Bäckerei Freter muss nach vielen Jahrzehnten Mitte Mai den Badener Edeka-Markt verlassen

„Gegen den Konzern kann ich nichts machen“

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Sehr beliebt die Freter-Filiale im Badener Edeka Markt am Lahof.

Baden - Wilfried Freter, Seniorchef der gleichnamigen Bäckerei, ist enttäuscht. Sein Unternehmen, mittlerweile an Sohn Carsten übergegangen, hat sich nicht nur in Baden, Achim, Cluvenhagen und Daverden einen hervorragenden Ruf erworben und ist seit den 80er Jahren mit der Edeka verbandelt, konkreter mit ehemals Edeka Bischoff. So hatte man sowohl im Edeka-Bischoff-Markt an der Verdener Straße in Baden als auch ab 2006 beim neuen Edeka-Bischoff-Markt am Lahof im Eingangsbereich seine Bäckereifiliale, die hervorragend lief. Auch als die 2012 in den Ruhestand getretene Familie Bischoff/Mindermann den neuen Markt am Lahof an Edeka verkauft hatte und aus ihm Edeka Behrens wurde, be-nannt nach den Pächtern Heide und Henning Behrens, gab‘s weiter die Freter-Theke mit Brot, Brötchen, Kuchen, Torte und Sitzcafé. Doch das ist bald endgültig vorbei. Bäcker Freter muss ab Mitte Mai raus aus dem Edeka-Markt, weil die Edeka nach Ablauf des Pachtvertrages es so will. Aus Freter wird Schäfers werden.

Die Edeka Minden/Hannover beliefert beziehungsweise betreibt auch ihre Bäckereifilialen soweit wie möglich durch ihre eigene, 1975 aufgekaufte Großbäckerei Schäfers, die mittlerweile 900 Verkaufsfilialen und 6500 Beschäftigte hat. Schäfers ist bereits in den Edeka- Märkten in Thedinghausen, Bierden und Langwedel vertreten, wo das Unternehmen schon früher Freter verdrängt hatte. Pachtverträge a la Freter werden von der Edeka nicht verlängert.

Dabei hatte der neue Badener Edeka-Pächter Henning Behrens sich bei dem Lebensmittelkonzern in Minden für Freter und seine Bäckerei noch stark gemacht, wie Freter selbst anerkennt, doch mehr als das einjährige Vertagen dieser Kündigung schon im letzten Jahr konnte auch Behrens nicht herausholen. Er hat so Sympathie für Freter, aber auch Verständnis für die Edeka, die einen auslaufenden Vertrag nicht verlängert und niemand über Nacht entlassen.

Wilfried Freter sieht es auch geschäftlich und weiß, dass er ein Viertel seines Umsatzes verlieren wird und dies so schnell wird nicht kompensieren können. Für wenige der insgesamt 30 Beschäftigten wird sich das Thema Entlassung stellen müssen.

Freter wird zudem auf der Einrichtung seiner Filiale sitzen bleiben. Schäfers will ihm nichts abnehmen. „Gegen die Macht des Konzerns und seine Anwälte kann ich nichts machen“, hat der Seniorchef des seit 1900 bestehenden Familienunternehmens erkennen müssen. Wenigstens darf er im Badener NP, auch eine Edeka-Tochter, bleiben.

mb

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