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Verdener Kreisbaugesellschaft feiert 100. Geburtstag: „Bezahlbares Wohnen weiter wichtig“:

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Von: Dieter Sperling

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Drei Männer, zwei von ihnen schütteln sich die Hände.
Olaf Heitkamp (re.), Geschäftsführer der Kreisbaugesellschaft, begrüßt Landesminister Olaf Lies (Mitte) zur Jubiläums-Feierstunde. Auch Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Peter Bohlmann freut sich über 100 Jahre erfolgreiches und sozialverträgliches Wirken. © sperling

Hoher Besuch war am Donnerstag im Hotel/Restaurant Haberkamp in Uphusen zu Gast. Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, ließ es sich nicht nehmen, bei der Feierstunde zum 100-jährigen Bestehen der Kreisbaugesellschaft Verden dabei zu sein.

Achim/Landkreis –Die Kreisbaugesellschaft verfügt im Landkreis derzeit über knapp 1500 Wohnungen, der Großteil davon in Verden, aber auch in Achim und den anderen Gemeinden des Kreises, – und ist damit ein wesentlicher Akteur auf dem Wohnungs- und Mietmarkt. Hauptgesellschafter mit 59 Prozent ist der Landkreis, die restlichen Anteile halten in unterschiedlichen Größenordnungen die Kommunen, wobei die Samtgemeinde Thedinghausen nach dem Verkauf ihrer Anteile in Blender und Intschede nicht mehr mit von der Partie ist. Insgesamt sind im Laufe der Zeit rund 3000 Wohnungen und Einfamilienhäuser unter der Regie der Kreisbaugesellschaft entstanden, wovon ein Teil an berechtigte Klientel als Privaterwerb veräußert wurde.

Sorge vor höheren Kosten

Kreisbau-Geschäftsführer Olaf Heitkamp machte in seiner Begrüßungsrede deutlich, dass Wohnungsbau und Vermietung seit jeher eine Kernaufgabe der Gesellschaft gewesen sei und man auch weiterhin noch gefordert sei. Heitkamp befürchtete in diesem Zusammenhang, dass gestrichene Förderprogramme, auch mit Blick auf energetische Bauweise und Sanierung, höhere Kosten bei kommenden Bauvorhaben verursachen könnten.

Er machte keinen Hehl daraus, dass die Kosten dann, den allgemein fairen und verlässlichen Preisen zum Trotz, auf die Miete umgesetzt werden müssten. Unstrittig sei, dass weitere bezahlbare Einheiten benötigt werden – sei es nun durch den Trend zu kleineren Wohnungen oder auch durch die neuen Herausforderungen durch Geflüchtete.

Auch der Ukraine-Krieg spielt eine Rolle

Olaf Lies blickte zunächst auf den Anfang zurück: „Es gehörte in den schwierigen Zeiten der Weimarer Republik viel Mut dazu, eine solche Wohnungsbaugesellschaft zu gründen.“ Der Minister hob hervor, dass es nicht selbstverständlich sei, dass diese sozial ausgerichtete Einrichtung auch 100 Jahre später noch existiert. Lies: „Wir brauchen eine starke Wohnungswirtschaft mit Blick auf bezahlbaren Wohnraum. Und das ist eine langfristige Aufgabe. Kommunale Unternehmen mit einer sozialen Verantwortung spielen dabei eine bedeutsame Rolle, denn der Markt alleine löst das Problem nicht. Wohnraum darf nicht zum reinen Spekulationsobjekt verkommen.“

Lies riss auch die aktuellen Hindernisse auf dem Weg zur Realisierung von Bauvorhaben an, nämlich hohe Materialkosten, fehlende Handwerker, Baulandmangel und mit Blick auf das spätere Wohnen vor allem die explodierenden Energiepreise. Auch der Ukraine-Krieg wurde in die Betrachtung mit einbezogen. „Wenn wir morgen kein Gas mehr haben, gibt es im nächsten Winter keine warmen Wohnungen und das System bricht zusammen.“

Landrat Peter Bohlmann, gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrates, meinte: „Dank der Kreisbau ist der Landkreis Verden auf dem Wohnungsmarkt kein zahnloser Tiger“. Bohlmann verwies auf die steigenden Einwohnerzahlen und damit den erhöhten Bedarf an Wohnraum. Das gleiche Problem, nämlich große Wohnungsnot im damaligen Landkreis Achim, zu dem seinerzeit noch Arbergen, Mahndorf und Hemelingen gehörten, habe vor 100 Jahren zu der Gründung der Gesellschaft geführt. In der aktuellen Situation sei auch eine Innenraumverdichtung der Orte nötig, also der Abriss und Bau neuer Wohnungen.

Ein Video-Grußwort von Dr. Susanne Schmitt, Leiterin des Verbandes der Wohnungswirtschaft Niedersachsen, rundete die Feierstunde im Beisein der Bürgermeister der an der Kreisbaugesellschaft beteiligten Gemeinden, MdL Dr. Dörte Liebetruth, den Aufsichtsratsmitgliedern sowie einigen Mitarbeitern ab.

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