14 Kommunen dabei

Corona-Modellkommunen: Niedersachsen wählt Achim für Öffnungen

Landesregierung bestimmt 14 Kommunen in Niedersachsen für Corona-Lockerungen und Öffnungen von Läden, Kultur und Außengastronomie. Auch Achim ist dabei.

Update vom 3. April: Achim hat es geschafft und darf sich ab Dienstag Modellkommune nennen. Das teilte Bürgermeister Rainer Ditzfeld am Karsamstag mit. „Es ist total klasse, dass wir da reingerutscht sind“, erklärte er. Am Dienstagmorgen werde er unter anderem mit der Wirtschaftsförderung und der Juristin der Stadt die nötige Allgemeinverfügung auf den Weg bringen, damit das Projekt starten könne.

Neben Achim können nun auch die Städte Aurich, Braunschweig, Buxtehude, Cuxhaven, Einbeck, Emden, Hann. Münden, Hildesheim, Lüneburg, Nienburg/Weser, Norden und Oldenburg sowie die Samtgemeinde Elbtalaue sichere Zonen einrichten, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte.

Modellregionen in Niedersachsen dürfen unter anderem Restaurants und Cafés öffnen

Einzelhandelsgeschäfte, Außenbereiche von Restaurants und Cafés, Fitnessstudios, Kinos, Theater oder Galerien dürfen mit klaren Regeln öffnen. Der Zutritt ist möglich, wenn ein negativer Corona-Test vorliegt und die von der Kommune vorgegebene App zur Kontaktnachverfolgung genutzt wird.

„Niedersachsen geht sehr umsichtig vor in der aktuell schwierigen Situation. Wir bleiben vorsichtig. Aber wir wollen einem neuen System mit Testen, Besucherlenkung und AHA-Regeln eine Chance geben“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). „Wir brauchen Perspektiven.“ Der Start der Modellprojekte nach Ostern ist unterschiedlich. Beabsichtigt sei weiterhin, insgesamt 25 Projekte zuzulassen. Elf Kommunen sollen in einer zweiten Runde berücksichtigt werden.

„Alle Kommunen haben sich viele Gedanken zur Teststrategie vor Ort gemacht. Nicht alle konnten schon die Hürde der digitalen Kontaktnachverfolgung nehmen“, erklärte Gesundheitsministerin Daniela Behrens. Die Ergebnisse der Projekte sollen für ganz Niedersachsen den Weg weisen. „Ziel ist es, Schritt für Schritt durch diese Pandemie zu kommen und eine gewisse Normalisierung unseres Lebens zu ermöglichen“, sagte die SPD-Politikerin..

„Wir wagen mit diesem Modellversuch ein Stück Normalität“

„Wir wagen mit diesem Modellversuch ein Stück Normalität und hoffen, dass die Ergebnisse sehr bald für alle Kommunen übertragbar sein werden“, sagte auch der Präsident des Niedersächsischer Städte- und Gemeindebunds, Marco Trips.

Modellkommunen Niedersachsen: Niedrigster Wert bei der Sieben-Tages-Inzidenz ausschlaggebend

Die Auswahl wurde unter Beachtung aller Vorgaben getroffen, wobei eine landesweit gleichmäßige Verteilung der Modellkommunen angestrebt wurde. Wenn mehrere Kommunen ähnlicher Größe alle Anforderungen erfüllt haben, war der niedrigste Wert bei der Sieben-Tages-Inzidenz ausschlaggebend, wie es in der Mitteilung des Landes heißt.

Wer in den Projektgebieten der Modellkommunen Geschäfte oder sonstige Einrichtungen betreten möchte, muss - ebenso wie Mitarbeitende - einen aktuellen negativen Antigen-Schnelltest nachweisen. Selbsttests werden nicht akzeptiert. Zudem muss bei Zutritt die App für die Kontaktnachverfolgung aktiviert sein. Die Modellkommunen müssen sicherstellen, dass genügend Testkapazitäten da sind und die Auflagen befolgt werden. Für die bisher schon geöffneten Geschäfte gilt die Testpflicht nicht.

Originalmeldung vom 1. April: Achim – Wenn Achim zu den Auserwählten im Land zählt, kann die Bevölkerung hier trotz der Corona-Pandemie und des Lockdowns ab Mitte April kontrolliert einkaufen gehen, Gaststätten, Kulturveranstaltungen oder ein Fitnessstudio besuchen. Denn die Stadt hat sich für einen Modellversuch beworben, bei dem 25 Kommunen in Niedersachsen drei Wochen lang unter bestimmten Bedingungen Läden und mehr öffnen dürfen.

StadtAchim
LandkreisVerden
BürgermeisterRainer Ditzfeld (parteilos)
Kfz-KennzeichenVER

Achim: Trotz geschlossener Geschäfte und Gastronomie steigende Infektionszahlen

„Trotz geschlossener Geschäfte und Gastronomie haben wir doch steigende Infektionszahlen“, leitete Bürgermeister Rainer Ditzfeld am Donnerstag ein Pressegespräch per Zoomkonferenz zu dem Thema ein. Die Ansteckungsherde müssten demnach im privaten, unkontrollierten Bereich liegen. Deshalb freue sich die Stadtverwaltung, dass das Land diesen Modellversuch starten wolle und die SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth bei der Bewerbung behilflich gewesen sei. „Denn es musste schnell gehen. Wir haben erst am Sonntag davon erfahren und mussten dann umgehend mit Einzelhändlern, Wirten und anderen über Hygienekonzepte sprechen, um die geforderten Unterlagen bis Mittwochabend beim Regionalen Amt für Landesentwicklung in Lüneburg einreichen zu können“, erläuterte Ditzfeld.

Das Land spielt mit: Läden in der Achimer Innenstadt und darüber hinaus dürfen von Mitte April an öffnen.

Bei Geschäftsleuten in Achim habe er mit dem „Tübinger Modell“ offene Türen eingerannt, berichtete Martin Balkausky, Wirtschaftsförderer bei der Stadt. Alle, die er gesprochen habe, hätten gesagt: „machen, machen, machen!“

Ein positiver Bescheid vom Land würde allerdings nicht komplett von Baden bis Uphusen gelten. Für den Modellversuch habe die Stadt ein „Projektgebiet“ festlegen müssen und das reiche vom Verbrauchermarkt an der Bierdener Kämpe über das Einkaufszentrum am Fritz-Lieken-Eck, die Innenstadt und das Kasch bis hin zur Ueser Kreuzung, teilte der Bürgermeister mit. „Da sind ganz viele Geschäfte, Gaststätten, Fitnessstudios und auch das Kasch mit drin.“

Corona-Modellregion Achim: Luca-App als Voraussetzung

Im Bereich des früheren Regierungsbezirks Lüneburg dürfen seinen Angaben zufolge zwei Oberzentren, drei Mittelzentren wie Achim oder Verden, das sich ebenfalls beworben hat, sowie ein Grundzentrum beim Modellversuch mitmachen. Die übrigen 19 der 25 Kommunen kämen dann nach einem ähnlichen Verteilungsschlüssel aus den Regionen Weser-Ems, Braunschweig und Leine-Weser.

Zu den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme an dem Modell zähle, dass die Besucher von Geschäften, Gaststätten und Co. über eine sogenannte Luca-App auf digitalem Gerät verfügen. Damit hinterlassen Kunden ihre persönlichen Kontaktdaten, die gegebenenfalls ans Gesundheitsamt weitergegeben werden. „Die Luca-App ist viel besser als die Corona-Warn-App“, merkte Ditzfeld an. Drei Millionen Euro investiere das Land in deren Einrichtung.

Ab Mitte April Testzentrum bei Lidl in Achim

Darüber hinaus dürfen die geöffneten Lokalitäten ausschließlich mit einem negativen Ergebnis nach einem Schnelltest auf Covid-19 betreten werden. Aber wo ist der in Achim zuverlässig täglich zu bekommen? „Ab Mitte April soll ein Testzentrum bei Lidl an der Bremer Straße zur Verfügung stehen, das montags bis samstags geöffnet hat“, informierte Balkausky. „Erst dann würden wir auch mit dem Modellversuch in Achim loslegen.“

Und was ist, wenn die Ansteckungszahlen danach in die Höhe schnellen? Da gibt laut dem Wirtschaftsförderer eine klare Regelung: „Bei einem Inzidenzwert von über 200 in einem Landkreis muss der Modellversuch abgebrochen werden.“

Aber vorher muss Achim erstmal den Wettbewerb mit Verden und weiteren Mittelzentren in der Region Lüneburg erfolgreich bestehen. Bürgermeister Ditzfeld fiebert dem Ergebnis aus Hannover schon sehr entgegen. „Wir würden uns riesig freuen, wenn Achim dabei wäre.“

Mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © Mix

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Meistgelesene Artikel

Die Nerven im Wolfcenter in Dörverden liegen blank: „Das ist ein Sterben auf Raten“

Die Nerven im Wolfcenter in Dörverden liegen blank: „Das ist ein Sterben auf Raten“

Die Nerven im Wolfcenter in Dörverden liegen blank: „Das ist ein Sterben auf Raten“
Brutaler Überfall in Kirchlinteln: Täter fesseln älteres Ehepaar und Enkel im Haus

Brutaler Überfall in Kirchlinteln: Täter fesseln älteres Ehepaar und Enkel im Haus

Brutaler Überfall in Kirchlinteln: Täter fesseln älteres Ehepaar und Enkel im Haus
Im Beisein der Polizei Mann angegriffen

Im Beisein der Polizei Mann angegriffen

Im Beisein der Polizei Mann angegriffen

Kommentare