Am Bierdener Ellisee / Landkreis weitet Beweidungsprojekt in Naturschutzgebieten aus

400 Schnucken und 50 Ziegen legen los

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Schäfer Jörk Hehmsoth hält mit seiner gemischten Herde aus Schnucken und Ziegen Moor- und Heideflächen im Landkreis Verden von nachwachsendem Gebüsch und Gehölz frei.

Einsatzgebiet für rund 400 Heidschnucken und 50 Ziegen des Langwedeler Schäfers Jörk Hehmsoth ist zur Zeit das landschaftsgeschützte Sandtrockenrasengebiet im Bereich des Bierdener Ellisees.

Auch hier sorgt die gemischte Herde dafür, dass das Gelände von störendem Buschaufwuchs befreit wird. Schon seit mittlerweile acht Jahren sind Hehmsoths Tiere auf diese Weise im Naturschutzgebiet Verdener Moor aktiv.

Diese Beweidungsform zeigte laut Kreis-Naturschutzbehörde dort so gute Ergebnisse, dass das Projekt jetzt mit finanzieller Unterstützung des Landes auch auf zahlreiche andere unter Schutz gestellte Moor- und Heideflächen im Kreis Verden ausdehnt werde.

„Wir haben zahlreiche verstreut liegende Moor- und Heidegebiete, die wegen ihrer seltenen Tier- und Pflanzenarten als Naturschutzgebiete oder besonders geschützte Biotope ausgewiesen sind“, erläutert Diplom-Biologin Antje Mahnke-Ritoff von der Naturschutzbehörde in Verden.

Leider hätten Eingriffe des Menschen diese Gebiete oft sehr verändert, so dass sie ihren ursprünglichen Charakter weitestgehend verloren. Auf einst entwässerten Moorflächen zum Beispiel herrsche jetzt Wassermangel.

Die Folgen, so Mahnke-Ritoff, seien eine Verbuschung und die Verdrängung der dort typischen Pflanzen- und Tierarten wie Wollgras, Moosbeere, Torfmoos, Glockenheide. Moorfrosch sowie verschiedener Libellenarten. Auch Heideflächen wüchsen ohne Nutzung immer weiter zu „und würden ohne entsprechende Pflege aus unserer Landschaft verschwinden“.

Seit 2008 weidet im Auftrag der Naturschutzbehörde die Hehmsoth-Herde Moor- und Heideflächen ab. Antje Mahnke-Ritoff überzeugte den Schäfer, zu den Schnucken einige Burenziegenmischlinge anzuschaffen. „Es zeigte sich schnell, wie effizient die Methode ist, um stark verbuschte Bereiche wieder zu öffnen und bei regelmäßiger Beweidung dauerhaft offen zu halten“, freut sich die Biologin.

Die Ziegen sind im Gegensatz zu den Schnucken in der Lage, in die Gehölze zu klettern, diese zu entrinden und dadurch nachhaltig zu reduzieren.

Zugleich verjüngt die Herde die alte Heide und dezimiert das Pfeifengras. In den von den Tieren verursachten kleineren „Trittschäden“ können wiederum Heidesamen auskeimen.

„Unsere Erfahrungen zeigen zudem, dass vorhandene moortypische Vegetation durch diese Beweidung nicht geschädigt wird“, betont Mahnke-Ritoff.

Zur Zeit des Beweidens sind Hundehalter aufgefordert, zum Schutz der Herde ihre Vierbeiner angeleint zu lassen. Bis in den Winter hinein werden weitere Gebiete wie das Ottersberger und Quelkhorner Moor, die Hügelgräberheide Kirchlinteln, die Waller Flachteiche, Bereiche der Auequelle bei Holtum sowie das Gänsemoor bei Hülsen „bearbeitet“.

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