Wahl am 12. September

CDU Achim hat drei Bewerber für Bürgermeisteramt

Nadine Fischer
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Nadine Fischer

Achim – Während die anderen Parteien in Achim sich schwertun, Personen zu finden, die bereit sind, das Rennen gegen den bei der Bürgermeisterwahl am 12. September erneut kandidierenden Amtsinhaber Rainer Ditzfeld (parteilos) aufzunehmen, hat die CDU plötzlich gleich drei Bewerber. Dr. Nadine Fischer, Alexey Rogovoy und Jürgen Striedieck haben allesamt Lust, den Chefposten im Rathaus zu ergattern.

Aber nur eine oder einer aus diesem Trio wird die Chance erhalten, für die CDU bei der Wahl um das höchste politische Amt der Stadt anzutreten. Fischer und Rogovoy, beide erst um die 30 Jahre alt, sowie der rund 20 Jahre ältere Striedieck, der bereits vor Monaten seinen Hut in den Ring geworfen hatte und nun parteiintern doppelte Konkurrenz bekommen hat, werden bei einer Veranstaltung unter Corona-Auflagen am Mittwoch, 24. März, 19.30 Uhr, im Gasthof Zur Linde um das Vertrauen der gut 100 Achimer CDU-Mitglieder werben und sich nach der Vorstellungsrunde einer Kampfabstimmung mit offenem Ausgang stellen. Es ist aber sogar möglich, dass sich zu den drei Wagemutigen noch eine vierte Aspirantin oder ein fünfter Ditzfeld-in-spe-Gegenkandidat gesellt.

„Nach jetzigem Stand werden wir den wahlberechtigten Mitgliedern drei Personen zur Wahl vorschlagen“, sagt Martin Puls, Vorsitzender der CDU Achim. Auch das ist schon eine Überraschung. Obgleich Puls angekündigt hatte, jüngere Leute für die Mitarbeit in der Partei gewinnen zu wollen, so kommen die Bewerbungen von Fischer und Rogovoy doch unerwartet. Was allerdings ohne den zweiten Corona-Lockdown nicht möglich gewesen wäre. Bei der für Oktober vergangenen Jahres anberaumten und dann aber abgesagten Nominierungsversammlung stand Striedieck, ein politischer Weggefährte von Puls seit Jugendtagen und dessen Stellvertreter im Stadtverband, als einziger Bürgermeister-Kandidat der CDU bereit. Nun jedoch sieht sich der arrivierte Christdemokrat, Mitglied des Stadtrats, zwei in der eigenen Partei und in der breiten Öffentlichkeit eher unbekannten und daher schwer einzuschätzenden Kontrahenten gegenüber.

Vorsitzender Puls hat in seiner am Donnerstag verschickten Pressemitteilung aber nicht nur die Namen der drei möglichen Bürgermeister-Kandidaten der CDU verraten. In angehängten „Steckbriefen“ machen Fischer, Rogovoy und Striedieck, die allesamt verheiratet sind und keine Kinder haben, Angaben zu ihrer Person und erläutern, warum sie Ditzfeld den Posten abjagen wollen.

Nadine Fischer wäre die erste Bürgermeisterin in Achim. Die junge Frau, die in wenigen Tagen ihren 33. Geburtstag feiert, wohnt in Uphusen. Die Juristin arbeitet in der Steuer- und Rechtsabteilung eines Unternehmens. Fischer gehört keiner Partei an, bezeichnet sich aber als „CDU-orientiert“. Politisch hervorgetreten ist sie bisher als gewählte Bürgersprecherin für den Ortsteil Uphusen beim Projekt „Achim-West“, das die Aktivistin zumindest in der jetzigen Form ablehnt.

Warum Nadine Fischer Bürgermeisterin werden will? „Das Achim von heute braucht mehr Transparenz und Interessenvielfalt, keine Einseitigkeit! Achim mit seinen lebendigen und traditionsreichen Ortsteilen ist noch eine lebenswerte Stadt und das soll auch in Zukunft so bleiben“, sagt Fischer. Aber längst nicht alle Bereiche bekämen so viel Aufmerksamkeit wie zum Beispiel das polarisierende Mammut-Projekt Achim-West oder vorher Amazon. Auch der Dauerbrenner „Innenstadtbelebung“ wirke mittlerweile eher festgefahren. „Es fehlt an ständigen unvoreingenommenen Gesprächen mit den Menschen, gleich welchen Alters, geplant oder selbstverständlich spontan, wenn man zum Beispiel jemanden trifft“, bemängelt Fischer. Sie beklagt „Verkehrsüberlastung“ und damit „Beeinträchtigungen von Wohnwerten“. Fischer möchte mit „einer neuen Sichtweise auf die Dinge“ die Zukunft der Stadt gestalten. „Dazu gehören die Balance zwischen Umwelt und Wirtschaft, Nachhaltigkeit mit Blick auf zukünftige Generationen und eine transparente Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern.“

Alexey Rogovoy wohnt ebenfalls in Uphusen und wird noch im März 29 Jahre alt. Als „ausgeübte Tätigkeit“ gibt er „Geschäftsführer“ an. Seit 2017 ist er Mitglied der CDU, aber politisch noch ein unbeschriebenes Blatt.

Auf die Frage, warum er Bürgermeister werden will, gibt Rogovoy folgendes Statement ab, das er mit dem Zusatz „kurz und bündig“ versieht: „Die Stadt Achim verdient eine junge, kampfeslustige und erfahrene Persönlichkeit.“ Seine Schwerpunkte als Bürgermeister würden Familie, Arbeit, Wohnraum und Digitalisierung der Verwaltung sein. Zudem solle die lokale CDU „ein frisches Gesicht bekommen“, um für Erst- und Jungwähler attraktiv zu sein. Gleichzeitig verspricht Alexey Rogovoy: „Ich stehe dafür, dass die CDU als Partei der bürgerlichen Mitte erkennbar sein wird.“

Jürgen Striedieck (50), der aus Bremen stammt, lebt seit 2003 mitten in Achim. Er ist Geschäftsführer eines Logistikunternehmens. Und politisch schon sehr lange aktiv, wie er ausführlich darlegt. In Kurzform Bereits 1988 trat Striedieck der CDU bei, mischte zunächst bei der Jungen Union und der Schüler-Union an vorderer Front mit. Seit 2005 gehört er der Führungsriege der CDU Achim und seit 2019 auch dem Kreisvorstand an.

„Es ist mein Anspruch, das eigene Umfeld positiv zu gestalten“, begründet der älteste, erfahrenste Bewerber seine Ambitionen. „Jetzt möchte ich – beruflich etabliert und finanziell unabhängig – das Bürgermeisteramt in meiner Wahlheimat Achim anstreben.“ Er wolle seine Kraft, Erfahrungen und Ideen nutzen, um Achim in eine bestmögliche Zukunft zu führen.

Hauptziele als Bürgermeister wären für Striedieck: „Digitalisierung von städtischen Dienstleistungen vorantreiben, interne Abläufe der Verwaltung analysieren und optimieren, städtische Mitarbeiter fördern und fordern, bestmögliche Ausstattung der Schulen, Sicherstellung der Notfallversorgung, Bereitstellung von Gewerbeflächen, Attraktivierung der Innenstadt, Optimierung der Verkehrsprobleme in Achim“. Einen Seitenhieb auf den Amtsinhaber kann sich Jürgen Striedieck nicht verkneifen: „Wir brauchen einen Bürgermeister, der nicht nur brennt, sondern auch tatsächlich etwas bewirkt. Das Ergebnis zählt!“

Alexey Rogovoy
Jürgen Striedieck
Gegen Amtsinhaber Rainer Ditzfeld tritt bei der Wahl zumindest ein Kandidat der CDU an.

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