Anwohner sieht Enteignung

Der Bauwille und der Bollener Dorfcharakter

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Grünflächen zwischen Häusern in Bollen – auch die Bebauung solcher Lücken stößt in Bollen auf Schwierigkeiten.

Bollen – Stillschweigende Enteignung beklagte ein Besucher der Bollener Ortsausschusssitzung. Seine Schwester habe mit dem Neubauverbot auf dem gemeinsamen Grundstück die Altersabsicherung verloren, und auch heutige Kinder dürften in Bollen nicht mehr auf neue Bauplätze auf elterlichem Grund und Boden hoffen.

Zurückgewiesen worden war vor Längerem auch der beabsichtigte Verkauf eines Teils der Dorfwiese zwecks Bebauung. Dazu läuft eine gerichtliche Auseinandersetzung. Das benachbarte Grundstück sei offenbar gleich mit in die Verbotszone einbezogen worden, und die Anwohnerin habe nur durch Zufall davon erfahren, beschwerte sich ihr ebenfalls betroffener Bruder. „Sind wir hier etwa der sogenannte Kollateralschaden?“ monierte er deshalb.

Es gibt nach wie vor keinen Bebauungsplan für die Ortschaft Bollen, so dass manche landwirtschaftlichen oder Grünflächen als „Außenbereich im Innenbereich“ eingestuft sind. Eine Bebauung ist dann dort nicht zulässig.

Der Ortsausschussvorsitzende Bernd Junker findet das richtig und warnte ausdrücklich davor, jetzt mit dem Aufstellen eines Bebauungsplans zu beginnen. „Wenn erst mal einer genehmigt ist, würden weitere Begehrlichkeiten geweckt und die nächsten Bauwünsche gleich folgen“, gab er zu bedenken. Nach und nach werde sich dann der dörfliche Charakter Bollens immer mehr verändern, „aber ich möchte diesen Charakter erhalten“, betonte Junker.

Im Übrigen gebe es in Bollen nur eine sehr begrenzte Infrastruktur und zum Beispiel kein Lebensmittelgeschäft. Auch deshalb sei eine große bauliche Entwicklung nicht sinnvoll.

„Ihr Wunsch ist also, dass gar keine Baurechte in Bollen mehr erteilt werden“, lautete daraufhin der Vorwurf aus dem Publikum. Dies bestritt Junker: Es gebe durchaus noch Baulücken im Ort, die zu nutzen seien.

Auch bei dem Grundstück, für das die Neubauwünsche zurückgewiesen wurden, gehe es im Grunde nur um Lückenbebauung zwischen den schon bestehenden Gebäuden. bekam der Ortsausschussvorsitzende zu hören. Der stellvertretende Achimer Verwaltungschef Bernd Kettenburg riet dem Geschwisterpaar, Einspruch gegen das Bauverbot anzumelden – was nach Aussage der Eigentümerin schon geschehen ist.

Bauvorhaben in Bollen – ein altes Streitthema. Vor vielen Jahren hatte ein Investor aus dem Ort ein großes Wohnprojekt direkt an der grünen Dorfwiese verwirklichen wollen, was letztlich politisch als nicht zum Dorfbild passend abgeschmettert wurde.  

la

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