Bahn beschneidet und rodet 650 Gehölze

Wegen Betriebsgefährdung setzt Stadt Baumschutzsatzung für 326 Bäume aus

Die Bäume und Gehölze entlang der Trasse gefährden in Teilen den Betrieb der Deutschen Bahn, heißt es.
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Die Bäume und Gehölze entlang der Trasse gefährden in Teilen den Betrieb der Deutschen Bahn, heißt es.

Achim – Die Deutsche Bahn (DB) hat bei der Stadt Achim eine Befreiung von der Baumschutzsatzung beantragt, um weiterhin die Verkehrssicherheit im Bahnverkehr gewährleisten zu können. Das teilt Kai Purschke, Pressesprecher der Stadt Achim, mit. „Die Bahn hat uns dargelegt, dass die entlang der Bahntrasse vorhandene Vegetation betriebsgefährdend sei, weil Bäume und Äste bereits die verbindlichen Schutzabstände zu elektrischen Anlagen im Eisenbahnverkehr unterschreiten“, erklärt Heiko Haase vom Grundstücks- und Gebäudeservice der Stadt.

Diese habe nach einer Prüfung kurz vor Weihnachten die Ausnahmegenehmigung erteilt.

Der vorliegende Befreiungsantrag des Unternehmens erstreckt sich auf den beidseitigen Bahnböschungsbereich entlang der Strecke vom Bahnhof Achim bis Höhe Hasseler Straße /Holzbrücke. Die beantragten Rückschnitt- und Gehölzentnahmen beziehen sich auf rund 650 Bestandsgehölze, wobei davon laut Haase 326 Gehölze unter die Baumschutzsatzung fallen. Wie viele Bäume insgesamt gefällt werden, dazu macht die Stadt keine Angaben. Die Arbeiten sollen nach Angaben der Deutschen Bahn frühestens am Montag, 17. Januar, beginnen und etwa drei bis vier Wochen dauern.

Zunächst werden die Gehölze auf der Seite der Straße An der Eisenbahn gefällt und geschnitten, teilt der Stadtsprecher weiter mit. Das habe zur Folge, dass die Straße teilweise für die Dauer der Arbeiten gesperrt werden muss. Im Oktober dieses Jahres sollen dann die Vegetationsarbeiten auf der anderen Seite der Schienen erfolgen, wofür die Bahnstrecke gesperrt werden muss.

Wie die Bahn der Stadt Achim versichert hat, habe ein Baumkontrolleur vor dem Stellen des Befreiungsantrags die Vegetation in Augenschein genommen. Vor Beginn der Arbeiten würden noch etwaige Fledermaushöhlen kontrolliert, und auch wegen der dort im Bereich nistenden Saatkrähen wolle die Bahn tätig werden. „Sie wird insgesamt 30 Saatkrähennester umsiedeln, dafür liegt der DB eine Ausnahmegenehmigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreis Verden vor“, so Heiko Haase. Ebenfalls wurde der Bahn nach eigenen Angaben eine Genehmigung zur späteren Umsiedlung von weiteren 32 Krähennestern in Aussicht gestellt, die sich auf der anderen Seite der Schienen befinden.

In den kommenden Wochen werden zuerst die Bäume auf der Seite der Straße An der Eisenbahn gefällt.

Die Umsetzung der Krähennester funktioniere nach einem simplen Prinzip. „Die Krähennester werden samt Ast entnommen und in anderen, erhaltenswerten Bäumen fixiert“, sagte ein Vertreter der Bahn. Demnach sei auch ein Vogelkundler vor Ort, hat die Bahn der Stadt Achim versichert. Die gesamte Maßnahme wird zudem durchgängig von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Verden und von der Stadt Achim begleitet.

Dazu gehören auch die Ausgleichspflanzungen, zu denen die Bahn verpflichtet ist. Wie Heiko Haase schildert, hat die Stadt angeordnet, dass 80 Obstbäume, 700 laufende Meter Weißdorn-Hecken und 3 500 Sträucher diverser Gattung nachzupflanzen sind. Die jeweiligen Standorte der Ausgleichsplanzungen seien in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn festgelegt worden und befinden sich der Stadt zufolge im direkten Bereich der Vegetationsarbeiten und im unmittelbaren Umfeld entlang der Bahnstrecke. „Die Ausgleichspflanzungen haben bis spätestens in der auf die Beseitigung folgenden Pflanzperiode zu erfolgen“, betont Haase.

Die Deutsche Bahn wolle im März dieses Jahres mit den Ausgleichspflanzungen starten, mit den Nachpflanzungen als Ersatz für die im Herbst beginnenden Arbeiten auf der anderen Seite dann voraussichtlich im März kommenden Jahres.

Weitere kleinere Maßnahmen der Vegetationspflege zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit an der Bahnstrecke stehen zudem im Bereich des Bahnhofs Baden bis zum Gewerbepark Uesen/Zum Ueser Schafkoven an. Dort sind laut Mitteilung der Stadt Rückschnitte sowie vereinzelte Baumentnahmen im Bereich der Oberleitungen geplant.

Im Bereich Steubenallee/Solarpark solle eine umfangreiche Entnahme unter anderem von wild aufgelaufenen Robinien erfolgen, von denen zum Teil auch städtische Grundstücke befreit werden müssten.

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