Konzert im Kasch

„Rascals-Show“ sorgt für Erinnerungen bei den alten Rock’n’Roll-Rebellen

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Günter Rohlfs ist Leadsänger der „Rascals“, die in den sechziger Jahren in Bremen und Umland musikalisch für Furore sorgten. Sie zeigten auch jetzt in Achim, was noch in ihnen steckt.

Achim - Von Bernd Hägermann. Die hüftschwingenden, aufrührerischen Musikrebellen der fünfziger und sechziger Jahre sind heute Großeltern. Die Beweglichkeit von früher ist ihnen zwar ein wenig abhanden gekommen, die Erinnerungen sind es nicht. Belebt wurden diese am Samstagabend in der Aula des Cato Bontjes van Beek-Gymnasiums.

Dort war das ältere Semester Publikum und „The Rascals Rock ‘n’ Roll Show“ zu Gast. Sie lieferte den Beweis: Begeisterungsfähigkeit kennt kein Alter

„The Rascals“ haben sich bereits während der sechziger Jahre in Bremen und über die Hansestadt hinaus einen Namen gemacht. Die aktuellen Mitglieder der Band sind: Günter Rohlfs, Erwin Altevogt, Jürgen Freitag, Ronald Geißler, Patrik Arens, Harald Bulmahn, Eddie Bartschat, Reinhard Fendt und Thomas Theis.

Gemeinsam ist ihnen das Faible für eine Zeit, in der Elvis Presley und Kollegen die jugendliche Musik durchlüfteten und Petticoats als schick galten. Die mobile Musikquelle damals war das Kofferradio.

„The Rascals“ waren in Achim nicht alleine. Zwei Backgroundsängerinnen und zwei Tänzer unterstützten die Show. Die technische Ausrüstung war umfangreich. Ein Moderator, der immer wieder Verweise auf längst vergangene Tage lieferte, verkündete das Motto des nostalgischen Abends: „Die Zeit der Dorfmusik ist vorbei.“

„Rock'n'Roll-Show“ ohne Tanzeinlage – undenkbar.

Und zwar mit „Rock around the Clock“ oder „Lazy Lady“. Letzteres intonierte im Original Fats Domino. Weitere Größen des musikalischen Aufbruchs waren Jerry Lee Lewis mit „Great Balls of Fire“ oder Bill Haley mit „See you later Alligator“.

Ein Film mit Haley, der sinnigerweise in deutscher Übersetzung „Außer Rand und Band“ hieß und in den Lichtspielhäusern der Republik lief, sorgte für einiges Aufsehen. In den miefigen Fünfzigern setzten kreischende Jugendliche sogar Polizeistaffeln in Bewegung.

Damals schmierte der Nachwuchs sich Pomade oder Zuckerwasser ins Haar, um die Tolle zu festigen, schlüpfte in der Badewanne in die erste Levis-Jeans oder knutschte auf dem Jahrmarkt in der „Raupe“. Eine andere Möglichkeit der Kontaktaufnahme bot das Schwimmbad.

Dort wurde auch „Blueberry Hill“ gehört, „Good Golly Miss Molly“ oder - nicht ganz so bekannt - „Sea Cruise“ von Johnny Rivers. Richtige Kreuzfahrten waren damals bei jungen Leuten überhaupt nicht angesagt, vielmehr die Auflehnung gegen Überkommenes und die schöne heile Welt der Erwachsenen, deren Anstrich die seelischen Trümmer des Krieges übertünchte. Der Rock´n Roll kam zur rechten Zeit.

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