Bürger klagen im Achimer Ortsausschuss über Schnellfahrer und Parkplatzmangel

Autofahrer nerven Anwohner

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Die Clüverstraße ist als Tempo-30-Zone deklariert. Mit dem im nächsten Jahr anstehenden Bau des Kreisels an der Schwalbenkreuzung fürchten Anwohner eine höhere Verkehrsbelastung.

Achim - Es fahren zu viele Autos im Ortskern Achims. Diesen Eindruck vermittelten zumindest die Gespräche am Montagabend im Ortsausschuss Achim. Dabei waren die Belastung durch Raser an der Clüverstraße und das Parkplatzproblem an der Meislahnstraße nur einige der Themen.

Zuvor zog die Verwaltung Bilanz unter ein aus ihrer Sicht gelungenes Straßenausbauprojekt: Das Paradiesviertel. Dabei hatte die Stadt Achim einen durchaus ungewöhnlichen Weg gewählt, indem sie trotz Gegenstimmen einer Mehrheit der Anwohner den Ausbau in Angriff genommen hatte. Mit der Baumaßnahme, für die rund 1,1 Millionen Euro veranschlagt wurden, habe die Stadt zwei Ziele verfolgt: „Für die Anwohner wollten wir das Leben in Staub und Matsch unterbinden und natürlich auch die Unterhaltungskosten senken“, sagte Stefan Schuster, Straßen- und Verkehrsplaner der Stadt Achim. Auf Fragen der Anwohner zur Endabrechnung musste Schuster allerdings passen. Erst nach Prüfung im Ingenieurbüro werde eine Kostenaufstellung an die Anwohner übermittelt.

Ein Ausbau der Meislahnstraße sei hingegen noch nicht so bald zu erwarten, sagte Schuster. Auf der Prioritätenliste der Stadt Achim sei die Straße nicht in den nächsten drei Jahren vermerkt. Aktuell wolle die Stadt die Einbahnstraße nun für Radfahrer in beiden Richtungen frei geben – denn Rad fahrende Schüler nutzten sie ohnehin seit Jahren als „Schleichweg“.

Als wahres Problem identifizierte ein Anwohner der Meislahnstraße jedoch die Parkplatzsituation: „Wir Anwohner kommen kaum vom Grundstück.“ Zuletzt sei dort viel ausgebaut worden, „aber an Parkplätze haben sie nicht gedacht.“ Schuster sagte, es sei geplant, die Anzahl der Parkplätze zu erweitern. Gut ausgelastet sei bereits ein neuer Parkplatz für Gehbehinderte.

Viele Wortmeldungen gab es auch zum Problem der Geschwindigkeitsübertretungen an der Leipziger Straße und der Clüverstraße. Geschwindigkeitsmessungen der Stadt zeigten, dass das Tempolimit an der Leipziger Straße eingehalten wird: „Unser Anzeiger hat einen Durchschnittswert von 49 Stundenkilometern dort gemessen“, so Bürgermeister Rainer Ditzfeld. Zur Überprüfung habe die Stadt auch an der Clüverstraße ein Messgerät aufgestellt. Die Straße werde mit dem geplanten Bau des Kreisels an der sogenannten Schwalbenkreuzung 2016 noch erheblichen Belastungen ausgesetzt sein, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Der Erfahrung nach halte der Abschreckungseffekt durch Tempo-Anzeiger nur zwei Wochen an, danach fielen die Autofahrer in die alte Routine zurück, so Ditzfeld. „Das einzige, was hilft, sind Starenkästen. Alles andere ist Quatsch!“, sprach sich ein Anwohner für Blitzgeräte und Bußgelder aus. Dem stimmte 1. Stadtrat Bernd Kettenburg zwar zu. „Aber uns sind t die Hände gebunden. Wir sind nur zuständig für den ruhenden Verkehr, während der Landkreis den fließenden Verkehr regelt.“ Es sei zwar möglich, Vorschläge zu machen, doch unwahrscheinlich, dass solche Anlagen in Tempo-30-Zonen aufgestellt würden.

Sitzungsleiterin Silke Thomas schlug vor, Baumnasen zu installieren und empfahl als Übergangslösung links und rechts Autos zu parken, um den Durchgangsverkehr zum Abbremsen zu zwingen.

Gerade für Radfahrer stark gefährdend ist auch die Situation an der Bremer Straße. Auf Höhe der Pfarrstraße endet der Fahrradweg abrupt. Die bisherige Beschilderung sei für Autofahrer schwer zu erkennen, heißt es in einer Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Stefan Schuster sagte, es sei möglich, ein Schild mit Fahrradpiktogramm als zusätzlichen Hinweis für Autofahrer aufzustellen. Die Idee, den Fußweg für Fahrradfahrer freizugeben, wurde verworfen, da die Stelle zu schmal sei.

Es geht auch anders: „Als Stadt sollten wir eine Möglichkeit schaffen, mit dem Fahrrad von da nach da zu kommen. Dann würden wir auch weniger Parkplätze benötigen“, warf Susanne Hüneke, beratendes Mitglied des Gremiums und bekennende Fahrradfahrerin ein. Wie sie aus einer Befragung der Anwohner erfahren habe, sei der Autoverkehr in der Clüverstraße zu viel, zu schnell und zu laut.

ldu

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