Eltern klagen über Probleme an Paulsbergschule

Busse lassen Kinder stehen, Autos als Gefahr

Der Bus ist da! Nicht selbstverständlich, wissen Schulleiter Björn Schelb und Christine de Boer.
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Der Bus ist da! Nicht selbstverständlich, wissen Schulleiter Björn Schelb und Christine de Boer.

Achim – Schulbusse, die an Haltestellen vorbeirauschen und Kinder dort stehen lassen, sowie Autos, die den Schulhof streifen. Dazu ein Schulgebäude, das im Umfeld der nahen Straßenkreuzung „versteckt“ liege, was die Gefahrensituation für die Grundschüler zusätzlich erhöhe. Eltern und auch Großeltern empören sich über „Probleme an der Paulsbergschule“ zu Beginn des neuen Schuljahres.

„Kinder kommen mit dem in Embsen losfahrenden Bus entweder gar nicht oder häufig zu spät zur Schule“, sagt Helen Hoffmann, stellvertretende Elternratsvorsitzende, im Gespräch mit dieser Zeitung. „Das ist doch eine Vertragsverletzung. Ich verstehe nicht, warum man dem beauftragten Unternehmen nicht die Konzession entzieht. Und warum offenbar ortsunkundige Fahrer kein Navi benutzen.“

Vor rund zwei Wochen sei ein Bus morgens überhaupt nicht an der Grundschule am Paulsberg eingetroffen, weil sich der Mann am Steuer anscheinend verfahren habe, teilt Janine Tragaras ergänzend mit. „Schlussendlich waren die Lehrer und Eltern mal wieder gezwungen, die Kinder an den Haltestellen einzusammeln“, schreibt die Mutter eines Schülers. Aber nicht jeder sei mobil oder so spontan, um mal eben zur Schule zu fahren.

In einem anderen Fall habe ein Busfahrer „gar nicht erst die Haltestelle Specken passiert, sondern ist direkt über die Hauptstraße nach Achim durchgefahren“. Und wegen eines Defekts am Bus seien die sechs- bis zehnjährigen Fahrgäste auch schon mal mittags statt in Embsen-Laheit an der Borsteler Landstraße „rausgesetzt“ worden, bemängelt Tragaras.

Helen Hoffmann spricht einen weiteren Missstand an. „Anwohner fahren mit dem Auto über das Schulgelände.“ Sie verstehe nicht, warum die Stadt als Träger der Grundschule das nicht verbiete. Es grenze fast schon an ein Wunder, dass noch nichts passiert sei, sagt Hoffmann und fügt hinzu: „Wenn ein Kind überfahren wird, träge die Stadt eine Mitschuld.“

Christine de Boer, Oma von Viertklässlerin Emily, hält den Schulweg nahe der Lernstätte noch aus einem anderen Grund für unsicher. „Man sieht nicht auf Anhieb, dass dort eine Schule ist.“ Zwar weise jetzt, zum Schuljahresbeginn, ein großer Banner vor dem Gebäude die Autofahrer auf der Paulsbergstraße auf die Schulanfänger hin. Doch das sei ja nur vorübergehend und nicht ausreichend. De Boer schlägt vor, mitten auf der kleinen Kreuzung an der Ecke einen roten Kreis mit der Inschrift „Schule“ aufs Pflaster zu pinseln und ringsherum zudem noch Hinweisschilder und Piktogramme anzubringen. „In Oyten gibt es so etwas.“

Den Weg vom Hauptgebäude zum Schulhof kreuzen mitunter Autos.

Schulleiter Björn Schelb sieht in diesem Punkt nicht unbedingt Handlungsbedarf. „Die Polizei macht jedes Jahr mit den Kindern Aktionen für die Verkehrssicherheit“, führt er an. Leider lebten einige Eltern, die etwa den Zebrastreifen an der Pavillonstraße ignorierten, ihrem Nachwuchs „anderes vor“.

Wegen der Widrigkeiten mit den Schulbussen habe er beim dafür zuständigen Landkreis „schon mehrfach nachgehakt. Leider hat sich kaum etwas gebessert.“

Dass Anwohner über das Schulgelände fahren, „ist ein ganz großer Streitpunkt seit Jahren“, stellt Schelb unumwunden fest. Einige Anlieger besäßen einen Schlüssel für einen Poller am Rand der Scharnstraße und des Zimmerplatzes und nutzten die schmale Strecke zwischen dem Schulhof und dem Hauptgebäude hin und wieder als Abkürzung, was jedoch nur nach Schulschluss erlaubt sei. „Die Stadt ist da dran.“

Stefan Schuster, Verkehrsplaner im Rathaus, bestätigt das auf Nachfrage. Allerdings zögen sich die Gespräche mit „ein, zwei Anliegern“, die alte Wegerechte geltend machten, in die Länge. Selbst Bürgermeister Rainer Ditzfeld habe sich diesbezüglich schon eingeschaltet.

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