Rinderherde kann am Strand zur Gefahr werden

„Bullenwiese kein Abenteuerspielplatz“

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Der „Bacardi-Beach“ von der Eißeler Seite aus gesehen. Das „Kilometer 344“-Schild zeigt die exakten Koordinaten.

Bierden - Der sogenannte Bacardi-Beach am Weserstrand in Bierden war am Dienstag Schauplatz einer gar nicht so harmlosen „Jagdszene“: Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen (nach Polizeiangaben neun bis 13 Jahre alt) hatten sich einen Spaß daraus gemacht, die dort grasenden Rinder mit einer Holzgewehr-Attrappe zu necken.

Hobby-Ornithologe Josef Teupe, der von der anderen Weserseite aus (bei Eißel) Vögel beobachtete, wurde gegen 13 Uhr zufällig Zeuge des Vorfalls. Verzweifelt versuchte er, die Kinder, die sich sehr nah auf die Rinder zubewegten, zu warnen. „Sie hatten ein Holzstück dabei, das aussah wie eine Armbrust. Auf mich hat das den Anschein erweckt, als ob die Kinder die Kälber jagen wollten. Aber eine Bullenwiese ist kein Abenteuerspielplatz“, betont Teupe. Als seine Handzeichen erfolglos blieben, rief er die Polizei. Nach wenigen Minuten erschien eine Streifenwagenbesatzung aus Achim, die den Heranwachsenden einen Platzverweis erteilte.

Über die Zeitung möchte Josef Teupe nun einen Appell an die Öffentlichkeit richten, dass man sich einer Rinderherde lieber mit Respekt nähern sollte. Grund: Die Kühe führen derzeit Kälber, und würden diese mit allen Mitteln gegen vermeintliche Angreifer verteidigen. Und das wären dann nicht nur vier oder fünf Kühe in Rage: Teupe schätzt, dass auf der weitläufigen Wiese am und hinter dem Bacardi-Beach 40 bis 50 Tiere grasen – übrigens keine Milchkühe, sondern Mastrinder der Rasse Limousin-Charolais. Dass daraus eine gefährliche Situation hätte entstehen können, sah offenbar auch die Polizei so: „Mein Kompliment, dass die Koordination so exzellent geklappt hat“, betont Teupe.

Oft gerät der plötzliche Kontakt mit den Menschen indes eher für die Tiere zum Nachteil: Vor etwa vier Jahren hatte der Besitzer der Weide am Bacardi-Beach vier seiner Tiere notschlachten müssen, die sich, aufgeschreckt durch zu laute Partys, Verletzungen zugezogen hatten.

ldu

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