Badenerin Karla Meyer ärgert sich über Hundekot auf dem Seitenstreifen

Braune Haufen behindern Grünpflege

Wegen Hundekothaufen will Karla Meyer den Grünstreifen am Asternweg nicht mehr mähen. Dieses Schild hat sie dort gut sichtbar an der Hecke aufgehängt. Meyer wohnt mit ihrem Mann an der Straße Im Bult, die an den Asternweg grenzt. Fotos: Duncan

Karla Meyer wohnt seit 1975 an der Straße Im Bult in Baden. Seit Jahrzehnten pflegt sie den Grünstreifen am direkt an ihr Grundstück angrenzenden Asternweg. Doch seit einigen Wochen findet sie regelmäßig große Hundekothaufen auf dem Rasenstück. „Nun kann ich den Rasen nicht mehr mähen“, klagt die 74-Jährige. Außerdem hat sie ein Schild aufgehängt. Dieses soll den Hundehalter, der zulässt, dass sein Hund dort hin macht, zum Umdenken bewegen. „Lieber Hundefreund! Diese Seitenstreifen werden von uns Anliegern gepflegt. Sollen wir auch in ihren Garten scheißen? Wer soll hier mähen? Sie vielleicht? Sie sollten sich schämen!“, fasst sie das Dilemma auf dem Hinweisschild zusammen.

Achim - Karla Meyer ist indes nicht die einzige: Die ekligen Hinterlassenschaften finden sich auch auf dem Seitenstreifen des Nachbarn. Wie zum Beweis, hängen dort auch Schilder mit einer Botschaft an unachtsame Hundebesitzer. Meyer vermutet, dass die Kothaufen von einem großen Hund stammen – „wie von einem Elefanten“. Ihre letzte Konsequenz: „Müssen wir jetzt die Streifen mit Steinen auslegen? Dann ist wieder etwas Grün verlorengegangen.“

Laut Heiko Haase vom Bauhof der Stadt Achim sind Anwohner nach der Straßenreinigungssatzung verpflichtet, Verschmutzungen auf dem Gehweg entlang ihres Grundstücks zu entfernen. Das umfasst meist auch Grünstreifen. Darüber hinaus besteht mit einigen Achimern eine sogenannte Pflegevereinbarung für Beete oder Baum-Inseln, die sonst der Bauhof pflegt. Die Vereinbarung sei freiwillig und könne von Anliegern jederzeit abgegeben werden. „Der Bauhof mäht extensiv, maximal viermal im Jahr im gesamten Stadtgebiet. Das reicht Anwohnern aber meist nicht“, so Haase. Ist die Vereinbarung getroffen, bringt die Stadt die betroffenen Rabatten oder Rasenstücke in einen guten Zustand – danach ist der Anlieger dran.

Karla Meyer hat nichts gegen Hunde: „Wir hatten selbst jahrelang einen Bobtail in Pflege.“ Sie wünscht sich aber von der Stadt, die Besitzer mehr in die Pflicht zu nehmen.

Gegen Hundekot auf Straßengrün bestehe meist keine Handhabe, sagt ein Mitarbeiter des Ordnungsamts Achim. Hundehalter seien zwar verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zu entfernen. „Das Problem ist aber: Wir müssen Ross und Reiter feststellen können.“ Wer eine Ordnungswidrigkeitenanzeige bei der Stadt stellen will, müsse Details nennen können – woran es meistens krankt. Die beiden Mitarbeiterinnen des Ordnungsamts könnten das nicht kontrollieren, da sie als Teilzeitkräfte bereits mit anderen Aufgaben ausgelastet seien. Auch die Höhe des Bußgeldes sei hier nicht festgelegt, weil die Stadt Achim dafür keine Gebührenverordnung habe.

Seit einigen Jahren stehen überall im Stadtgebiet Hundetoiletten. Die sollen Hundehalter zur Vernunft bringen. Es geht nicht nur um Einzelfälle: „Wo einer mal hingemacht hat, da schnuppern auch die anderen“, weiß Heiko Haase um den tierischen Nachahmungseffekt. 35 Hundetoiletten gibt es in ganz Achim, zehn davon in Baden. Wer unvorbereitet mit seinem Hund zum „Gassi“ gehen aufbricht, der findet dort Hundekotbeutel und einen Mülleimer zum Entsorgen. Laut Haase kostet das Aufstellen eines Hundeklos 1 000 Euro, plus 280 Euro jährlich für die Unterhaltung (Nachfüllen und Ausleeren), und erfordere einen politischen Beschluss. Zuletzt sei nach Anwohner-Beschwerden am Sportplatz ein Hundeklo installiert worden. „Dort hat es funktioniert“, sagt Haase. Das „Herrchen“, das mutmaßlich für die Verschmutzungen verantwortlich war, deponiere nun die Wurfgeschosse seines Hundes in dem Behältnis.

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