30-Jähriger wegen Beihilfe verurteilt

Cannabisanbau unterstützt

Achim – Rund fünf Jahre liegt die Tat zurück, für die sich in einem Berufungsverfahren am Landgericht Verden ein 30 Jahre alter Angeklagter aus Bremen verantworten musste. Es ging um eine Cannabis-Indoorplantage im Keller eines Mehrfamilienhauses in Achim, wo der Mann zum Tatzeitpunkt wohnte. Der Prozess endete mit der Verurteilung zu 90 Tagessätzen. So hatte es bereits im Dezember 2016 der Verteidiger Jörk Matthäi in erster Instanz vorgeschlagen. Das damals zuständige Amtsgericht Achim hatte dies aber abgelehnt.

Angefangen hat alles mit Ermittlungen gegen einen Headshop in Bremen, der Zubehör für den Betrieb solcher Indoorplantagen vertreibt. Es gab Telefonüberwachungen, und so hörten die Bremer Ermittler im März 2014 einen Anruf des Angeklagten mit: „Ich war Freitag euer letzter Kunde und habe ein Set gekauft.“

Die mithörenden Beamten informierten die Achimer Polizei, und drei Monate später wurde das Zimmer des Angeklagten durchsucht. Der wohnte damals bei einem Bekannten in Achim. Hinweise auf einen Konsum, möglicherweise auch Handel, fanden die Beamten in dem Zimmer des Angeklagten sowie im Kellerraum. Dort entdeckten sie die Plantage mit 46 Pflanzen sowie in einem Schrank trocknende Blüten-stängel.

Angeklagt wurde nicht der Wohnungsinhaber, sondern der Mitbewohner als Gehilfe. In einer Schublade seines Zimmers fand die Polizei Draht und Schilder, die zu den bei der Plantage verwendeten Materialien passten.

Verteidiger Jörk Matthäi erhob in seinem Plädoyer schwere Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden. „Ich bin der Auffassung, dass dieses Verfahren nur betrieben worden ist, weil man den Aufwand rechtfertigen wollte“, sagte er. Die Ermittlungen seien einseitig geführt worden. DNA-Spuren seines Mandanten waren an einer Zigarettenkippe, aber auch die DNA weiterer Personen sei im Keller gefunden worden. Wenn man die Betäubungsmittel unter diesen aufteile, dann käme auch Beihilfe zum Besitz statt zum Handeltreiben in Betracht.

Staatsanwalt Jürgen Pleuß sah die Beihilfe allein durch den Anruf in dem Shop als nachgewiesen an. Die Mengen und Klemmbeutel im Zimmer des Angeklagten würden für Verkauf sprechen, aber ein Handeltreiben sei tatsächlich nicht nachgewiesen. Die Berufung sei zu verwerfen, aber ein Monat wegen rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerungen als verbüßt anzusehen.

Das Gericht verhängte 90 Tagessätze à 30 Euro wegen Beihilfe zum Besitz von Betäubungsmitteln. 15 Tagessätze gelten als vollstreckt. „Wir können nicht feststellen, dass der Angeklagte die Plantage eingerichtet oder betrieben hat, aber dass er bei Einrichtung oder Betrieb Hilfe geleistet hat“, hieß es in der Urteilsbegründung. Was die in einem Schrank trocknenden Blütenstängel betraf, wurde der Angeklagte freigesprochen.  wb

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