Cornelia Schmidt-Liermann vertritt Provinz Buenos Aires für neue Regierungspartei „Pro“ / Auch Treffen mit Merkel

Argentinische Politikerin – Achimer Wurzeln

Achim - Sie wurde gerade für vier Jahre in den argentinischen Bundestag wiedergewählt und vertritt dort die Provinz Buenos Aires. Flächenmäßig ist dieses Gebiet etwas größer als die gesamte Bundesrepublik Deutschland. Der Name der Abgeordneten: Cornelia Schmidt-Liermann.

Ihr Herz schlägt für ihr Geburtsland Argentinien, doch ist sie die Tochter deutschstämmiger Eltern, wie der Name andeutet. Ihre Mutter Gitta Hinners kam aus Achim-Borstel, ihr Vater aus Frankfurt, und jetzt war die 52-jährige gelernte Juristin zusammen mit der 21-jährigen Tochter Francisca Maria mal wieder im elterlichen Herkunftsland zu Gast.

Es ist nicht eine reine Privatreise, denn Cornelia Schmidt-Liermann gehört zu einer offiziellen Besucher-Delegation der neuen argentinischen Regierung von Präsident Mauricio Macri.

Dieser löste nach den Wahlen im Dezember die links-peronistische Präsidentin Cristina de Kirchner ab. Cornelia Schmidt-Liermann gehört der christdemokratisch orientierten Partei „Pro“ (Propuesta Republicana) an, die zusammen mit zwei Koalitionspartnern die Regierung stellt. Zur Amtseinführung Maurizio Macris war als offizieller deutscher Vertreter Ex-Bundespräsident Christian Wulff angereist, und bei ihrem Deutschland-Besuch traf sich Cornelia Schmidt-Liermann im Rahmen des Karlsruher CDU-Parteitags bereits mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die 52-jährige Parlamentarierin sitzt im Rechtsausschuss, Agrarausschuss und im Ausschuss zu Bekämpfung des Drogenhandels und Terrorismus in dem südamerikanischen Land.

Beim Kampf gegen Drogenkriminalität vertrete die neue Regierung eine harte Null-Toleranz-Politik. Andererseits gelte es, der Armut in den allein vier großen Slumgebieten der Region Buenos Aires mit sozialen Förder- und Hilfsmaßnahmen zu begegnen.

Die Besucherin sah sich in Achim auch Flüchtlingsunterkünfte an, um sich über verschiedenste Integrationsmaßnahmen näher zu informieren.

Insgesamt gebe es in Argentinien mit einer Inflationsrate von immer noch 35 Prozent eine Menge umzukrempeln, macht sie deutlich. Das gelte besonders für die von der Vorgängerregierung hinterlassene „korrupte Staatsstruktur“ samt riesig aufgeblähtem Staatsapparat. Es fehlen jede Menge Wohnungen, und es gebe großen Nachholbedarf beim Ausbau von Straßen und Eisenbahnverbindungen sowie im Schulbereich.

Die Landwirtschaft soll durch Wegfall unsinnig hoher Exportbesteuerung gestärkt werden, und im Umweltbereich gibt es das Ziel, bis 2030 rund 20 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. „Das wäre dann einmalig in Lateinamerika“, verdeutlicht Cornelia Schmidt-Liermann.

Der argentinische Agrarminister selbst ist heute beim Termin der Delegation auf der Grünen Woche in Berlin dabei. Verbesserte Handelsbeziehungen sind angestrebt. Es gebe in absehbarer Zeit sicher deutlich mehr argentinische Produkte auf dem deutschen Markt – und nicht nur Steaks, hofft die „Pro“-Politikerin.

Achim betrachtet sie nach wie vor als „zweite Heimat“. Fast jedes Jahr ist sie hier bei Familie Kempf in Baden zu Gast: Bei Onkel und Tante samt Cousin Helmut Kempf junior und der gesamten Familie.

la

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