Bürgerstiftung erhält von Gasunie 3000 Euro Spende für die Flüchtlingshilfe

„Wir helfen den Helfern“

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Gasunie-Unternehmenssprecherin Ingrid Peters überreicht symbolisch einige Decken an die Flüchtlingshelfer Rolf und Liane Wiesner (Mitte). Die Spende freut sowohl Bürgermeister Rainer Ditzfeld (2.v.l.) als auch Vorstand und Aktivkreis der Bürgerstiftung (v.l.): Renate Havliza, Lutz Oltmanns, Dieter Scheid, Ursel Meyerhuber und Ingeborg Scheid.

Achim - Wer sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagiert, weiß, was die Menschen in den Sammelunterkünften brauchen. So auch Liane Wiesner, die den Bewohnern der Uphuser Turnhalle nach Feierabend Deutschunterricht gibt. Gemeinsam mit ihrem Mann Rolf – er bietet beispielsweise einen Shuttle-Service für Fahrten zu Behörden an – kam sie auf die Idee, den vor Krieg und Terror Geflüchteten 100 Wolldecken zu überreichen.

Ermöglicht wird das durch eine Spende in Höhe von 3000 Euro der Firma Gasunie an die Bürgerstiftung. Den Betrag will die gemeinnützige Organisation für die Flüchtlingsarbeit einsetzen. Unter dem Stichwort „Wärme schenken“ wird die Spende des Unternehmens, das in Embsen die Gasverteilerstation betreibt, so einem sinnvollen Zweck zugeführt. Hintergrund ist der Umstand, dass in den Notunterkünften eine Durchschnittstemperatur von 15 Grad herrscht. „Das ist ausreichend für Sportler in Aktion, aber keineswegs angemessen für die 55 Flüchtlinge, die die meiste Zeit des Tages sitzend verbringen“, so Liane Wiesner.

Doch in erster Linie soll mit der Zuwendung der Gasunie die Arbeit der Flüchtlingshelfer gewürdigt werden. „Wir helfen den Helfern“, erklärt der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Dieter Scheid. Denn die Ehrenamtlichen verfügten oft selbst nicht über große finanzielle Reserven. „So können sie Auslagen abdecken, die etwa für Eintrittsgelder, Fahrtkosten oder Bücher anfallen“, so Scheid weiter.

Die Bürgerstiftung trägt seit zehn Jahren zur Bereicherung der Lebensqualität in Achim bei. Etwa, indem der Aktivkreis mit Spenden und Eigenarbeit aus dem einst verwilderten Rathauspark einen ansehnlichen Ort zum Verweilen gemacht hat. Aktuell klärt die Stiftung mit dem „Lernort Bauernhof“ Schüler über die Arbeitsweisen eines landwirtschaftlichen Betriebes auf – und engagiert sich auch mit Geld- und Sachspenden für die Flüchtlingsarbeit.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld freute sich über die Bürgerstiftung als Vermittler der Spende. Ein solcher Geldbetrag für die Ehrenamtlichen sei auch im Sinne der Integrationsarbeit der Stadt Achim: „Als Stadt hätten wir nur Probleme mit der Abrechnung. Das Geld würde durch den Verwaltungsaufwand gleich wieder aufgezehrt werden.“ Durch die Rechtsform der Stiftung könne die ganze Summe auch tatsächlich eingesetzt werden.

Achim ist übrigens nicht der einzige Standort, an dem die Gasunie die Flüchtlingshilfe unterstützt. „Wir spenden denselben Betrag an fünf Standorten“, erklärte Ingrid Peters, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Gasunie und betonte: „Wir gehen da den richtigen Weg.“

Die Ehrenamtliche Liane Wiesner möchte übrigens nicht nur helfen, sie will auch qualifizierte Unterstützung bieten. Darum hat sie sich mithilfe eines Kurses der Kreisvolkshochschule zur Asylbegleiterin ausbilden lassen. „Mir war wichtig zu wissen, welche Rechte Asylbewerber haben.“ Der Wust der Bürokratie sei auch für Deutsche manchmal schwer zu durchschauen – auch ohne Sprachbarriere.

Für ihren Unterricht hat Wiesner gerade übrigens ein Arbeitsbuch bestellt, das Übersetzungen auf Deutsch, Englisch und Arabisch enthält. Das erleichtere ihr die Vermittlung von Deutschkenntnissen an die Einwanderer aus Iran, Irak, Eritrea, Syrien und Afghanistan. Aber Sprachkenntnisse bildeten nur den Anfang der Integrationsarbeit, weiß die Achimerin. Ein Beispiel: In ihrem Unterricht sitzen nur Kinder und Frauen. „Weil bei den Männern die Scham zu groß ist, dass sie vor den Frauen Fehler machen, nehmen sie gar nicht am Unterricht teil“, erzählt Wiesner. Um verständlich zu machen, dass Frauen und Männer in Deutschland gleichgestellt sind, sei in noch eine ganze Menge Integrationsarbeit nötig.

Wer die Flüchtlingshilfe der Bürgerstiftung Achim mit weiteren Geldspenden unterstützen möchte, kann direkt auf das Konto der Bürgerstiftung überweisen, Stichwort „Flüchtlingshilfe Achim“, Kreissparkasse Verden, IBAN DE59 29152670 00124124 33 (gegebenenfalls angeben, ob die Spende zugunsten der Flüchtlinge, Auslagenersatz der Helfer oder Deutschunterricht sein soll).

ldu

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