Kabarett im Kasch gibt es trotzdem

„Böseste Frau der Welt“ bleibt außen vor

Katie Freudenschuss setzt am 16. Dezember den Schlusspunkt in der diesjährigen Kabarett-Reihe im Kasch. - Foto: Marco Sensche

Achim - „Hazel Brugger hätte ich gerne“, bekennt Silke Thomas. Doch diesen Coup wird die Mitarbeiterin des Kulturhauses Alter Schützenhof, die neuerdings für das Kabarett im Kasch zuständig ist, wohl nicht landen können. Brugger, „die böseste Frau der Schweiz“, trete ausschließlich in Universitätsstädten und in Sälen mit mindestens 500 Plätzen auf, bedauert Thomas im Gespräch mit dieser Zeitung. Achim falle da leider durchs Raster.

Dafür kommen in den kommenden Monaten andere scharfzüngige Künstlerinnen und Künstler mit ihren speziellen Talenten in den Blauen Saal mit seinen 120 Plätzen oder in den mehr als doppelt so großen Saal darunter. Denn die bewährte Reihe „Statt ins Bett ins Kabarett“, die Andreas Hein-Köcher entwickelt und über Jahrzehnte organisiert hat, wird auch nach dessen Ruhestand im Kasch fortgesetzt.

2018 gibt es noch sechs Mal das gewohnte Kabarett am Sonntagabend, 19 Uhr. Dazu kommen zwei Auftritte der Lokalmatadoren „Die Schlitzohren“. „Das Programm für dieses Jahr wurde im Wesentlichen noch von Andreas Hein-Köcher entworfen“, informiert Thomas.

Bernd Gieseking, der als nächstes in der Kabarettreihe im Kasch gastiert, habe sie aber auch selbst schon auf der Kulturbörse in Freiburg im Breisgau gesehen. „Der ist gut“, sagt Thomas. Unter dem Titel „Finne dich selbst“ startet der Künstler einen „Roadtrip“ nach Finnland, der neuen Heimat seines Bruders. Aber was leben dort eigentlich für Menschen? Verschrobene, trinkfeste, sangestüchtige Einzelgänger? Gieseking wird dem Achimer Publikum am 9. September garantiert Antworten liefern.

„Mach dich frei“, fordert Alain Frei. Der gebürtige Eidgenosse beweise mit seinem Programm am 30. September im Kasch, „dass Schweizer alles andere als neutral sind“, teilt seine Agentur mit.

Satire-Start nach der Sommerpause: Bernd Gieseking gastiert am 9. September im Achimer Kulturhaus. - Foto: Thomas Rosenthal

„Knietief im Paradies“ steckt Nessi Tausendschön am 21. Oktober. Die Augen- und Ohrenzeugen tauchen in eine „wunderbare Welt aus Kabarett und Musik, Politik und Zeitgeist, Tanz und Theater“ ein.

„Heute kann jeder Depp aus seinem Badezimmer höhere Klickzahlen erreichen als der elegante Sprecher in seinem gebührenfinanzierten Nachrichtenstudio, weiß Arnulf Rating. Der bekannte Satiriker entführt am 4. November unter der Überschrift „Tornado“ in die Welt der Manipulation und nimmt das „Postfaktische“ aufs Korn.

Andrea Bongers, die als „virtuose Puppenspielerin“ und „talentiertes Prachtweib“ angekündigt wird, macht es ähnlich wie Frei und nennt ihr Programm schlicht und einfach „gebongt“. Am 25. November begleiten sie ihre „felligen Gesellen“ in die „Abgründe der prä- und postklimakterischen Welt“.

Den Kabarett-Kehraus 2018 macht Katie Freudenschuss. Unter dem etwas komplizierten Titel „Kompli-Katie's Diary“ serviert sie am 16. Dezember „moderne und intelligente Comedy“.

Zwischendurch, am Samstag, 27. Oktober, und Freitag, 2. November, jeweils um 19 Uhr, gibt es noch Kabarett, in dem Achimer Angelegenheiten durch den Kakao gezogen werden. „Die Schlitzohren“ sehen diesmal „extrem viele Themen, die sich ins Rampenlicht drängeln“.

Karten für die Veranstaltungen mit beträchtlichem Ironiefaktor gibt es im Kasch, Bergstraße 2, und auch beim Achimer Kreisblatt, Obernstraße 54. Fans der Kabarett-Reihe dürften sich längst ein Abonnement für die kommende Spielzeit gesichert haben. - mm

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