Neubau der Schuhmaschinenfirma Desma pünktlich fertiggestellt

Bereit für die Zukunft

Bei der Mini-Einweihung: (v.l.) Bürgermeister Rainer Ditzfeld, die Desma-Chefs Christian Decker und Klaus Freese sowie Landrat Peter Bohlmann.
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Bei der Mini-Einweihung: (v.l.) Bürgermeister Rainer Ditzfeld, die Desma-Chefs Christian Decker und Klaus Freese sowie Landrat Peter Bohlmann.
  • Philipp Köster
    vonPhilipp Köster
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Achim – Rund 4,7 Milliarden Schuhe werden allein jedes Jahr in den USA gekauft, etwa 5,2 Milliarden sind es in China. Dort werden auch die meisten Schuhe weltweit hergestellt. Aber egal, wo auf dem Globus sie auch produziert werden: Es ist sehr wahrscheinlich, dass am Fertigungsprozess eine Maschine made in Achim beteiligt war.

Die Schuhmaschinenfirma Desma ist ein Global Player. Und will das auch bleiben. Um den bisher 74 Jahren des ihres Bestehens mindestens noch ebenso viele weitere folgen zu lassen, hatte sich die Geschäftsleitung um Klaus Freese und Christian Decker vor ein paar Jahren dazu entschieden, auf der Brachfläche des Firmenareals zur Landesstraße hin einen Neubau zu errichten. Nun ist er fertig. Am Montag war symbolische Schlüsselübergabe. Insgesamt 18 Millionen Euro hat das Unternehmen in den Bau investiert.

Der Vorschlag des Mutterkonzerns, der Salzgitter AG, war eine Immobilie in Osnabrück. Die kam jedoch nicht infrage: „Dann wären vielleicht zehn Leute mitgekommen“, sagt Freese. Das ging nicht: Zu wichtig sind der Geschäftsführung ihre top-qualifizierten und hier verwurzelten Mitarbeiter. Die Zahl von 240 wollen Freese und Decker in etwa halten.

Der als „Fabrik der Zukunft“ ausgeflaggte Neubau mit 12 000 Quadratmetern Produktionshalle und 4 500 Quadratmeter großem, fortan enger an die Fertigung angebundenem Bürotrakt soll vor allem die Produktionsabläufe deutlich verbessern. Das gewährleistet allenthalben in den riesigen Hallen der neueste Schrei in Sachen Logistik und Lagerverwaltung: So kommt, um nur ein Beispiel zu nennen, ab Ende Juli im Hochregallager ein sogenannter Schmalganghochhubstapler zum Einsatz, der – durch Induktionsschleifen geführt – zwischen den Regalen saust und Paletten stapelt. Die Hallen werden mit LED-Technik ausgeleuchtet, die Decken zieren Akustikbleche. Im Verwaltungsteil hat jeder Mitarbeiter einen Fensterplatz, und überhaupt einen festen Arbeitsplatz, wie Decker vor dem Hintergrund der Digitalisierung der Arbeitswelt hervorhebt. Es gibt Besprechungsräume für das kleine Steh-Meeting zwischendurch und – darauf ist Decker hörbar stolz – Unisextoiletten. Und zwar aus dem Grund, weil er Mitarbeitende des diversen Geschlechts nicht bloßstellen will. Denn er müsste jedem Geschlecht ein eigenes stilles Örtchen anbieten.

Im Juli ziehen die Mitarbeiter während des Betriebsprozesses also von der Desmastraße 3/5 um in den schwarz verklinkerten Neubau mit der Hausnummer 1. Im Gebäude und auf dem Gelände gibt es noch Expansionsreserven. Und dann ist da ja auch noch das jetzige Firmengelände. Die Hallen sollen vermietet werden, gerne an mehrere Interessenten mit vielleicht einem Ankermieter. Die Zusammenarbeit mit der neuen Dependance der Leibniz-Hochschule Hannover nebenan hat Desma ebenso im Blick. „Kerngeschäft sind und bleiben aber unsere modernen Schuhmaschinen“, unterstreicht Klaus Freese, der den reibungslosen Ablauf der Arbeiten mit Generalunternehmer Goldbeck aus Bielefeld hervorhebt.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld und Landrat Peter Bohlmann würdigen vor allem das Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Achim. Eine richtige Feier ist dann übrigens im kommenden Jahr geplant, wenn Desma 75 Jahre alt wird.

Von Philipp Köster

Geschäftsführer Christian Decker im Hochregallager und vor den Elementen einer Schuhmaschine für Kanada. Fotos: pk

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