Romanreihe führt in die Kolonialzeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts

Blick auf eine facettenreiche Familiensaga

Fast zwei Stunden lang lieferte die Daverdener Bestsellerautorin Petra Mattfeldt beste Unterhaltung mit Passagen aus ihren Romanen sowie Berichten über ihre Arbeitsweise oder ihren Weg zur gefragten Schriftstellerin. Foto: Schmidt

Achim - Von Ingo Schmidt. In den Hamburger Kaffee- und Kakaohandel und die deutsche Kolonialzeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts hat am Donnerstagabend eine Leseveranstaltung in der Stadtbibliothek geführt. Der Förderverein der Stadtbibliothek hatte die Bestsellerautorin Petra Mattfeldt alias Ellin Carsta eingeladen, die mit ihrer Buchpräsentation die aktuelle Herbstlesereihe eröffnete. Die Daverdenerin las aus den ersten drei Teilen ihrer Hansen-Saga, die das Leben einer Hamburger Kaufmannsfamilie vor historischem Hintergrund nachzeichnet. Nach „Die ferne Hoffnung“ und „Eine neue Zeit“ sowie „Das bedrohte Glück“ geht sie mit dem Titel „Der zerbrechliche Traum“ in die vierte Runde ihrer Familiensaga.

„Eigentlich war die Geschichte als Trilogie angelegt“, erklärte die 47-Jährige ihren rund 30 Gästen. „Aber bald war klar, dass das Thema nach drei Bänden noch nicht beendet sein würde.“ Inzwischen seien deshalb sogar schon die Teile sechs und sieben in Arbeit, verriet die dreifache Mutter.

Ihre Erzählung beginnt mit dem Ende des Familienoberhauptes, Großvater Peter Hansen, der im Arbeitszimmer seiner Villa Selbstmord begeht. Der Kaufmann kam mit Kaffeehandel zu Wohlstand, aber nach mehreren Jahrzehnten am Markt liefen die Geschäfte schlecht und das Ansehen war getrübt. Seine Nachkommen, die drei Söhne Georg, Robert und Karl mit ihren jeweiligen Familien, sehen danach im Kakaohandel eine lukrative Alternative – als sich die Möglichkeit ergibt, übernehmen Robert sowie Tochter und Hauptperson Luise die Plantage eines Deutschen in Kamerun.

Dank akribisch recherchierter Ereignisse erfahren Leser viel über die damalige Zeit: Briefkorrespondenzen erzählen von Epidemien und politischen Veränderungen. Im dargestellten gesellschaftlichen und historischen Wandel sieht Petra Mattfeldt einen persönlichen Reiz. So interessiere sie, was die Akteure wissen konnten und was nicht. Mit den Informationen und Überlieferungen, die uns heute zur Verfügung stehen, hätten wir einen ganz anderen Blick auf die Dinge und Vorgänge zu jener Zeit. Viele Informationen seien damals vorsätzlich zurückgehalten oder gefiltert worden, und das sei heute nicht unbedingt anders.

Zwischen den Lesepassagen erfuhren die Zuhörer viel über die Autorin und ihre Arbeitsweise: Die Besonderheit in ihren Romanen liege in der Entwicklung und Authentizität der einzelnen Charaktere, die sehr lebendig wirken und manches Mal überraschende Wendungen ertragen müssen. Der Grund ist ganz einfach: „Vieles erfahre ich erst beim Schreiben“, resümierte die Autorin, „die Figuren wissen selbst, wie sie sich entwickeln werden.“

Ein geplantes Ende könne deshalb plötzlich vollkommen falsch erscheinen. „Auch sterben meine Hauptpersonen öfter mal, und meistens sind es die Guten“, erklärte die Schriftstellerin. Das sei nun einmal so, hätte ihr aber auch so manchen unzufriedenen Kommentar ihrer Leser eingebracht, ergänzte die Autorin mit einem Schmunzeln.

Petra Mattfeldt verzichtete auf eine Gage zugunsten des Fördervereins, und auch ihr Verlag stellte kostenlos eine Auswahl ihrer Romane zur Verfügung, die Besucher der Lesung gegen eine Spende entgegennehmen konnten. Auch diese Gelder flossen in die Kasse des Fördervereins der Stadtbibliothek.

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