Jubiläumsfest am Samstag

Kooperative Kindertagesstätte der Lebenshilfe Bierden besteht seit 25 Jahre

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Singen werden die Kinder auch dieses Jahr beim Sommerfest der Kita Bierden – hier eine Aufnahme von 2017. Zum 25-jährigen Jubiläum sind aber noch viele weitere Aktionen geplant.

Bierden - „Wohin läuft die Zeit?“ – diese Frage kann man sich nach 25 Jahren schon mal stellen. Die Lebenshilfe-Kita Bierden an der Bremer Straße 118 hat das Thema mit den Kindern in den einzelnen Gruppen, gestaffelt nach Alter und Entwicklungsstand, bearbeitet. Die Ergebnisse der Projekte werden beim Jubiläums-Sommerfest am morgigen Samstag, 16. Juni, ab 14.30 Uhr präsentiert.

Zum Auftakt werden die Kinder das Jubiläumslied und einen Tanz aufführen und die Kindergartenband spielt Flötenblues. Als Mitmach-Aktionen gibt es alte Spiele zu entdecken, man kann Sanduhren basteln, Papier schöpfen, beim „Früher-Heute-Memory“ mitspielen, Geburtstagskronen und Sanduhren basteln oder sich verkleiden wie vor 25 Jahren. Eine Tombola, Kuchen und Deftiges vom Grill ergänzen das Angebot.

Insgesamt verfügt die Kita über acht Gruppen. Im Altbau an der Bremer Straße sind fünf Gruppen mit insgesamt 70 Kindern untergebracht. Am Steinweg – dort sind 41 Kindergarten- und 40 Hortplätze – befindet sich die integrative Krippe, der integrative Regelkindergarten, eine heilpädagogische Gruppe und der Hort Bierden. „Der Bedarf steigt durch die Neubaugebiete, zum Beispiel an der Bierdener Kämpe“, sagt Edith Rehling, Leiterin der Lebenshilfe-Kita Bierden.

Wenn ein Vierteljahrhundert ins Land geht, verändert sich einiges. Für die kooperative Lebenshilfe-Kita Bierden zählten die Modernisierung des Außengeländes 2003, die Container für die „Brückenkinder“ auf dem Schulhof der Grundschule Bierden 2008 sowie im Jahr 2016 die Eröffnung der Außenstelle am Steinweg 39 a zu den einschneidendsten Ereignissen.

Die frühere Polizeiwache an der Bremer Straße beherbergt seit 25 Jahren die Kita.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens wurden die Waschräume erneuert und die Emporen in den Gruppenräumen herausgenommen. Zudem erfuhr das großzügige Außengelände eine Modernisierung, die mithilfe eines Landschaftgärtners geplant und mit ehrenamtlicher Arbeit der Eltern umgesetzt wurde. Auf dem Gelände mit altem Baumbestand wurde ein „Vier-Sinnen-Garten“ mit Wasserlauf, Kletterwand und Feuerstelle geschaffen.

Neue Arbeitswelten verändern Betreuungsbedarf

Besonders der Betreuungsbedarf habe sich in den vergangenen 25 Jahren gewandelt, eine Folge der veränderten Arbeitswelten der Eltern, weiß Heilpädagogin Gisela Hinrichs, eine Mitarbeiterin der „ersten Stunde“. „Früher wurden die Regelkinder um 12 Uhr abgeholt, die Förderkinder blieben etwas länger.“ Mittlerweile hielten sich 90 Prozent der Kinder bis nachmittags in der Einrichtung auf. Die verlängerte Nachmittagsgruppe (bis 16 Uhr) besteht schon seit einiger Zeit, und im Herbst startet die Kita ihre erste Nachmittags-Krippengruppe.

Zudem seien die Anforderungen an die fachliche Kompetenz und Dokumentation gestiegen, findet Hinrichs. „Früher haben wir handschriftlich Entwicklungsberichte verfasst. Heute ist alles digital, wir erstellen Förderpläne und kümmern uns um das Qualitätsmanagement.“ Andererseits hilft die Technik auch: Die Kita nutzt unter anderem Tablets und Sprachcomputer für unterstützte Kommunikation.

Neue Personalsituation

Auch die Personalsituation ist heute eine andere: Abiturienten im Bundesfreiwilligendienst oder Freiwilligen Sozialen Jahr haben die einstigen Zivildienstleistenden ersetzt. Gleichwohl sei die Verbundenheit bei denjenigen, die ein Freiwilligenjahr bei der Lebenshilfe absolviert haben, oft groß: „Viele kommen wieder, um ihre Ausbildung bei uns zu machen“, sagt Rehling. Der Mitnahme-Effekt freut die Einrichtungsleiterin, denn „den Fachkräftemangel spüren wir auch“.

Jacqueline Buchholz arbeitet seit 2011 an der Bremer Straße 118 als Erzieherin. Sie schrieb 2010 ihre Bachelor-Arbeit über ein Kunstprojekt an der Bierdener Kita – und blieb. Überzeugt hat sie nicht zuletzt das pädagogische Konzept der Lebenshilfe. Eine Kooperation, die darauf basiert, dass jeder von jedem lernt: „Auch die Regelkinder erwerben sozial-emotionale Kompetenzen wie Rücksichtnahme und Toleranz und stellen fest, dass Vielfalt normal ist“, betont Rehling. 

ldu

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