Sponsoren, Experten und AG Badener Vereine bieten System kostenlos an

Bedenkenträger blockieren Beschilderung im Stadtwald

Wald, eine Rarität in Achim, und das mitten in der Stadt. - Fotos: Brodt

Achim - Von Manfred Brodt. Der Achimer Stadtwald droht nach der missratenen Fällaktion nicht nur zum Urwald, sondern auch zum Irrgarten zu werden. Wege wuchern zu oder sind von gefällten Stämmen blockiert, und Spaziergänger wissen oft nicht, wohin sie führen. Dabei hat schon im Dezember 2014 Manfred Huhs als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Badener Vereine der Stadt eine hübsche Beschilderung des Stadtwaldes und jährliche Pflege der Wege angeboten.

Huhs hatte ein mit Wilfried Landwehr, dem Nabu-Vorsitzenden Joachim Schweers und Knut Pickert, dem Vorsitzenden des Senioren- und Behindertenbeirats, ausgearbeitetes Schildersystem angeboten, das den Spaziergängern und Radfahrern Orientierungshilfen geben soll. Die Hinweisschilder sollten zudem mit Rettungssymbolen und Codeziffern versehen werden, damit im Notfall Betroffene ihren Standort den Rettungskräften präzise benennen können.

Viele hübsche kleine Hinweisschilder, die auf grünem Grund die großen Ziele in allen vier Himmelsrichtungen vom Uesener Ring und Oertel bis zur Steubenallee, dem Badener Bahnhof und Schraderberg benennen, hatten sie sich ausgedacht. Alles sollte von Sponsoren finanziert werden, die Stadt also keinen Cent kosten.

Zugleich hatte die Badener Arbeitsgemeinschaft angeboten, jedes Frühjahr zusammen mit der Stadt und dem Nabu die Hauptwege von Brennnesseln, Dornengestrüpp und anderen Hindernissen frei zu räumen.

Doch nichts ist seitens der Stadt bisher geschehen. Bürgermeister Rainer Ditzfeld hat sich hier eher als Bedenkenträger hervorgetan.

Sein Argument: Würde die Stadt einer Beschilderung zustimmen, würde sie die Wege zu quasi-öffentlichen Wegen erklären und hätte eine Verkehrssicherungspflicht und Haftung bei Unfällen.

Nach dieser Logik müsste ja auch der Weserbund für den gesamten Weser-Radweg oder der Landkreis wegen der vorbildlichen Ausschilderung aller Radwege in Feld und Flur eine Verkehrssicherungspflicht und Haftung haben; wohl nicht.

Auch der Achimer Anwalt Henning Katz teilt die Bedenken nicht. Auf Anfrage hat er der Arbeitsgemeinschaft Badener Vereine bestätigt, dass die allgemeine Haftung für Unfälle durch nicht beseitigte Gefahrenstellen so imWald nicht gelte.

Scheint doch mit der Haftung alles geregelt zu sein - oder?

Nach dem Niedersächsischen Waldgesetz „handelt derjenige, der nach dem Waldgesetz von seinem Betretungsrecht Gebrauch mache stets auf eigene Gefahr. Der Waldbesitzer, hier die Stadt Achim, hafte nicht für natur- und waldtypische Gefahren durch den Zustand von Wegen und nicht aus der Bewirtschaftung der Flächen entstehende typische Gefahren.

Waldwege seien mangels entsprechender Widmung keine öffentlichen Straßen nach dem Straßen- und Wegerecht. „Entsprechend hat der Waldbesitzer, also hier die Stadt Achim, grundsätzlich keine Pflicht, den Verkehr von Waldwegen gegen typische Gefahren zu sichern. Zu den so genanten waldtypischen Gefahren gehören herabhängende Äste, mangelnde Stand- und Bruchfestigkeit von Bäumen.“

Nur bei verschuldeten Unfällen wie zum Beispiel nicht gesicherte Holzstapel oder offene Brunnen könnte die Stadt haftbar gemacht werden.

Achims neue Rechtsrätin Thea Mühe konnte und wollte uns gegenüber zu der Frage noch keine Stellung beziehen.

Zweites Argument des Bürgermeisters: Der vom Stadtrat beschlossene Naturwald widerspreche dieser Beschilderungs-Idee. Aber auch die Verfechter der Naturwaldidee wollen ja, wie es scheint, nicht, dass der Stadtwald völlig zuwuchert, „verwahrlost“ und nicht mehr betreten und begangen werden kann.

Eine solche Begehung mit „Sachverständigen“ hat Bürgermeister Rainer Ditzfeld jetzt für die kommende Woche vorgesehen.

Vielleicht findet man dann ja noch eine vernünftige Lösung und verhindert, dass die Schilderfrage sich zum Schilda auswächst.

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