Klimaschutzagentur startet Solaroffensive im Landkreis / Eigentümer gefragt

„Brauchen jetzt die Energiewende“

Gaben im Kasch den Startschuss für die kreisweite Aktion: (von links) Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld, Professor Volker Quaschning, kleVer-Geschäftsführerin Janine Schmidt-Curreli, Thomas Beck (Smart Geomatics) und Barbara Mussack (KEAN).
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Gaben im Kasch den Startschuss für die kreisweite Aktion: (von links) Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld, Professor Volker Quaschning, kleVer-Geschäftsführerin Janine Schmidt-Curreli, Thomas Beck (Smart Geomatics) und Barbara Mussack (KEAN).

Achim – „Wir haben eine Gesundheitskrise, aber auch weiterhin eine Klimakrise. Wir brauchen jetzt die Energiewende“, betonte Janine Schmidt-Curreli, Geschäftsführerin der kleVer, das ist die Klimaschutz- und Energieagentur für den Landkreis Verden, beim Pressegespräch im Kasch in Achim. Dort fiel am Montag der Startschuss für die Solaroffensive „Dein Dach kann mehr!“

Informieren, beraten und Chancen aufzeigen – so lautet das Credo der Kampagne, die kostenlose Vorträge, Workshops, Fortbildungen und Vor-Ort-Beratungen umfasst. Das Herzstück der neuen Solaroffensive wurde auf der Auftaktveranstaltung von Schmidt-Curreli und dem Entwickler Thomas Beck von Smart Geomatics vorgestellt: ein Solardachkataster für den gesamten Landkreis.

Darüber erfahren Nutzer per einfachem Klick online, ob das eigene Hausdach grundsätzlich für die Nutzung von Solarenergie geeignet ist. Anhand weiterer Eingaben können die Wirtschaftlichkeit einer entsprechenden Anlage sowie die zu erwartenden CO2-Einsparungen errechnet werden.

Im Landkreis Verden eigneten sich von den mehr als 250 000 Dachflächen gut 150 000 für eine solare Nutzung, informierte Beck, Geschäftsführer der in Baden-Württemberg ansässigen Firma Smart Geomatics. Bisher gebe es in der Region allerdings erst etwa 2 353 Dächer mit Photovoltaik-Anlagen.

„Das Solarpotenzial im Landkreis wird damit nur zu vier Prozent ausgeschöpft“, resümierte Schmidt-Curreli und erklärte: „Mit unserer Beratungskampagne wollen wir Hauseigentümer, Unternehmen und Kommunen deshalb dabei unterstützen, sich die Kraft der Sonne zunutze zu machen.“

Dafür hat sich die kleVer mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) und der Verbraucherzentrale Niedersachsen weitere Experten ins Boot geholt. Gemeinsam bieten die Akteure 120 kostenfreie sogenannte Eignungs-Checks Solar für Hauseigentümer an. Bei einer solchen Vor-Ort-Beratung kommen unabhängige Energieberater der Verbraucherzentrale zu den Interessenten ins Haus und nehmen hier das Dach samt Gebäude in Augenschein. Im Anschluss geben sie den Eigentümern Empfehlungen zu weiteren Schritten und erläutern dann in einem schriftlichen Bericht die möglichen Maßnahmen und worauf zu achten ist.

Barbara Mussack, stellvertretende Geschäftsführerin der KEAN, legt Bürgern nahe, die Möglichkeiten, die die Solaroffensive bis zum 31. Oktober eröffnet, zu nutzen: „Sich mit Solarenergie zu beschäftigen, lohnt sich – nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes. Mit Photovoltaikzellen für die eigene Stromproduktion oder Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung kann man seine Heiz- und Stromkosten senken und sich ein Stück weit unabhängig vom Energiemarkt machen“, betont Mussack und: „Das Solar-Potenzial in Niedersachsen ist hoch, nahezu jedes Haus kann von Solarenergie profitieren.“

KEAN und kleVer, die bei dem Projekt von der Stiftung der Kreissparkasse Verden, der Volksbank Aller-Weser und der Kreishandwerkerschaft Niedersachsen unterstützt werden, bieten zudem hochwertige Solarberatungen für Unternehmen und kommunale Einrichtungen an, die für diese kostenfrei sind. „Die großen Dachflächen dieser Gebäude sind prädestiniert für die Nutzung von Solarenergie und damit wirtschaftlich besonders interessant“, betont Mussack.

Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, der zum Start der Kampagne im Kasch-Saal vor rund 50 angemeldeten Besuchern einen Vortrag zur neuen Energiewelt hielt, sagte: „Initiativen wie diese, die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, brauchen wir.“ Nur mit der Nutzung von Sonnen- und Windenergie in großem Ausmaß könne es gelingen, die Klimakrise zu meistern.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld freute sich „riesig, dass wir den Auftakt zur Solaroffensive in Achim haben“. Er hoffe auf einen nachhaltigen Effekt der Kampagne. „Ich wünsche mir, dass im kommenden Jahr nicht, wie jetzt, nur drei Prozent der Achimer eine Anlage auf dem Dach haben, sondern daraus eine zweistellige Zahl wird.“

Die Solarberatungen für Unternehmen und Kommunen sind buchbar unter Telefon 04231/6775225 oder E-Mail: j.schmidt-curreli@klever-klima.de. Ein Termin für den Solar-Check für Bürger kann unter Telefon 04231/6775225 oder E-Mail: machmit@klever-klima.de vereinbart werden.  mm

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