19-Erreger infiziert, sagt Dreyer. Die Infektionshistorie sei eindeutig nachvollziehbar, ein Elternteil der Kinder habe sich bei der Ausübung des Berufs angesteckt. „Es sind aber alle topfit.“ Weder Kinder noch Elternteil wiesen demnach Symptome auf.

„Es handelt sich nicht um einen Ausbruch“

„Es handelt sich also nicht um einen Ausbruch“, betont die Amtsärztin. Zur Vorsicht und damit die „Situation nicht aus dem Ruder läuft“ hätte sich das Amt nach Rücksprache mit der Schulleitung am Donnerstagnachmittag für die vorübergehende Schließung der Grundschule bis einschließlich 12. Juni entschieden. Denn die Kinder hätten nicht nur mit anderen Schülern, sondern auch mit unterschiedlichen Lehrkräften Kontakt gehabt, weil sie im Anschluss an den Unterricht in der Notbetreuung untergebracht gewesen seien. „Man schließt ja nicht mal eben so eine ganze Schule.“ Zugleich unterstreicht Jutta Dreyer, dass sich die Grundschule stets an die geltenden Vorgaben gehalten habe. Erst wenn es nun zu Symptomen bei anderen Kindern und Lehrern komme, sollte der (Kinder-)Arzt aufgesucht werden. Und erst dann könne man von einem Ausbruchsgeschehen sprechen.

Für die Grundschüler ist in der kommenden Woche wieder Heimbeschulung angesagt. Die Direktorin der Einrichtung wollte sich nicht äußern und verwies auf die Landesschulbehörde als zentrale Auskunftsstelle, deren Pressesprecherin wiederum auf das Gesundheitsamt.

Home-Schooling als Alternative zum Unterricht vor Ort

Der Schulbetrieb geht am 15. Juni weiter. Eine Notbetreuung gibt es nicht, geht aus einer Mitteilung der Samtgemeindeverwaltung hervor.

Ähnlich die Lage an der Astrid-Lindgren-Schule in Achim. Nachdem ein Schüler als infiziert bestätigt wurde, befindet sich eine Lerngruppe in Quarantäne. Die verordnete Home-School läuft zunächst bis einschließlich 10. Juni. Dreyer: „Sollten sich bis zum Ablauf keine weiteren Krankheitsfälle einstellen, kann der Unterricht in den Klassenräumen wieder aufgenommen werden.“

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