Verein „Heckmotoren Aller-Weser“ betreibt eigene Werkstatt

Am VW Bully T3 schrauben Freaks auch schon mal nachts

Sieht aus wie in einer großen Autowerkstatt von VW – tatsächlich nutzt der Verein „Heckmotoren Aller-Weser“ diese Halle auf einem Badener Betriebsgelände. Technisch und handwerklich versierte Mitglieder bauen dort alte T3-Bullys zusammen. - Fotos: Mix

Achim - Von Michael Mix. „Die Autos werden hier oft komplett auseinandergenommen, um Rost zu entfernen“, sagt Holger Kießig mit Blick auf mehrere zerlegte VW-Bullys in der Halle. Der 46-Jährige schraubt und schweißt dort unzählige Stunden an einem T3 herum, bis die „alte Kiste“ restauriert ist. Etliche andere tun es ihm gleich – in ihrer Freizeit. Sie alle haben ein Faible für dieses Modell und gehören dem Verein „Heckmotoren Aller-Weser“ an.

„Wir haben rund 20 Mitglieder, Männer und Frauen, die jüngsten sind Ende 20“, berichtet Vorsitzender Kießig. Nicht nur Ehefrau Andrea teilt sein Hobby, sondern sogar auch seine Mutter. „Ich streiche gerne“, sagt Rosemarie Kießig, die mit 67 Jahren die Älteste im Verein ist und stolze Besitzerin eines Wohnmobils mit nostalgischem Charme. Der liebevoll hergerichtete T3 mit Alkoven-Aufbau und knallroter Lackierung besticht mit gediegener Ausstattung und bietet auf Reisen modernen Komfort.

Ihr Sohn freut sich, dass der 2014 gegründete Verein einen Teil des Geländes der Fensterbau-Firma Seba in Achim-Baden als Werkstatt und auch für das Abstellen bereits auf Vordermann gebrachter Bullys nutzen darf. „Hier haben wir ausreichend Platz. Vorher waren wir als Interessengemeinschaft in einer Halle der Kraftfutterfabrik am Verdener Bahnhof.“

Rosemarie Kießig, hier mit Vereinsshirt in den Händen, freut sich über ihr Wohnmobil, einen restaurierten T3 mit Alkoven-Aufbau.

Familie Kießig ist in der Kreisstadt zu Hause, andere Mitglieder des Vereins wohnen in Achim und Bremen, „aber auch in Berlin und Hessen“, erfährt der Berichterstatter beim Werkstatt-Besuch. Ein Teil komme nur zu den monatlichen Treffen, wenn Sonntagnachmittag auf der „Büroetage“ bei einem Pott Kaffee gefachsimpelt werde, oder zu gemeinsamen Ausfahrten. Die nächste Tour der T3-Enthusiasten führt zur Verdener „Domweih“, aber auch VW-Bus-Treffen und Teilemärkte in Berlin oder in Wietzendorf bei Celle würden diesen Sommer noch angesteuert. „Es macht Spaß, in Kolonne zu fahren“, sagt Kießig mit einem Lächeln.

Den Kern des Vereins „Heckmotoren Aller-Weser“ bildet jedoch die „Hallengemeinschaft“. Für die versierten Autobastler verfügt die angemietete Werkstatt nicht nur über eine Hebebühne, sondern ist etwa auch mit einer Sandstrahlkabine und einem Kompressor ausgestattet. Das hat seinen Preis. „Wer aktiv schraubt, zahlt 150 Euro pro Monat“, informiert der Vorsitzende.

Zusammen mit Gleichgesinnten geht er einem kostspieligen wie zeitaufwendigen Freizeitvergnügen nach. „Geschraubt wird nach Feierabend, am Wochenende, im Urlaub – wir treffen uns auch schon mal nachts“, berichtet Kießig, der früher Schaffner bei der Bahn war und heute passenderweise bei einem Autoteile-Anbieter tätig ist.

Vorsitzender Holger Kießig schraubt gerne in seiner Freizeit am Lieblingstyp. Die Werkstatt ist dafür bestens ausgestattet.

Die Fans des T3, der nach seinen Angaben von 1978 bis 1992 im VW-Werk in Hannover gebaut wurde, legen sich für ihr Liebhaber-Stück „oft jahrelang ins Zeug“. Denn der Wagen soll am Ende ja nicht nur gut dastehen, sondern auch fahrtüchtig sein und durch den Tüv kommen.

Holger Kießig und Mitstreiter scheuen kaum einen Aufwand, um zum Beispiel an Blechteile für die Karosserie und an Motoren zu kommen. „Solche Sachen ersteigern wir, oder wir kaufen Fahrzeuge auf und schlachten sie aus.“ Aber auch mit VW-Händlern in der Region und weiteren Zulieferfirmen arbeite der Verein zusammen.

„Da haben wir uns einen guten Ruf erarbeitet. Mitunter helfen wir denen sogar mal.“

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