Bundesweite Plattform wäre garantiert

Kritzkys Nachlass: Perspektive Dessau

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Unter dem Motto „Poesie in Farben“ waren vor Jahren Kritzky-Werke im Badener Haus Hünenburg ausgestellt – darunter auch dieses Bild.

Achim - Für den im Achimer Rathaus eingelagerten Nachlass von über 2000 Werken des Kunstmalers Emil Kritzky (1903 bis 1988) bietet sich jetzt eine verlockende Möglichkeit, bundesweite Aufmerksamkeit zu bekommen: Zum 100. Geburtstag des Bauhaus Dessau ist im Jubiläumsjahr 2019 eine große Kritzky-Werkschau mit den Exponaten aus Achim geplant.

Darüber informiert die Stadtverwaltung in einer Unterlage zur nächsten Sport- und Kulturausschusssitzung im September,

Das Bauhaus Museum Dessau wird demnach anlässlich des Jubiläums im Mai 2019 neu eröffnet und die Kritzky-Ausstellung bereits 2018 konkret vorbereitet.

Der in Achim seit 1993 gelagerte Nachlass des in Hamburg geborenen Künstlers stammt aus dem Privatbesitz der in Emtinghausen wohnenden Hannelore Frerker. Sie ist heute ebenfalls eine viel beachtete Künstlerin und war einst Schülerin und enge Mitarbeiterin Emil Kritzkys.

Zur Aufbewahrung und zum Erhalt der Kunstwerke gibt es eine Vereinbarung mit der Stadt. Danach sind diese Werke regelmäßig für Ausstellungen zur Verfügung zu stellen.

Zum Kritzky-Museum kam es nie

In der Badener Hünenburg (zuletzt 2014), in Papenburg und an anderen Orten waren laut Verwaltung immer wieder „thematisch eingegrenzte, aber in der Umsetzung vielfältige Ausschnitte aus dem Gesamtkanon des künstlerischen Schaffens“ zu sehen. Zu dem ursprünglich an gedachten Kritzky-Museum aber kam es nie.

Daher musste eine andere Perspektive zum Umgang mit dem Nachlass des Mannes entwickelt werden. Seine Bilder waren in den 30er Jahren von den Nazis wegen des expressionistischen Stils als „entartete Kunst“ eingestuft und mit Ausstellungsverbot belegt worden. Heute gelten sie wegen ihrer Vielfältigkeit ebenso wie Emil Kritzkys Texte als ein wahrer Kunstschatz.

„Lobe das Bild – wie könnten wir sonst sagen, was wir nicht sagen können“, schrieb er unter eines seiner Werke.

Kosten hat die Stadt durch des Einlagern nicht. Um aber der Bedeutung des Künstlers gerecht zu werden, wird schon länger über Möglichkeiten nachgedacht, die Bilder und Zeichnungen etwa in einem Kunstmuseum oder als komplette Sammlung zu zeigen.

„Ein zukünftig verstärkte überregionale Ausstrahlung auf Achim“ wurde als Ziel formuliert. Die Sonderausstellung in Dessau könnte ein bedeutender Schritt in diese Richtung sein.

la

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