Chor verknüpft Hits mit Schauspiel

Bühnenpremiere im Kasch: Ein musikalischer Biografie-Baukasten

+
Eine gelungene Mischung aus Erzählung und Musik präsentierte der Bremer Chor Plan B mit den herausragend aufgelegten Schauspielern Ulrike Knospe und Christian Bergmann: „Du bist meine Frau?“, fragt der Mann irritiert, „lass´ mal lieber mit Erfindungen weitermachen.“ 

Achim - Von Ingo Schmidt. Eine originelle und fein inszenierte Reise durch die Rock- und Popgeschichte der vergangenen 50 Jahre präsentierte der Bremer Chor Plan B im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) am frühen Sonntagabend. Vor ausverkauften Rängen im Blauen Saal intonierten die 27 Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Marco Nola während mehr als zwei Stunden eine kurzweilige Erzählung mit dem Titel „One – A Journey Of Life, Rock And Pop“.

Unterstützt wurden sie dabei von fünf Musikern sowie den beiden Darstellern Ulrike Knospe und Christian Bergmann, die als professionelle Gastschauspieler der Bremer Shakespeare Company bekannt sind. „Eigentlich war dieser Abend als ein Test gedacht“, zeigt sich Nola überrascht vor der Premierenaufführung, „und nun sind wir komplett ausverkauft.“

Der Chor „Plan B“ aus Bremen besteht seit 19 Jahren und hat sich eher der Klassik verschrieben. Die Besonderheit: Chorleiter Marco Nola verknüpft die Chor-Performances gerne mit Show-Elementen sowie Video-Installationen oder mit literarischen Vorlagen und Livemusik. „Rock und Pop ist bei uns eher die Ausnahme“, erklärt der Bremer Komponist und Regisseur.

Die Sängerinnen und Sänger hätten sich aber ein Pop- und Rock-Arrangement gewünscht, so entstand die Idee zu „One“. Dabei untermalen ausgewählte Lieblingsstücke der Musikgeschichte eine Story, die Nola erdacht und gemeinsam mit Schauspieler Christian Bergmann zur Bühnenreife gebracht hat: Ein namenloses Paar betritt die Spielfläche. Er leidet an einer Amnesie, sie möchte ihm dabei helfen, sich an seine Vergangenheit zu erinnern. Aber vergeblich. So fasst die Frau den Entschluss, eine neue Biografie zu erschaffen, denn „eine erdachte Lebensgeschichte ist besser als gar keine.“ Widerwillig lässt er sich darauf ein.

Solider Chorgesang als Begleitung

Die Stationen und Episoden aus Elternhaus, Kindheit und Jugend untermalt jeweils passend der Chor. Seine Mutter war eine „Killer Queen“ (Queen) und hatte wenig Zeit. So musste er bei den Großeltern aufwachsen – „Junge“ (Die Ärzte). Er sei ein introvertierter Mensch gewesen, ein „Dreamer“ (Supertramp) eben, mit vielen Frauengeschichten im späteren Leben: „True Colours“ (Cindy Lauper), „Rollin’ in the Deep“ (Adele), „The Rose“ (Bonnie Tyler).

Begleitet von solidem Chorgesang, mal mit etwas wackeligen, aber auch Gänsehaut-Soli, erdenkt das Paar in dieser Weise eine neue Lebensgeschichte. Am Ende kommt heraus, dass die Frau nicht so ganz unschuldig ist an seiner Leere im Kopf.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Griechenland sagt Deutschland Rücknahme von Flüchtlingen zu

Griechenland sagt Deutschland Rücknahme von Flüchtlingen zu

Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock

Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock

Brückeneinsturz: Ursachensuche und Schuldzuweisungen

Brückeneinsturz: Ursachensuche und Schuldzuweisungen

Verhärtete Fronten im Streit zwischen USA und Türkei

Verhärtete Fronten im Streit zwischen USA und Türkei

Meistgelesene Artikel

Stedorfer Theaterbühne meistert „Cold-Water-Beer-Callenge“

Stedorfer Theaterbühne meistert „Cold-Water-Beer-Callenge“

Feierabend für Wochenmarkt zum Feierabend

Feierabend für Wochenmarkt zum Feierabend

„Liebevoll“: Café in Buchhandlung bietet Beilagen zum Roman

„Liebevoll“: Café in Buchhandlung bietet Beilagen zum Roman

Geflügelmast und Sauenstall: Neubaupläne kaum umstritten

Geflügelmast und Sauenstall: Neubaupläne kaum umstritten

Kommentare