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Bewerbung für EU-Programm: Ideen für Mobilität, Kultur und Bildung besprochen

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Auf dieser Brache am Nordhornsberg, auf der früher die einstige Gärtnerei Asendorf Blumen anbaute, will die Stadt Achim mithilfe des Leader-Programms Fotovoltaikanlagen errichten, um damit, ergänzend zu den Windrädern in der Nähe, weitere erneuerbare Energie gewinnen zu können. Anders als im Umweltausschuss des Rats vor Kurzem gesagt wurde, handele es sich bei der Fläche nicht um seinen Acker, stellt Ratsherr und Landwirt Johann Meyer richtig.	Foto: Mix
Auf dieser Brache am Nordhornsberg, auf der früher die einstige Gärtnerei Asendorf Blumen anbaute, will die Stadt Achim mithilfe des Leader-Programms Fotovoltaikanlagen errichten, um damit, ergänzend zu den Windrädern in der Nähe, weitere erneuerbare Energie gewinnen zu können. Anders als im Umweltausschuss des Rats vor Kurzem gesagt wurde, handele es sich bei der Fläche nicht um seinen Acker, stellt Ratsherr und Landwirt Johann Meyer richtig. © Mix

Achim – Was macht ein aussichtsreiches Projekt aus? Es nützt der Umwelt und dem Klima, stärkt die Wirtschaftskraft und vor allem bringt es den Menschen vor Ort etwas. Diese und weitere Ideen haben kürzlich etwa 70 Teilnehmer einer Videoschalte zum Regionalen Entwicklungskonzept (REK) für die Stadt Achim, den Flecken Langwedel, die Gemeinde Oyten, die Samtgemeinde Thedinghausen und die Stadt Verden zusammengetragen.

Die fünf Kommunen bewerben sich gemeinsam für das Leader-Programm, um EU-Fördermittel für die Entwicklung der genannten Region – ausgenommen sind die beiden Innenstädte in Achim und Verden – zu bekommen.

„Das insgesamt hohe Interesse und die vielen Ideen für die Region zeigen, dass der Ansatz einer gemeinsamen Region richtig ist“, teilen Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld und die Verwaltungschefs der weiteren vier Städte und Gemeinden mit.

Nach der für alle Interessierten offenen Auftaktveranstaltung Mitte Februar fand die vertiefende Fachgruppenarbeit zu den vorgebrachten Themen statt. Ebenso hatte zwischenzeitlich eine Online-Umfrage für die Bevölkerung stattgefunden, mit deren Hilfe die in der Region lebenden Menschen die Themen vorbringen oder erweitern konnten, die ihnen für die Entwicklung ihres Lebensumfeldes wichtig sind.

Zum Aufwärmen klärten die Teilnehmenden zunächst, woran ein gutes und erfolgversprechendes Projekt zu erkennen ist. Es müsse demnach eine Wirkung auf die Region entfalten, nachhaltig sein, die Kommunen vernetzen und die Wirtschaftskraft der Region stärken. Darüber hinaus müsse es von Nutzen für Umwelt, Natur und Klima sein und vor allem für die Menschen einen Mehrwert bieten. Diese sollen letztlich auch eingebunden werden. Eine frühe und offene Bürgerbeteiligung wurde von den Konferenzteilnehmern gewünscht.

Neben der Innovation eines Projektes soll es vor allem finanzierbar und schnell umsetzbar sein. Für die Kleingruppenarbeit wurden die Handlungsfelder wie attraktive und lebenswerte Ortskerne oder der Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sowie Oberthemen aus der Auftaktveranstaltung vorgestellt.

Zu den insgesamt sieben Handlungsfeldern haben die Teilnehmenden dann in Arbeitsgruppen diskutiert und daraus Entwicklungsziele und Projektideen entwickelt. Eine Arbeitsgruppe hat sich mit dem Handlungsfeld „Gleichwertige Lebensverhältnisse und Grundversorgung“ beschäftigt und dabei die Bereiche Mobilität, Kultur, Bildung, Nahversorgung und Gesundheit näher unter die Lupe genommen.

Mit dem Handlungsfeld „Attraktive und lebendige Ortskerne“ hat sich die zweite Arbeitsgruppe befasst und sich unter anderem für mehr Blühflächen, für Co-Working-Gelegenheiten, Dorfkümmerer und Dorfbüros, generationenübergreifende Lebenswelten oder Treffpunkte ausgesprochen. Die dritte Arbeitsgruppe hat den Umwelt-, Natur- und Klimaschutz zum Schwerpunkt gehabt. Punkte wie Begrünung innerhalb der Ortschaften, Nutzung erneuerbarer Energien, eine umweltverträgliche Landwirtschaft, Sammeltaxis, ein besseres Radwegenetz sowie eine bessere Ladestruktur für E-Mobilität wurden ebenso genannt wie die anzustrebende Nutzung von Wasserstoff und eine gemeinsame Entwicklung von Klimazielen und -schutzmaßnahmen für die Region. Darüber hinaus wird ein massiver Ausbau von Windkraft- und Fotovoltaikanlagen gefordert.

Mit dem Handlungsfeld „(Land-)Wirtschaft“ hat sich die vierte Arbeitsgruppe befasst und als eine Idee „Dörfer als Mischgebiete zum Arbeiten und Leben“ formuliert sowie die Schaffung von digitalen Erlebnisangeboten, die beispielsweise Geschichten aus der Region erzählen und vermitteln, befürwortet. Auch eine regionale Tauschbörse für Produkte, Kompetenzen und Techniken wurde vorgeschlagen sowie Modellprojekte für zeitgemäße, nachhaltige Landwirtschaft und digitale Kaufhäuser.

Übergreifend haben die Arbeitsgruppen unterstrichen, dass ihnen Teilhabe und Beteiligung der Menschen in der Region wichtig sind. Sie sollen frühzeitig in die Prozesse eingebunden werden, weil alle eine Mitverantwortung an der Entwicklung der Region tragen.

Bis zum 30. April muss das Entwicklungskonzept eingereicht werden. Im Laufe des Jahres fällt dann die Entscheidung, ob die fünf Kommunen Achim, Langwedel, Oyten, Thedinghausen und Verden ins Leader-Programm aufgenommen werden.

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