Die neue Konrektorin Tineke Prigge liebt die Vielfalt der Kulturen, Religionen und Charaktere

Sie „brennt“ für die Hauptschule

Die Schulleitung ist wieder komplett: Rektor Dominik Lerdon und Konrektorin Tineke Prigge. - Foto: Brodt

Achim - Nach 38 Jahren ist der Konrektor der Achimer Hauptschule, Wolfgang Bauer, in Pension gegangen. Er wollte nie Rektor werden, bewarb sich auch nie um die Stelle, musste aber während der jahrelangen Vakanz dieser Stelle die Funktion kommissarisch ausüben. Kommissarisch bestellt ist auch seine Nachfolgerin, die 32-jährige Tineke Prigge.

Eigentlich ist es nicht selbstverständlich, dass die seit kurzem Liesel-Anspacher- Schule heißende Hauptschule mit ihren nur 220 Schülern, die mit der Realschule in einer Integrierten Gesamtschule oder Oberschule aufgehen wird, noch eine Konrektorin respektive Konrektor bekommt. Schuldezernent Jörg Rokitta ließ sich jedoch überzeugen und sagte der Schule für mindestens ein Jahr diese Stelle kommissarisch besetzt zu. „Einer alleine kann so eine Schule auch nicht leiten“, bekräftigt Schulleiter Dominik Lerdon.

Er ist froh, dass mit seiner in Rotenburg wohnenden Kollegin eine geeignete Person gefunden wurde. Geboren und aufgewachsen in Lüchow-Dannenberg hat sie nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht, an der Uni Osnabrück Englisch und Textiles Gestalten für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen studiert und ihr Referendariat 2010 hier an der Achimer Schule gemacht, wo sie geblieben ist.

An Achim, gefällt ihr, dass sie mit einem Sprung in der Großstadt oder auch auf dem flachen Land ist. Für die Hauptschule „brennt sie“, wie sie sagt, denn eine solche Schule mit der Vielfalt der Kulturen, der Religionen, der Charaktere, die manch anderer für belastend halten mag, liebt die Frau, die ja ausgebildete Erzieherin ist und früher mit schwer erziehbaren Jugendlichen gearbeitet hat.

Sie ist nicht nur Lehrerin, sondern wirklich Pädagogin, liebt die Reibung, denn die erzeuge ja Wärme, neue Energie.

Schön gesagt, aber auch verkraftbar? Bei ihr wohl schon. „Wenn die Jugendlichen sich hier nicht ausprobieren können, wo und wann dann?“, fragt sie mit viel Verständnis und ist froh, dass sie gerade auch über das persönliche Verhältnis zu den jungen Menschen viel bewegen kann.

Bei ihr und auch vielen der 27 Kolleginnen und Kollegen an der Liesel-Anspacher-Schule endet die Arbeit auch nicht an der Schultür, sondern reicht oft auch in die Elternhäuser der Schüler hinein.

Die neue Konrektorin empfindet das nicht als Belastung, sondern als Bereicherung.

mb

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