Kredite, Aktien und das Haus im Grünen

Commerzbank Achim zieht Bilanz des Coronajahrs 2020

Marktbereichsleiter Jan Neumann vor der Achimer Filiale an der Obernstraße.
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Marktbereichsleiter Jan Neumann vor der Achimer Filiale an der Obernstraße.

Achim – Das überrascht nicht: Corona und die Folgen haben die Commerzbank 2020 am meisten beschäftigt. Trotz vieler Herausforderungen infolge der Pandemie zieht die Commerzbank in ihrem Marktbereich Achim/Weyhe für das vergangene Jahr eine positive Bilanz. 2020 stand vor allem die Unterstützung der Unternehmer- und Firmenkunden im Fokus. Insgesamt wurden die Stundungsmöglichkeiten erweitert.

Laut Jan Neumann, Privatkundenleiter für den Marktbereich Achim und Weyhe, bewegte sich die Anzahl der Kreditnehmer in beiden Kommunen im zweistelligen Bereich. „Ein Großteil der Stundungen hat sich bereits erledigt“, sagte Neumann im Rahmen einer Online-Pressekonferenz am Donnerstag.

„Wir pflegen zu vielen unserer Kunden langjährige Beziehungen. Dadurch kennen wir ihre Geschäftsmodelle gut und konnten daher schnell reagieren“, sagt Matthias Schmidt, der das Unternehmerkundengeschäft in der Region verantwortet. Insgesamt hat die Commerzbank bundesweit 8,2 Milliarden Euro KfW-Corona-Kredite bereitgestellt, davon 155 Millionen Euro im Raum Bremen.

Dabei wurden die meisten Kredite nicht an Unternehmer, sondern an Privatkunden vergeben. Denn im Geschäftsbereich Achim und Weyhe machen die Unternehmerkunden nur einen Anteil von 10 Prozent aus, so Neumann. Viele der 11600 Kunden in Achim und Weyhe waren von Kurzarbeit betroffen. „Die Liquidität hat sich seit Beginn der Krise aber verbessert“, ergänzt Schmidt.

Durchwachsen lief das Jahr 2020 auch für Unternehmer: Wie Schmidt schilderte, erhielt ein Achimer Medizintechnik-Unternehmen einen KfW-Kredit und legte anschließend das beste Geschäftsjahr in der Firmengeschichte hin. Weniger glücklich sei es für andere Branchen, wie etwa die Modehändler, verlaufen. Der Trend zur Digitalisierung werde hier deutlich: „Fast alle haben einen Online-Shop eröffnet oder bei Amazon angedockt“, so Schmidt.

Ähnliches lässt sich Jan Neumann zufolge bei den Privatkunden beobachten, die deutlich mehr mobile Bankgeschäfte tätigten. Das Kundenverhalten habe sich in der Krise verändert. „So ist die Zahl der Banking-App-Nutzer in der Region im vergangenen Jahr um über 30 Prozent gestiegen“, sagt Neumann. Und jede fünfte Wertpapier-Order werde inzwischen mobil getätigt – bundesweit wie im Geschäftsbereich. Auch Beratungsgespräche finden in Corona-Zeiten oft digital statt – dies werde oft von Kunden so eingefordert, sagte Schmidt.

Die Kehrseite der Medaille wäre der Verzicht auf Geschäftsstellen. Ob Achim als eine von rund 800 Filialen erhalten bleibt, sei noch unklar, sagt Dagmar Baier, Pressesprecherin Region Nord, auf Nachfrage. „Die Verhandlungen bezüglich des Marktbereichs Achim und Weyhe sind noch nicht abgeschlossen.“ Dies könne gegen Jahresmitte der Fall sein. „Jeder bekommt weiter, was er will, aber nicht überall und an jedem Ort“, so Baier.

2020 entdeckten offenbar immer mehr Commerzbank-Kunden die kontaktlose Bezahlung: 45 Prozent nutzen diese Bezahlform inzwischen – im Vorjahr waren es noch 35 Prozent.

250 Neukunden (Privatkunden und Unternehmer) hat der Marktbereich Achim und Weyhe 2020 dazugewonnen: Insgesamt sind dies 11600 Kunden – 6900 in Achim und 4700 in Weyhe.

Immer weniger Privatkunden setzen indes auf das klassische Sparbuch. „Die Kunden merken, man muss etwas tun, um eine Verzinsung zu haben“, erläutert Baier. So verzeichne Achim bei den Wertpapier-Sparplänen ein Plus von rund 22 Prozent. „Bei den jüngeren Kunden bis 25 Jahre geht der Trend in Richtung Aktienpakete“, so Neumann. Aktienkäufe steigerten sich um 5 Prozent auf insgesamt 35 Prozent.

Am stark wachsenden Immobiliengeschäft der Commerzbank zeige sich der Trend zum Eigenheim, den Corona offenbar untermauert habe: „Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch bei denjenigen, die verstärkt im Homeoffice arbeiten. Ein Großteil möchte mehr Platz, einen Garten und aus der Stadt ins Grüne ziehen“, sagt Jan Neumann. „In Achim haben wir 80 Familien in ein Eigenheim gebracht“, versucht Neumann, die nackten Zahlen greifbar zu machen. Das Neugeschäft mit Baufinanzierungen stieg in Marktbereich Achim um 14 Millionen Euro, davon 8 Millionen in Achim und 6 Millionen in Weyhe. Das verwaltete Bestandsvolumen liegt damit bei rund 90 Millionen Euro, davon entfallen auf Achim 50 Millionen Euro und auf Weyhe 40 Millionen Euro. Jede fünfte sei eine grüne Baufinanzierung, die einen Zinsrabatt für Energieeffizienz gewährt. „Nachhaltigkeit schließt Rendite nicht aus“, so Neumann.

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