Bezahlbarer Wohnraum für Achim soll her

Stadt treibt Lückenbebauung voran

Auf dem Lieken-Gelände werden in den kommenden Monaten die Baustraßen und Kanalisation geschaffen.
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Auf dem Lieken-Gelände werden in den kommenden Monaten die Baustraßen und Kanalisation geschaffen.

Auf dem Lieken-Gelände sollen in den kommenden Jahren bis zu 170 bezahlbare Wohnungen entstehen. Außerdem will die Stadt Achim die Mobilitätswende einleiten.

Achim – „Wir müssen dringend bezahlbaren Wohnraum schaffen“, leitet Steffen Zorn, Leiter des Fachbereichs für Bauen und Stadtentwicklung, seinen Ausblick auf das kommende Jahr beim Pressegespräch im Rathaus ein. Vor allem im Innenbereich, also auf Brachen oder großen Gartenflächen, sollen weitere Häuser entstehen. „Wir wollen und können nicht mehr nach außen wachsen“, merkt Zorn an. Beim Bauen in Lücken gebe es allerdings oft Konflikte, etwa mit Anwohnern oder im Hinblick auf Baumschutz, räumt er ein.

Zorns Fachbereich hat in den kommenden Monaten alle Hände voll zu tun. 2021 sollen nach seinen Angaben nicht weniger als 15 Bauleitplanverfahren „mit den Schwerpunkten Wohnraumversorgung, Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und Optimierung / Ergänzung der Verkehrsinfrastruktur begonnen beziehungsweise fortgesetzt werden“.

Manche Vorhaben ziehen sich in die Länge. So wurde der Stadtverwaltung zufolge an der Buesstraße vor Jahren ein „Bauleitplanverfahren mit der Zielsetzung einer innenliegenden Erschließung eines Wohnquartiers aus verkehrlichen Gründen abgelehnt“. Über eine sogenannte Einbeziehungssatzung sei dort nun Geschosswohnungsbau angedacht. Seit Februar 2018 liefen dazu Investorengespräche, beim vorgelegten Konzept bestehe noch Überarbeitungsbedarf. „Ein städtebaulicher Vertrag über preisgebundenen Wohnraum ist erforderlich.“

Bis die ersten Mieter einziehen, wird es noch einige Jahre dauern

Einfacher und schneller könnte es an der Ecke Rieckenbergstraße / Bergstraße gehen. Dort soll 2021 ein Bebauungsplan aufgestellt werden, um auf den Flächen der Kreis-Wohnungsbaugesellschaft zusätzliche Behausungen hochzuziehen.

Bis die ersten Mieter auf dem Lieken-Gelände einziehen, wird es noch einige Jahre dauern. Aber dort und auf angrenzenden Flächen der „nördlichen Innenstadt“, wie das Gebiet in der Verwaltung heißt, soll mit 150 bis 170 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern der Löwenanteil in Sachen erschwingliches Dach über dem Kopf verwirklicht werden.

Bereits in diesem Jahr sei auf der ehemaligen Fabrikbrache am Bahnhof damit begonnen worden, Fernwärme- und andere Versorgungsleitungen sowie Kanalisation in die Erde zu bringen, informiert Zorn. „Im ersten Quartal 2021 sollen dort auch die Baustraßen vollendet sein.“ Anschließend wolle Investor W&S direkt an der Gaswerkstraße Büro- und Geschäftshäuser samt Tiefgarage errichten. Steht dieser vor dem Bahnlärm abschirmende Schutzriegel, sollen im rückwärtigen Bereich eine Menge preisgünstige Unterkünfte in die Höhe wachsen. Auch die Bremische Volksbank will sich als Investor im Geschosswohnungsbau engagieren. „Dazu sollen die Planungen für die eigenen Bauprojekte der Stadt Achim, nämlich die Mobilitätsstation und der Kindergarten für das neue Wohnviertel, vorangetrieben werden“, teilt Zorn mit. Zum Sanierungsgebiet zählt auch das ehemalige Postgrundstück. Auch auf dieser anderen Seite des Bahnhofs, die nahezu an die Fußgängerzone angrenzt, soll Achim schon bald ein deutlich „urbaneres Gesicht“ erhalten.

Zieht die Sparkasse an den Gieschen-Kreisel?

Immer noch offen ist die Standortfrage der Sparkasse. Zieht das Geldinstitut in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft des Kreises in naher Zukunft in einen Neubau am Gieschen-Kreisel? Erst nach Klärung dieser Frage wäre es für die Stadt oder Investoren laut dem Fachbereichsleiter überhaupt erst möglich, Umbaumaßnahmen am bisherigen Sitz der Sparkasse planerisch in Angriff zu nehmen, um die Marktpassage zu erweitern.

Im Laufe des ersten Halbjahres 2021 soll der Ausbau der Landesstraße 156 für die Anbindung des Amazon-Logistikzentrums abgeschlossen werden. Danach wollen die Stadt und die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Ueser Kreuzung durch breitere und längere Abbiegespuren leistungsfähiger machen.

Allein ein autogerechtes Achim zu realisieren, ist jedoch nicht das Ziel der Planer im Rathaus. „Wir wollen die Mobilitätswende angehen“, sagt Zorn. Dafür seien vor Ort gute Angebote von Bus und Bahn, aber auch für Nutzer des Drahtesels notwendig.

„Immer mehr Unternehmen machen sich Gedanken, wie die Mitarbeiter ohne Auto zum Betrieb gelangen können“, berichtet der städtische Wirtschaftsförderer Martin Balkausky beim Pressegespräch. Eine Idee sei, Leihfahrräder über eine Mobilitätsapp an den Bahnhöfen Achim und Baden zur Verfügung zu stellen.

Ein Kernstück beim angestrebten umweltfreundlicheren Verkehr ist der geplante Radschnellweg von Bremen über Achim nach Verden. Zehn Kilometer der asphaltierten Strecke, vier Meter breit und rund um die Uhr beleuchtet, sollen über Achimer Gebiet führen, vornehmlich entlang der Bahngleise. Denn dort gibt es schon einen Weg, aber nicht überall; mitunter „verbauen“ Privatgrundstücke die von der Stadt priorisierte Route. Für das zum Großteil vom Bund geförderte Zehn-Millionen-Euro-Projekt muss sich sein Fachbereich noch erheblich ins Zeug legen, weiß Zorn. „2021 wollen wir die Trassenführung für den Radschnellweg klären.“

Von Michael Mix

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