Bodenfliesen im Schwimmerbecken brüchig / Suche nach Ursache und Lösungen

Frischer Schaden – Hallenbad bleibt länger geschlossen

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Keramikfliesen sind an etlichen Stellen nach oben gedrückt.

Achim - Das Achimer Hallenbad, das nach umfangreicher, länger als geplant dauernder Sanierung am kommenden Montag wieder eröffnet werden sollte, bleibt noch etliche weitere Wochen oder sogar Monate geschlossen. Grund ist ein plötzlich aufgetretener großflächiger Schaden bei den 40 Jahre alten Bodenfliesen im Schwimmerbecken.

„Mittwoch früh haben Badbedienstete das Malheur entdeckt: Keramikfliesen sind an vielen Stellen im gerade frisch mit Wasser befüllten Becken hochgedrückt und brüchig“, informierte Steffen Zorn, Leiter der Gebäudeverwaltung bei der Stadt, gestern bei einem Pressegespräch vor Ort. „Da können wir niemanden schwimmen lassen“, betonte Bürgermeister Rainer Ditzfeld mit Blick auf die Schäden und bedauerte, dass die Sportstätte an der Bergstraße nun noch länger für Badegäste, Schulen und Kursteilnehmer nicht zur Verfügung stehen wird.

„Im Moment ist uns nicht klar, warum das passiert ist“, sagte Zorn. Die Fliesen stammten aus der Zeit der Baderöffnung Mitte der 70er Jahre, zählten also zur Erstausstattung, und seien damit in die Jahre gekommen. Doch als Ursache für die Verwerfungen am Beckenboden vermutet der Fachbereichsleiter eher, dass der Mörtelverbund zwischen dem Stahlbeton-Unterbau und den Fliesen nicht mehr die nötige Stabilität aufweise. „Denn die Temperaturschwankungen, die durch das mehr als 20 Grad warme Beckenwasser und der Wasseraufbereitungsanlage im Keller darunter entstehen, sind für dieses nicht optimale Material problematisch“, erläuterte Zorn.

Bis kommenden Mittwoch sollen die 1,2 Millionen Liter Wasser aus dem 385 Quadratmeter großen Becken rausgelassen werden. Ist das erledigt, wird nach Angaben von Zorn ein Sachverständigen-Büro aus Bremen seine Arbeit aufnehmen und der Ursache der Schäden auf den Grund gehen. „Da muss die Statik untersucht werden und anderes mehr.“

Und dann müsse, voraussichtlich auch unter Beteiligung der Ratsmitglieder, über die nötige Sanierungsmaßnahme gesprochen werden. Er sehe zwei Optionen, erklärte Zorn. Entweder werde „punktuell repariert“, „oder aber wir sanieren grundlegend, was natürlich viel länger dauert“.

Wie lange genau, vermöge zum jetzigen Zeitpunkt niemand zu sagen. Die für das Wochenende 10./11. Oktober im Achimer Bad geplanten Bezirksmeisterschaften im Schwimmen würden jedenfalls verlegt. Für den Schulsport im nassen Element suche die Verwaltung fieberhaft nach Ausweichmöglichkeiten.

Zudem stehen Stadt und Landkreis als Betreiber und Eigentümer des Hallenbads nach dem Einbau neuer Fensterfassaden und der Sanierung der Lüftungsanlage im Sommer für mehr als 600000 Euro nun weitere Kosten ins Haus. Auch das ist bei dem Schadensfall eine noch unbekannte Größe.

„Und für die Inhaber der Gaststätte und des Kiosks hier bricht durch die immer länger werdende Schließungsphase der Umsatz weg“, ergänzte Bürgermeister Ditzfeld. Fatma Tuncel, die zusammen mit ihrem Mann die Gastronomie betreibt, sprach auf Nachfrage von einer „existenzbedrohenden Situation“.

mm

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