Viele Aufgaben im Verwaltungssitz

Bürgernähe im Bürgerbüro: So tickt das Achimer Rathaus

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Die gestrige „Nachmittagsschicht“ im Achimer Bürgerbüro v. li. Julia Rathe, Viktoria Hoffmann, Katrin Crombach, Anja Gründel und sitzend Jasmin Waller. Die insgesamt elf Damen des Bürgerbüros bieten ihren Service auch dienstags und donnerstags bis 18 Uhr und samstags auch vormittags an.

Achim - 439 Beschäftigte hat die Stadt Achim, davon nur 15 Beamte. Drei von vier sind Frauen, zwei von drei arbeiten in Teilzeit. Von Erzieherinnen und Hausmeistern abgesehen haben nur wenige der Stadtbediensteten so viel Kontakt zu den zuletzt 32.362 Achimerinnen und Achimern wie das Team im Bürgerbüro.

Hier im Erdgeschoss sind die Damen für die verschiedensten Einwohneranliegen „Mädchen für alles“, was nicht abwertend gemeint ist. Mehr als 36.000 Besucher sind hier 2017 registriert worden. Die Damen waren so auch Anlaufstelle für die angemeldeten 1.720 neuen Achimer, für die 1450 abgemeldeten und für die wohl 1.400 umgemeldeten Personen. Jeder elfte Einwohner in Achim gilt offiziell als Ausländer.

Wer ins Ausland fährt, braucht Papiere und kommt so häufig an einem Gang ins Bürgerbüro nicht vorbei. 1.162 neue Reisepässe, 27 vorläufige Reisepässe, 2.578 Personalausweise und 406 Kinderpässe beziehungsweise deren Verlängerung beantragten die Menschen hier. Im März 2017 war der neue Reisepass eingeführt worden.

Gefälschten Dokumenten auf der Spur

Dabei sind die Mitarbeiterinnen im vergangenen Jahr auch durch Mitarbeiter der Polizeidirektion Oldenburg in der Prüfung von Dokumenten und besonders dem Erkennen von Fälschungen geschult worden.

Bei aller Wahrung des Datenschutzes erhalten besonders auch Behörden hier Auskünfte über mehr oder weniger unbescholtene Bürger, so 2017 503 einfache und erweiterte Melderegisterauskünfte, 4.275 Behördenauskünfte und 1.074 Auskünfte im Automatisierungsverfahren. 1.320 Führungszeugnisanträge und Gewerbezentralregisterauszüge dienen ebenfalls diesem Zweck.

Auch die 1.408 Personen, die Erziehungsgeld, Wohngeld, Sozialhilfe, Beihilfen oder Betreuungsgeld wollten, gingen zunächst einmal übers Bürgerbüro. Anträge auf Wohnraumförderung sind allerdings nicht gestellt worden, da die Darlehen aufgrund der aktuellen Niedrigzinsen nicht attraktiv sind und sehr kinderreiche Familien nicht mehr die Förderrichtlinien erfüllen.

Auch mit der Gefahrenabwehr betraut

213-mal brachten Finder Fundsachen, 24-mal davon sogar Tiere, zum Bürgerbüro, und vielleicht fanden auch die Eigentümer dann den Weg dorthin.

Eng verbunden ist das Bürgerbüro auch mit dem Bereich Sicherheit, Ordnung und Gefahrenabwehr. So beschäftigte man sich mit 237 Waffenrechtsfällen, Ausstellung oder Entzug des Waffenscheins, 73 im öffentlichen Verkehrsraum beseitigten Kraftfahrzeugen, 57 Schadensfällen, 25 Sprengstoffangelegenheiten, 75-mal mit Obdachlosigkeit und 125-mal mit Verwarnungen und Bußgeldbescheiden außerhalb des Verkehrs.

Auch ein Zirkuschef, ein Plakatierer oder ein Fahrlehrer der Stadt braucht das Bürgerbüro, wenn er keinen ärger haben will.

Mobilnetz zu schlecht für den Bürgerkoffer

Eigentlich wollte das Bürgerbüro auch den Kontakt zu den alten, nicht mehr mobilen Menschen intensivieren uns so hatte man den sogenannten mobilen Bürgerkoffer der Bundesdruckerei angeschafft, mit dem auch in der Wohnstätte von Senioren beziehungsweise Behinderten ihre behördlichen Angelegenheiten geregelt werden konnten. 

Doch durch den schlechten Ausbau der LTE-Verbindung im Stadtgebiet konnte der Bürgerkoffer nicht die erforderliche Verbindungsgeschwindigkeit erreichen, um mit den hochkomplexen und verschlüsselten Daten aus dem Meldeprogramm der Stadt zu arbeiten. Folge: der Bürgerkoffer ist wieder an die Bundesdruckerei zurückgegeben worden.

Das Achimer Bürgerbüro will jetzt allerdings regelmäßig Sprechzeiten in den Senioren- und Pflegeheimen anbieten, die erste bereits im Januar.

Ansonsten sind die Frauen froh, dass nach zwei Wahlen in 2017 dieses Jahr wohl keine Wahl stattfinden wird. Aber wer weiß?  

mb

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