Rohbauarbeiten für größere Reset-Church haben begonnen / Zwei-Millionen-Euro-Projekt

Begegnungscampus statt Sakralbau

Pastor Benjamin Sawadsky koordiniert als Vertreter der Gemeinde die Arbeiten am Neubau. 
Fotos: Köster
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Pastor Benjamin Sawadsky koordiniert als Vertreter der Gemeinde die Arbeiten am Neubau. Fotos: Köster

Achim – Es hat lange gedauert. Satte zwei Jahre. Doch in diesem Frühjahr konnte der Kirchenneubau der freikirchlichen Reset-Gemeinde an der Steuben-Allee endlich losgehen. „Wir haben eineinhalb Jahre auf die Baugenehmigung gewartet“, sagt Pastor Benjamin Sawadsky, der die Arbeiten für die Achimer Kirchengemeinde koordiniert. Er sagt das ganz ohne Groll. Der Landkreis habe in diesen Monaten derart viele Genehmigungsverfahren zu betreuen, und allein in Achim tue sich so viel, da sei es nicht verwunderlich, dass die Pfingstgemeinde warten musste – auch wenn „wir ursprünglich schon 2019 im Gebäude sein wollten“. Selbst nach der Genehmigung habe es bis zum Spatenstich noch ein weiteres halbes Jahr gedauert. „Wir mussten die Rohbauarbeiten noch einmal ausschreiben, weil die vorgesehene Firma wegen der Verzögerung inzwischen andere Projekte zu erledigen hatte.

Nun errichten Mitarbeiter der Firma Kallage aus Vechta den Rohbau für den imposanten Komplex. Ende Juli soll er fertig sein, dann folgen Dach, Fenster und Türen. Im Anschluss will die Gemeinde selbst viel in Eigenleistung machen: Elektrik, Putz- und Malerarbeiten und die Böden. „Wir haben viele super Leute“, zählt der Pastor auf etliche Handwerker in den eigenen Reihen. Wie es dann umgesetzt wird, „bewahrheitet sich aber auf der Baustelle“.

Zeitdruck hat die Gemeinde nicht. „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.“ Sawadsky hofft, dass der Kirchenbau im Sommer kommenden Jahres bezugsfertig ist. Herzstück ist ein Saal mit 330 Plätzen. Im linken Teil des Gebäudes sind diverse Räume für Kinder-, Jugend- und Hausaufgabenhilfegruppen sowie eine Band vorgesehen sowie Büros und Besprechungszimmer. Im Erdgeschoss soll ein Café die Gläubigen willkommen heißen. Und womöglich nicht nur die: Vielleicht können einige der 220 erwachsenen Gemeindeglieder sogar ein Café für jedermann auf die Beine stellen. „Das wäre ein Wunsch“, sagt der 36-Jährige. Denn die Pfingstler sind offen für die Umgebung und die Nachbarschaft, kapseln sich nicht ab. Sawadsky gibt zu, dass es im freikirchlichen Spektrum auch Gemeinden gibt, die sich verschließen, dazu zählt er die Reset-Church ausdrücklich nicht.

Seit etwas mehr als fünf Jahren ist der groß gewachsene Geistliche in Achim. Er hat die schon seit Jahrzehnten bestehende Gemeinde ein bisschen geöffnet. Dank der Zusammenarbeit mit der Hoop-Gemeinde in Bremen können die Christen dort Gottesdienste feiern. Denn seit Corona geht das in den ohnehin zu klein gewordenen Räumen an der Brückenstraße nicht mehr, allenfalls online. Weil die jetzige Kirche aus allen Nähten platzte, Sawadsky zweimal am Sonntag Gottesdienst feiern „musste“, um allen geistlichen Hunger zu stillen, entschied sich die Gemeinde für den „mutigen Schritt“, das Grundstück von der Achimer Stadtwald-Gesellschaft zu erwerben. Auf zwei Millionen Euro beziffert Sawadsky das Investitionsvolumen. Verwirklichen kann die Gemeinde das Projekt, weil es das Bestandsgrundstück besitzt. Zudem hätten die guten Kontakte zur Zentrale des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden eine solide Kreditbasis ermöglicht. Und schließlich sollen Spenden den Bau mittragen. Aus den Beiträgen der Gemeindeglieder finanzieren die Reset-Church-Angehörigen auch ihren Pastor, den ersten hauptamtlichen übrigens. Vorgänger Johannes Eichelberg hatte seinen Dienst jahrelang ehrenamtlich versehen. Auch das habe zur soliden Finanzierungsbasis beigetragen.

Ein Kirchturm wird den Neubau übrigens nicht zieren: „Das ist kein sakraler Bau. Das würde nicht zu dem passen, wie wir Kirche verstehen.“ Sawadsky spricht lieber von einem „multifunktionalen Begegnungscampus – wo die Menschen ihrem Gott begegnen“.

Von Philipp Köster

Eingangs der Steuben-Allee entsteht das Gebäude.

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