Ausschuss votiert für neue IGS-Oberstufe

Chancengleichheit darf 8,3 Millionen kosten

Die Bauarbeiten fürs IGS-Lernhaus an der Waldenburger Straße schreiten weiter voran. Im Vordergrund nimmt ein Campus-Jugendprojekt des Vereins Sozialpädagogischen Familien- und Lebenshilfe Achim (Sofa) Formen an. Es entsteht hier eine „Insel“. Mehr dazu demnächst.
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Die Bauarbeiten fürs IGS-Lernhaus an der Waldenburger Straße schreiten weiter voran. Im Vordergrund nimmt ein Campus-Jugendprojekt des Vereins Sozialpädagogischen Familien- und Lebenshilfe Achim (Sofa) Formen an. Es entsteht hier eine „Insel“. Mehr dazu demnächst.

Achim – Sogar Elternvertretungen waren sich uneins. „Wo soll denn das Geld herkommen?“ rief der scheidende Stadtelternratssprecher Dr. Enno Lork aus. Er befürchte, dass zusätzlich auch noch eine neue Turnhalle finanziert werden müsse.

Hier handele es sich um eine Einzelmeinung. Eine offizielle Stellungnahme des Stadtelternrats zum Thema gebe es noch gar nicht, machte dagegen Dorothea Danél als Elternratsvorsitzende der Integrierten Gesamtschule (IGS) Achim geltend.

8,3 Millionen Euro wären nach aktuellen Schätzungen erforderlich, um durch weitere bauliche und andere Maßnahmen Voraussetzungen zur Einrichtung einer neuen IGS-Oberstufe zu schaffen.

Alle Prognosen über Schülerzahlen bestätigten allerdings eindeutig den Bedarf, und auch Elternbefragungen hätten das große Interesse an dieser Schulform bestätigt, hob Katja Luschei hervor. Sie leitet den Fachbereich Bildung, Soziales und Kultur in der Achimer Stadtverwaltung.

Mit sechs zu vier Stimmen bei einer Enthaltung votierte der Schulausschuss am Ende einer längeren Diskussion jetzt auf seiner Sitzung im Ratssaal für die Einrichtung einer IGS-Oberstufe zum Schuljahr 2023/2024. Die Verwaltung soll den entsprechenden Antrag bei der Landesschulbehörde stellen und nach Genehmigung die weiteren Schritte zum Bau eines zweiten Lernhauses einleiten, heißt es zugleich im befürworteten Beschluss.

Zur Sprache kam natürlich auch der kritische Brief der Oytener Bürgermeisterin Sandra Röse an ihren Achimer Amtskollegen Rainer Ditzfeld. Sie äußerte darin Befürchtungen um den Bestand der Oytener IGS, falls noch eine vierte Oberstufe im „engen Umkreis“ dieser Gemeinde eröffnet werde. Auch Landrat Peter Bohlmann hatte sich eher ablehnend zu den Achimer Plänen geäußert.

Frau Röse böte wenig Argumente, befand Paul Brandt (SPD) im Ausschuss. Die Aussage, beim Ausbau der Oytener IGS seien von Anfang an Achimer Schülerinnen und Schüler mit einkalkuliert worden, sei sogar „ein Eingriff in die Schulhoheit der Stadt Achim“.

Jede IGS brauche grundsätzlich auch eine Oberstufe, „um unseren Kindern eine weitergehende Perspektive zu bieten“, hob Silke Thomas von den Grünen hervor. Cornelia Schneider--Pungs (SPD) wies auf die Bedeutung von Bildungsinvestitionen speziell auf dem IGS-Sektor hin, um fehlende Durchlässigkeit und Chancengleichheit im althergebrachten Schulsystem auszugleichen.

Die Achimer IGS-Schulleiterin Kerstin Albes-Bielenberg wies auf steigende Schülerzahlen und insbesondere die „sehr stabilen fünften Klassen“ hin. Aktuell habe sich hier die Zahl schon auf 133 gegenüber der aufgeführten 105 Fünftklässler in der Sitzungsunterlage erhöht.

Kurz gestritten wurde noch darüber, ob der ablehnende Brief aus Oyten, wie von der Bürgermeisterin Röse erbeten, dem Achimer Antrag an die Schul-Landesbehörde beigelegt werden soll oder lieber nicht.

In Lüneburg seien die ablehnenden Stellungnahmen sowieso bekannt. Es könne aber der fatale Eindruck entstehen, dass die Achimer Antragsteller etwas unter den Tisch kehren wollten, wenn diese Schreiben nicht dem Antrag beilägen, warnte der stellvertretende Verwaltungschef Bernd Kettenburg vor einem solchen Handeln.

Im Übrigen zeigte er sich zuversichtlich, dass auch das rechtlich geforderte „regional ausgeglichene Bildungsangebot“ durch Einrichtung einer Achimer IGS-Oberstufe nicht aus der Balance gerate.

Isabel Gottschewsky bekräftigte für die CDU das strikte Nein zu dieser Oberstufe. Sie erwartet „wegen der Baukostenentwicklung, dass die Gesamtsumme der Investitionen sich von ursprünglichen 3,5 und jetzt 8,3 Millionen noch deutlich weiter erhöht“. Michael Heckel (WGA) riet als Befürworter hingegen zu Gelassenheit. „Es wird sich alles einspielen und ein Weg ohne viel Konkurrenzkampf untereinander gefunden werden.“  la

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