Die beim Senioren- und Behindertenbeirat angesiedelten Ehrenamtlichen haben Verstärkung erhalten / Keine Steuer- und Rentenberatung

Formulare, Formulare – Lotsen helfen beim Ausfüllen

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Helfen beim Papierkram, v.li.: Oliver Rothhardt (Landkreis), Helga Kühn, Knut Pickert (Senioren- und Behindertensprecher), Konrad Ollmann, Petra Heuken-Bethmann, Gisela Neumann, Martina Jansen (Stadt) und Gerhard Bublitz .

Achim - Die Achimer Formularlotsen haben Verstärkung bekommen: Petra Heuken-Bethmann, Helga Kühn und Bärbel Richter absolvierten ihre Grundqualifizierung und sind seit Anfang des Jahres als ehrenamtliche Formularlotsinnen aktiv. Nun wurden sie im Achimer Rathaus vorgestellt. Mit dabei waren ihre erfahrenen Kollegen Gisela Neumann, Gerhard Bublitz und Konrad Ollmann.

Die neuen Ehrenamtlichen unterstützen die „alten“ im Senioren- und Behindertenbeirat darin, Achimern beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen zu helfen. Beispielsweise für Grundsicherung, Wohngeld, den Schwerbehindertenausweis, Pflegestufe und Befreiung von der Rundfunkgebühr. „Wir bieten aber keine Renten-, Steuer- und Rechtsberatung“, betont Knut Pickert vom Senioren- und Behindertenbeirat und zugleich Formularlotse. Zudem engagieren sich Heuken-Bethmann und Richter bei der Begleitung von Flüchtlingen - sie helfen bei Anträgen für Arbeitslosengeld II.

„In Achim und Verden werden die Dienste von Formularlotsen gut nachgefragt, im ländlichen Bereich dagegen nicht so sehr“, hat Oliver Rothhardt vom Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises beobachtet. Er hofft, dass sich das Angebot auch dort herumspricht. Das ist übrigens kostenlos.

Rund 100-mal wurde die Arbeit der Achimer Formularlotsen in Anspruch genommen, entnimmt Pickert seiner Statistik. Darunter sind 20 Anträge für Arbeitslosengeld, 17 für einen Schwerbehindertenausweis, acht für Wohngeld und fünf für Elterngeld. „Es kommen Menschen, die mit dem Ausfüllen von Formularen Probleme haben. Wir bearbeiten auch Anträge, für die wir nicht geschult wurden. Einmal beantragten wir für jemanden Kindergeld“, erzählt Pickert. Gibt es Fragen, die sie selbst nicht klären können, greifen die Lotsen zum Telefon - in der Kreisverwaltung stehen seit vorigem Herbst zwei Ansprechpartner zur Verfügung, die ihnen schnell weiterhelfen.

Ein Aufhören kommt für Gisela Neumann, Gerhard Bublitz und Konrad Ollmann, alle seit 2013 Formularlotsen, auf keinen Fall in Frage. „Es bereitet mir Freude, anderen zu helfen. Die fühlen sich dann nicht alleingelassen“, begründet Neumann ihre Motivation. Bublitz sagt: „Mir geht es gesundheitlich gut, und ich will anderen helfen, damit es ihnen besser geht.“ Und Ollmann: „Wenn ich Rückmeldung bekomme, dass Anträge bewilligt wurden, freue ich mich für diejenigen.“

Helfen und unterstützen möchten die Neuen, Petra Heuken-Bethmann und Helga Kühn, ebenfalls. „Ich bin kein Fan von Formularen“, gesteht Heuken-Bethmann. Aber: „Wenn die Menschen Hilfe brauchen, schicke ich sie doch nicht weg. Außerdem trage ich dazu bei, die Hauptamtlichen zu entlasten. Die Arbeit muss gemacht werden - warum sollte ich es nicht tun?“

Das Stichwort für Bürgermeister Rainer Ditzfeld: „Wir sagen Euch Ehrenamtlichen ein großes Dankeschön. Denn ohne Euch könnten wir die Arbeit nicht bewältigen.“

Die Achimer Formularlotsen stehen Menschen jeden Alters mittwochs von 10 bis 12 Uhr im Rathaus, Zimmer 156, zur Verfügung. Telefonisch sind sie unter 04202/ 9160129 zu erreichen. Oliver Rothhardt vom Pflege- und Seniorenstützpunkt des Landkreises ist donnerstags im Rathaus anzutreffen - nach telefonischer Vereinbarung unter 04231/ 15374.

Die beiden Formularlotsinnen, die die Flüchtlinge begleiten, warten mittwochs von 15 bis 17 Uhr im Willkommenscafé im Gemeindezentrum Nord auf „Arbeit“. Weitere Formularlotsen sind willkommen. Auskünfte erteilen Martina Jansen von der Freiwilligenagentur unter 04202/ 9160165 und der Senioren- und Behindertenbeirat - oder dort einfach vorbeikommen und reinschnuppern.

is

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