„Hat er Gutes für Gemeinde bewirkt?“

Fraktionen grübeln über „Brinkmannstraße“

Achim - Soll die Brinkmannstraße in Achim umbenannt werden? Mit dieser brisanten Frage wird sich der Stadtrat demnächst befassen. „Die Grünen-Fraktion wird einen entsprechenden Antrag stellen“, sagte Silke Thomas Montag auf Nachfrage.

Die Fraktionsvorsitzende gehört auch der Bürgerinitiative an, die erreichen will, dass der Nebenarm der Bergstraße nicht länger den Namen von Achims früherem Bürgermeister Johann Brinkmann trägt. Dieser war, wie berichtet, NSDAP-Mitglied und übte das Führungsamt in der Gemeinde während des gesamten Dritten Reichs aus.

Aber wie verhält sich die SPD-Fraktion in dieser Frage? Vor 30 Jahren hatten die Sozialdemokraten einen entsprechenden Vorstoß der Initiative zusammen mit der CDU mit breiter Mehrheit abgeschmettert. Diesmal könnte das Abstimmungsverhalten anders ausfallen.

„Wir haben ein unterschiedliches Meinungsbild in der Fraktion“, berichtete SPD-Fraktionschef Herfried Meyer Montag auf Nachfrage. „Einige befürworten den Antrag, andere nicht.“

„Mehr als zweifelhafte Rolle“

Edith Bielefeldt von der Geschichtswerkstatt Achim habe in der jüngsten Fraktionssitzung noch mal die „mehr als zweifelhafte Rolle“ des ehemaligen Bürgermeisters Brinkmann dargelegt. Meyer selbst hat der Vortrag überzeugt. Wenn man eine Straße nach einer Person benennt, müsse diese die besondere Ehre auch verdient haben. „Als Bürgermeister muss er Gutes und Außerordentliches für die Gemeinde geleistet haben“, nennt der SPD-Fraktionsvorsitzende das für ihn entscheidende Kriterium in dieser Frage.

Aber nicht jeder Parteifreund sehe das so. „Ich wäre damals wohl auch Mitläufer gewesen“, habe der eine oder andere geäußert.

Die CDU-Fraktion hat sich dagegen noch nicht mit dem Thema befasst. Karl-Heinz Lichter, ihr Vorsitzender, ließ Montag jedoch auf Anfrage eine klare Haltung dazu erkennen. „Ich persönlich würde den Antrag der Grünen unterstützen.“

FDP-Vormann Hans Baum mahnt dagegen zur „Vorsicht“. Ob sich Brinkmann tatsächlich schändlich verhalten habe, sollte noch eingehend geprüft werden, sagt der Liberale. 

mm

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung / Köhnken

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