BBS, Unternehmen und Fachkräfteoffensive ziehen nach einem Jahr Dual-kooperative Berufsfachschule Elektrotechnik positive Bilanz

Ein Plus an Praxis bereitet den Weg zum Azubivertrag

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Sind sich in ihrer Berufswahl sicher (v.l.): Julien Muth, Safak Mutluant und Marcel Dudzig zusammen mit Volker Utermark von den Berufsbildenden Schulen.

Verden/Landkreis - Marcel Dudzig, Safak Mutluant und Julien Muth wissen jetzt, worauf sie sich beruflich einlassen und was von ihnen erwartet wird. Alle drei haben einen Ausbildungsvertrag in der Tasche, nachdem sie zuvor ein Jahr lang die Dual-kooperative Berufsfachschule Elektrotechnik besucht haben. Am 1. August beginnen sie ihre Ausbildung und können sich sicher sein, dass ihre Berufswahl ihren Fähigkeiten entspricht und sie in den Betrieben willkommen sind.

Mit dem von der Fachkräfteoffensive initiierten Pilotprojekt gehen die Berufsbildenden Schulen Verden und Unternehmen der Elektrobranche im Landkreis neue Wege bei der Azubi-Suche. Mit einem erheblich ausgeweiteten Praxisanteil bietet diese betriebsnahe Form der Berufsfachschule künftigen Auszubildenden intensive Einblicke in verschiedene Betriebe. Die Betriebe wiederum lernen frühzeitig mögliche Lehrlinge kennen.

„Alle Beteiligten sind sich einig, dass das Modell anspruchsvoll, aber lohnenswert für die Berufsfachschüler und die Betriebe ist“, so Marita Schülbe von der Fachkräfteoffensive Landkreis Verden.

Marcel Dudzig hat bei der Firma Klöckner Desma in Achim einen Ausbildungsvertrag zum Mechatroniker unterschrieben. Noch vor einem Jahr wäre das nicht denkbar gewesen. Denn Marcel hat die vergangenen 17 Jahre in Spanien gelebt und hat ein spanisches Abitur. „Seine Deutschkenntnisse hätten für ein reguläres Bewerbungsverfahren im vergangenen Herbst nicht ausgereicht“, so André Förster, Desma-Ausbildungsleiter. Zusätzlicher Deutschunterricht trug dazu bei, dass Dudzig vor einigen Wochen das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen konnte.

Safak Mutluant wird ab August bei Gundlack Automation in Verden zum Elektroniker für Automatisierungstechnik ausgebildet. Für ihn war die Unternehmenskooperation vor allem deshalb wichtig, weil er durch den festen Arbeitsrhythmus Routine entwickeln konnte und gleichzeitig Gelegenheit hatte, industrielle Produktionsmethoden mit der Arbeit in kleineren Einheiten zu vergleichen. Sehr genutzt habe ihm auch ein mehrtägiger Workshop rund um die Themen Bewerbungstraining und Kommunikation, so Mutluant.

Julien Muth beginnt bei der Firma Block eine Ausbildung zum Industrieelektriker. Technische Zusammenhänge zu verstehen, ist für ihn kein Problem. Für seine Berufsentscheidung nutzte er die zusätzlichen praktischen Erfahrungen. Reimund Karow, Ausbildungsverantwortlicher bei Block, freut sich über den künftigen Auszubildenden und stellt fest: „Dieser Ausbildungsgang bietet vielfältige Perspektiven in unserem Unternehmen.“

Das Projekt wird nach den Sommerferien fortgesetzt. Technisch interessierte junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsvertrag haben und die Gelegenheit nutzen möchten, ihre Berufswahlentscheidung zu festigen, können sich bei den BBS Verden oder der Fachkräfteoffensive bewerben. Voraussetzung ist mindestens ein Hauptschulabschluss. Ansprechpartner sind Volker Utermark (BBS), Telefon 04231/976-0, E-Mail volker.utermark@bbs-verden.com, und Stefanie Focke (Fachkräfteoffensive), Telefon 04231/15-465, E-Mail fachkraefteoffensive@landkreis-verden.de.

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