Aus dem Stadtrat

Baustellen sollen Autofahrer nicht unnötig ausbremsen

+
Mehr als ein halbes Jahr lang wurde an der Bremer Straße gebaut. Anwohner und Pendler mussten ständig lange Staus in Kauf nehmen, Gewerbetreibende gingen wegen mangelnder Erreichbarkeit ihrer Betriebe auf die Barrikaden. 

Achim - Die Dauerbaustelle Bremer Straße, die sich vom vergangenen September bis Ende März hinzog, hat die Nerven vieler Autofahrer und auch Anlieger arg strapaziert. Als vor kurzem die Embser Landstraße teilweise oder voll gesperrt war, führte das ebenfalls bisweilen zu chaotischen Verkehrsverhältnissen in Achim. Deshalb fordert die SPD/Mindermann-Fraktion im Stadtrat nun ein besseres Baustellenmanagement. Ziel: weniger Staus und Schleichwege-Verkehr durch Wohngebiete.

„Baustellen im Straßennetz kosten Zeit und Geld unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die Beeinträchtigungen sollten zukünftig flexibel auf das unvermeidliche Maß reduziert werden“, nennt der Fraktionsvorsitzende, Herfried Meyer (SPD), die Zielrichtung des Antrages seiner Fraktion an den Rat der Stadt.

Bereits in den Ausschreibungen für Straßenbauvorhaben in Achim sollte eine entsprechende Richtlinie zum Tragen kommen. Darin sei „die Verpflichtung aufzunehmen, dass in Abstimmung mit dem Baustellenmanagement der Stadt Straßensperrungen auf das notwendige Maß zur Bereitstellung der Arbeitsflächen zu beschränken sind und nach Arbeitsschluss jeweils der tageweise Rückbau von Absperrungen zu prüfen ist. Dies gilt insbesondere für die Wochenenden“, heißt es wörtlich in dem Antrag.

Das Abstellen von Baufahrzeugen oder die Lagerung von Baumaterialien auf den Fahrbahnflächen könne keine Begründung für die Aufrechterhaltung der Sperrung sein. Bei eigenständigen Baumaßnahmen der Leitungsträger seien diese anzuhalten, entsprechend zu verfahren.

„Investitionen in die Infrastruktur sehr nützlich“

Man sei sich mit den meisten Bürgerinnen und Bürgern Achims einig, dass Investitionen in die Infrastruktur, also Leitungsnetze, Straßen, Schulen, Kindergärten, Turnhallen und vieles andere mehr, notwendig und sehr nützlich seien, heißt es in der Pressemitteilung der SPD-Fraktion weiter. Bei den damit verbundenen Baumaßnahmen seien Beeinträchtigungen auch für den Straßenverkehr häufig unvermeidlich.

„Beobachtungen der vergangenen Monate haben jedoch den Eindruck erweckt, dass nach Einstellung der Arbeiten zum Feierabend die Sperrungen nur noch für das Abstellen von Baufahrzeugen oder das Lagern von Materialien dienten“, begründet Ratsmitglied Wolfgang Mindermann seine Zweifel, ob hier das unbedingt notwendige Maß immer eingehalten worden sei. Diese Beobachtungen hätten unter anderem Bürgerinnen und Bürger beim Radwegebau entlang der Bremer Straße und an der Embser Landstraße vorgebracht.

So rege die Fraktion an, dass nach Einstellung der konkreten Arbeiten täglich zum Beispiel Materialien und Maschinen so gelagert werden, dass eine Freigabe von Straßenflächen und damit ein besserer Verkehrsfluss möglich sei. Auch fragten sich SPD und Mindermann, wie sich solche Verkehrsverhältnisse etwa auf die Wahl der Geschäfte für die Besorgungen und Einkäufe auswirkten. Zudem habe man bei dem Vorstoß die durch Staus und Umwege entstehende Mehrbelastung der Pendler im Auge.

„Es ist immer eine Frage des konkreten Einzelfalles“

„Wir wollen, dass die Interessen der Bürgerinnen und Bürger nicht unberücksichtigt bleiben, sondern in die Planungen und das Management der Baustellen einfließen“, benennt Paul Brandt (SPD) eine grundsätzliche Sichtweise.

Zur angestrebten Vorgehensweise ergänzt Werner Meinken (SPD): „Es ist immer eine Frage des konkreten Einzelfalles, ob ein flexibler täglicher Baustellenrückbau möglich ist.“ Deshalb wolle man der Verwaltung den Rücken stärken, bei der Ausschreibung von Baumaßnahmen eine entsprechende Verpflichtung aufzunehmen. Gleiches sollte möglichst auch bei eigenständigen Baumaßnahmen der Versorger (Gas, Wasser und Strom) erreicht werden.

„Das Vergaberecht schränkt die Stadt in ihren Möglichkeiten erheblich ein. Die vorhanden Optionen müssen aber konsequent genutzt werden“, erwartet Sozialdemokrat Fritz-Heiner Hepke.

Die Fraktion würde auch die Nutzung umweltverträglicherer Verkehrsmittel (Bus, Bahn, Fahrrad, zu Fuß) befürworten, betont Brandt weiter. Es sei deshalb die hierfür benötigte Infrastruktur weiter zu fördern und attraktiver zu gestalten. Man habe beispielsweise die Anzahl und die Qualität der P+R-Plätze und die Abstellmöglichkeiten von Fahrrädern im Blick.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Einweihungsfeier der neuen Dorfstraße in Neddenaverbergen

Einweihungsfeier der neuen Dorfstraße in Neddenaverbergen

Stock-Car-Rennen in Martfeld

Stock-Car-Rennen in Martfeld

Einsatz in Marseille: Auto rast in Bushaltestellen

Einsatz in Marseille: Auto rast in Bushaltestellen

Barnstorfer Ballonfahrer-Festival mit Happy End

Barnstorfer Ballonfahrer-Festival mit Happy End

Meistgelesene Artikel

Oldie-Treffen in Vethem: Ein Mekka der Trecker-Fans 

Oldie-Treffen in Vethem: Ein Mekka der Trecker-Fans 

Scharnhorst: Vor 750 Jahren erstmals urkundlich erwähnt

Scharnhorst: Vor 750 Jahren erstmals urkundlich erwähnt

Radfahrer übersehen: 16-Jähriger schwer verletzt

Radfahrer übersehen: 16-Jähriger schwer verletzt

SPD-Fest ohne Sigmar Gabriel

SPD-Fest ohne Sigmar Gabriel

Kommentare