Corona-Osterruhe „ist Quatsch“

Achimer Unternehmergemeinschaft: Vorsitzender kritisiert „Planlosigkeit“ der Politik

Ingo Freitag, Vorsitzender der Achimer Unternehmergemeinschaft
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Ingo Freitag, Vorsitzender der Achimer Unternehmergemeinschaft

Achim – Die von der Kanzlerin und den Länderchefs Dienstag früh zunächst ausgerufene sogenannte Osterruhe zur Eindämmung der Corona-Pandemie sieht Ingo Freitag kritisch. Der Vorsitzende der Achimer Unternehmergemeinschaft (Uga) glaubt nicht, dass sich zwei zusätzliche Tage in der Karwoche, an denen der Einzelhandel geschlossen haben soll, signifikant auf das Infektionsgeschehen auswirken würden.

„Das ist Quatsch. Es wird kein spürbarer Erfolg werden.“

Die angedachte Schließung selbst des Lebensmittelhandels am Donnerstag werde nur dazu führen, dass die Bürger auf andere Tage ausweichen würden. „Ich will mir gar nicht vorstellen, was dann am Mittwoch und am Karsamstag in den Supermärkten los wäre“, sagt Freitag. Und dann sieht er vor seinem geistigen Auge doch etliche Schlangen an den Kassen und vor den Geschäften.

Er gibt zu bedenken, dass die Leute trotz Osterruhe nicht weniger einkaufen würden. Ohnehin seien viel mehr Kunden da, die nicht –wie sonst – im Osterurlaub weilten. Hinzu komme, dass man zwar Speisen in Restaurants abholen könne, doch dieses Angebot würden nicht alle diejenigen nutzen, die zu Nicht-Pandemiezeiten essen gehen. Was die Zahl der Einkaufenden abermals erhöht, glaubt der Achimer.

Die Vorschläge und Verordnungen von Bund und Ländern sind Freitag zufolge Ausweis von Hilflosigkeit. Er gibt zwar zu bedenken, dass er selbst auch nicht solche Entscheidungen treffen möge, aber es wundert ihn schon, dass die deutsche Politik nach einem Jahr Pandemie einen solchen planlosen Eindruck hinterlasse. „Wenn ich in einer Firma mit einer unvorhergesehenen Situation konfrontiert werde, muss ich schon am ersten Tag reagieren.“ Es müssten doch inzwischen Pläne bereitliegen, wie mit der Situation zu verfahren sei. Andere Länder gäben dafür ein gutes Beispiel.

Über den Lebensmittelhandel hinaus würden die kleineren Geschäfte in Achim vom Einkaufen mit Terminvergabe profitieren, was nach den Lockerungen des Lockdowns möglich ist. Die Inhaber bekämen das „gut gemanagt“, hat der Webdesigner erfahren.

Der Uga-Vorsitzende bezweifelt nicht nur, dass fünf Tage Osterruhe sich positiv auf das Infektionsgeschehen auswirken würden. Er fürchtet sogar, dass das Gegenteil eintreten würde. Denn die Menschen würden „fast schon dazu gezwungen“ zu Hause zu bleiben und würden sich dann auch wieder mit mehreren Haushalten privat treffen, was zu einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen führen würde.

Wie zum Beleg für Ingo Freitags Vorwurf der Planlosigkeit der maßgeblichen Entscheider kommt nur wenige Minuten nach dem Gespräch mit ihm die Kunde aus Berlin, dass die Osterruhe vom Tisch ist. „Aber besser spät als nie. Es wurde nicht geprüft, ob so etwas rechtlich überhaupt möglich ist“, sagt Freitag. Das Hin und Her stärke jedenfalls nicht das Vertrauen in die Politik.

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