In den letzten Kriegsjahren angelegt, aber nie benutzt

Die Bunker unter dem heutigen Rathaus- und Baumplatz

Die Bunker als Abenteuerspielplatz. - Archivfoto: Schnakenberg

Achim - Dort, wo heute das Rathaus steht und der Baum-Parkplatz bis zum Amtsgericht und leer stehenden Gefängnis liegt, war früher neben dem Landratshaus der Landratsgarten. In der Nachkriegszeit hatte Achim dann hier seinen Marktplatz.

In den letzten Kriegsjahren jedoch hatten die Nazis unter dem Areal zwei Bunker angelegt. Die Chronik der Marktschule berichtet aus dem Jahr 1944: „Da sich auch die Angriffe während der Schulzeit mehrten und ganz schnell nach der Warnung einsetzten, beschloß der Gemeinderat (1943) auf Antrag der Schulen (Volk- und Mittelschule), im landrätlichen Garten vor der Schule Bunker zu bauen. Zwei lange Bunker, Tiefbunker, sollten gebaut werden: der eine lang an der Schulstraße entlang mit dem Eingang am Garten des Amtsgerichts besonders für die Volksschule, einen anderen rechtwinklich dazu mit dem Eingang an der Schulstraße für die Mittelschule.

Sträucher und Bäume mussten weichen. Bagger erschienen und wühlten gewaltige Sandberge auf. In den tiefen Gräben wurden dann aus Beton die spitzbogigen Gewölbe gemauert. Die Fertigstellung zog sich aber bei dem Mangel an Material und Menschen bis zum Ende des Krieges hin, und ein gütiges Geschick bewahrte uns davor, zu Hunderten bei einem ernsthaften Angriff in diesen langen, dunklen Kellergängen zu kauern oder ganz verschüttet zu werden.“

Die zwei Bunker wurden also nie für den Ernstfall benutzt. Johann Jäger, damals Schüler, erinnert sich noch, dass sie in der Nachkriegszeit als Mutprobe durch die Bunker krochen. Jemand hatte ihnen erzählt, dass dort Leichen lägen.

1980 entdeckte man bei 100 Bohrungen im Vorfeld der Stadtsanierung zwei Bunker in 1,82 und 1,20 Meter Tiefe, der eine zur Marktschule hin gelegen 35 Meter lang, 2,50 Meter breit, der andere zum Amtsgericht ausgerichtet. Kriegsutensilien oder sonstige Gegenstände wurden nicht gefunden. Die Bunker waren voller Sand und Schutt, die mit Lastwagen abtransportiert wurden. Für einen dritten Bunker, von dem alte Achimer erzählten, gibt es keinen Nachweis.

Spätestens mit dem Bau des Rathauses sind dann die Achimer Kriegsbunker beseitigt beziehungsweise zubetoniert worden.

mb

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