Nach fast 40-jähriger Tätigkeit

Dr. Lothar Goldblüth wechselt in den Ruhestand „Bin immer gerne in meine Praxis gegangen“

Nach fast 40-jähriger Tätigkeit schließt der Internist und Gastroenterologe Dr. Lothar Goldblüht seine Achimer Praxis in der Vikarienstraße.  
Foto: schmidt
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Nach fast 40-jähriger Tätigkeit schließt der Internist und Gastroenterologe Dr. Lothar Goldblüht seine Achimer Praxis in der Vikarienstraße.

Achim – Am 30. Juni endet eine Ära in Achim: Nach rund 40 Jahren schließt Dr. Lothar Goldblüth seine hausärztliche und gastroenterologische Praxis in der Vikarienstraße 1. „Je näher die Entscheidung rückte, umso weiter habe ich sie von mir weggeschoben“, sagt der 71-Jährige, „aber nun ist endgültig Schluss.“

Der Internist befindet sich seit 2013 offiziell im Ruhestand, aber Abschiednehmen fiel ihm schwer, so dass er seine Praxis bis heute betrieben hat. Er habe immer leidenschaftlich praktiziert und seine Patienten, wie auch er selbst, hätten sich dabei stets sehr wohl gefühlt. Aus diesem Grunde sei er vor sieben Jahren froh darüber gewesen, dass er mit Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ohne Einschränkungen weiterarbeiten durfte. Zuletzt habe ihn aber gestört, dass er bei Fortbildungen oder Kongressen immer der Älteste gewesen sei.

Geboren und aufgewachsen ist Lothar Goldblüth in Hannover. Er studierte Medizin in Göttingen und begann dort an der Universitätsmedizin eine Facharztausbildung zum Gastroenterologen. Weitere Expertise erwarb der Mediziner in den Krankenhäusern Cuxhaven und Bremen. Von dort führte ihn seine Arbeit ins Achimer Krankenhaus, wo er von 1979 an zwei Jahre als Oberarzt tätig war. „Die Gastroenterologie war damals ein ganz neues Arbeitsfeld“, erinnert sich der Facharzt. „Das war damals eine große Sache, dass eine Magen- und Darmspiegelung auch in Achim m��glich war.“

Niedergelassen hat er sich schließlich 1981 in der Vikarienstraße – mit einer Besonderheit: Neben der allgemeinmedizinischen Versorgung konnte er auch die Gastroenterologie weiterhin durchführen. „Es gab damals einen Mangel an diesem fachärztlichen Angebot“, erläutert Goldblüth seine Sonderstellung, deshalb habe ihm die KV beides zugesprochen. „Dieses Privileg ist mir bis heute erhalten geblieben“, freut sich der getrenntlebende Ehegatte und Vater zweier erwachsener Kinder, „und wahrscheinlich bin ich der Einzige, denn die KV sieht da eigentlich eine strikte Trennung vor.“

Für ihn war dieser Umstand ein großes Glück, denn Husten und Schnupfen habe er genauso gerne behandelt wie etwa Darmpolypen. Seine Fachkompetenz war indessen über die Stadtgrenzen hinaus bekannt: Gerhard Schröder ging als Ministerpräsident, und später als Bundeskanzler, in der Praxis ein und aus. „Der war regelmäßig zu Gast“, erinnert sich Goldlüth. „Mit schwarzen Limousinen ist der vorgefahren und während der Untersuchung bewachte Sicherheitspersonal die Praxistür.“

Er habe seinen Traumberuf gefunden und in Achim seinen Lebensmittelpunkt. Hier habe er anderen Menschen helfen können und dabei ganze Biografien begleitet, von der Kindheit bis zum Berufseinstieg und Familiengründung, und darin sehe er seine ganz persönliche Erfolgsgeschichte in Achim.

Großer Dank gelte seinen fürsorglichen Medizinischen Fachangestellten (MFA) Ingrid Ehrke und Sylvia Reiners. Frau Ehrke war von Beginn an und durchgehend in der Praxis tätig. Ebenso, aber etwas später, auch Frau Reiners.

„Ich bin immer gern in meine Praxis gegangen“, resümiert Lothar Goldblüth und blickt mit etwas Wehmut in die Zukunft. „Mal sehen, wie ich damit umgehen kann“, sagt der sportbegeisterte Großvater. Lesen und Besuche seiner Kinder in London und Tel Aviv werden wohl in Zukunft häufiger auf der Agenda stehen. Immer noch spielt er leidenschaftlich gerne Fußball bei der SG Achim und Tennis bei der TG Uesen. Außerdem ist der Uesener seit 15 Jahren Vorsitzender der Prüfungskommission für MFA der niedersächsischen Ärztekammer, Bezirksstelle Verden. „Das mache ich auf jeden Fall weiter“, verspricht Goldblüth.

Von Ingo Schmidt

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