Erschließung des Baugebiets auf dem Ex-Reitplatz: Anwohner schreibt Brief an Stadt

Bleiben tatsächlich alle Bäume der Allee stehen?

Haarscharf führt die Zufahrtstrasse für das neue Wohngebiet am Baum vorne rechts vorbei, während auf der linken Seite noch eine Menge Spielraum zur Platane ist.
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Haarscharf führt die Zufahrtstrasse für das neue Wohngebiet am Baum vorne rechts vorbei, während auf der linken Seite noch eine Menge Spielraum zur Platane ist.
  • Michael Mix
    vonMichael Mix
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Achim – „Unser Ziel ist es, alle Bäume zu erhalten!“ Mit diesem Zitat des Achimer Baumschutzbeauftragten Daniel von Salzen aus einem Artikel des Achimer Kreisblatts vom 12. Mai eröffnet Manfred Harms einen Offenen Brief an Bürgermeister Rainer Ditzfeld, die Ratsmitglieder der Stadt, Steffen Zorn, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung der Verwaltung, von Salzen, Investor Weidenhöfer sowie die örtliche Presse. Harms ist Anwohner des Uesener Mühlenwegs und will erreichen, dass die Platanenallee mit allen 14 Bäumen auf dem Parkplatz an der Windmühle trotz der Wohnhausbebauung des Reitplatzes erhalten bleibt.

Doch der Achimer bezweifelt, dass alle Beteiligten tatsächlich dieses Ziel verfolgen. Und ob am Ende nicht doch Axt und Säge kreisen werden.

Für zwei Bäume, die nahe der künftigen Zufahrt zum neuen Wohngebiet stehen, hänge der Fortbestand von Probegrabungen im Wurzelbereich ab, hat die Stadt Harms zufolge angekündigt. Von Salzen habe bei einem Ortstermin am 16. Juni ihm gegenüber versichert, dass die Kanalbauarbeiten die Platanen nicht gefährden würden. Schutzmaßnahmen seien mit der Baufirma besprochen und die Stämme durch Latten abgeschirmt worden.

„Für den geneigten Betrachter scheint damit der Erhalt der beiden Bäume eine positive Wendung zu nehmen. Hält die Stadt doch Wort?“, schreibt Harms, um sogleich Zweifel an der Glaubwürdigkeit anzumelden. „Die an der Straße stehende Platane wird – Vorschriften zum Trotz – teilweise untergraben, Wurzelwerk hängt ebenso in der Luft wie die besprochene Abdeckung des Wurzelwerkes.“ Stellten die Probegrabungen etwa nur eine Farce dar, um den Baubeginn nicht zu verzögern?, fragt Harms.

Und noch etwas spreche dafür: Der obere Erdboden werde genau innerhalb der Markierungen für den geplanten Straßenverlauf abgetragen – die Platane stehe innerhalb dieser Markierungen. „Ein Schelm, der Böses dabei denkt.“

Für ihn sei damit klar, dass die Baumaßnahme wie geplant durchgezogen werden solle. Schließlich könnten die Bäume laut Ratsbeschluss ja gefällt werden – „aber leider erst ab Oktober. Also wahrt man zwischenzeitlich den Anschein des Erhaltes.“

Auf die Situation angesprochen, hätten sich der Investor und sein Architekt in einem Gespräch vor Ort offen für eine Verschiebung der Straßenführung zwischen zwei Platanen gezeigt, sofern dies im Kosten- und Zeitrahmen bleibe. „Also wenn sich alle angeblich einig sind – warum korrigiert man die Planung nicht gemeinsam; noch ist es nicht zu spät“, merkt Manfred Harms an. „Aber warum plant man Straße und Versorgungstrasse nicht gleich ökologisch sinnvoll?“  mm

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