Schleichverkehr als Folge des Amazon-Kreuzungsbaus / Stadt will Wohnstraßen schützen

Badefreuden und volle Parkplätze

Perfektes Badewetter auch am Weserstrand in Uesen. Aus fast allen Richtungen steuern Alt und Jung oft zu Fuß dieses Ziel an.
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Perfektes Badewetter auch am Weserstrand in Uesen. Aus fast allen Richtungen steuern Alt und Jung oft zu Fuß dieses Ziel an.

Achim – Sie wandern aus Richtung Baden zur Badebucht am Weserufer in Uesen, aber auch aus anderen Richtungen steuern zurzeit viele Badewillige zu Fuß dieses Ziel an, um sich von der Sonne verwöhnen zu lassen oder auch eine Runde im Randbereich des Flusses zu schwimmen. Von Übervölkerung des kleinen Strandes kann dennoch auch bei schönstem Sommerwetter kaum die Rede sein. Oben, von der großen Brücke aus betrachtet, ist zu erkennen, dass die viel beschworenen Abstandsregeln offenbar weitgehend beachtet werden. Obwohl es in den vergangenen Tagen und besonders am Wochenende zeitweise doch schon eng wurde.

Lückenlos voll geparkt ist dagegen meistens das gesamte Gelände unter der Brücke – auch außerhalb der für das Hotel Restaurant Bootshaus reservierten Plätze. Die Fahrzeuge, unter anderem auch mit Bremer oder Hamburger Kennzeichen, gehören aber überwiegend nicht den Badegästen. Die meisten Insassen seien vielmehr in Booten oder mit kleinen Seglern auf dem Wasser unterwegs, weiß Hotelier Jan Lampe.

Die Parkenden haben somit ein Anliegen, ihre Wagen dort abzustellen. Denn nur für Anlieger ist die Zufahrt von der zentralen Brückenstraße aus hinunter zur Weser erlaubt. Für alle anderen sind sämtliche Seitenstraßen wie Alte Dorfstraße oder auch Am Osterfeld gegenüber voll gesperrt. Das habe jedoch wenig mit Corona-Einschränkungen zu tun, um den Ansturm zur Badebucht im Griff zu behalten, verdeutlichte auf Nachfrage Jeannette Landwehr von der Stadtverwaltungsabteilung für Verkehrslenkung und -sicherheit. Vielmehr habe damit die Verwaltung letztlich auf das erhöhte Verkehrsaufkommen in der Innenstadt nach Sperrung der Amazon-Kreuzung an der L 156 Richtung Bassen reagiert. Es habe sich gezeigt, dass viele Autofahrer von der Schneiderburg in Baden Schleichwege durch die kleineren Straßen der Wohngebiete in Uesen suchten, um Verkehrsstockungen auf der Landesstraße zu umfahren. Statt wie sonst im Durchschnitt zehn Fahrzeuge bewegten sich so im gleichen Zeitraum bis zu 50 durch die Seitenstraßen, nennt Jeannette Landwehr Vergleichszahlen. Auch Tempo-30-Zonen sind ihr zufolge betroffen.

Durch die Sperrungen sollen Anwohner in den dortigen Wohngebieten von solchen zusätzlichen Verkehrsbelastungen verschont bleiben. Ein Vorgehen, das allerdings nicht überall auf Zustimmung stößt. Denn damit werde auch der Weg in einen wichtigen touristischen Naherholungsbereich am Wasser abgeschnitten, kritisiert Bootshaus-Gastronom Lampe. Aber wo ein Wille ist, scheint immer auch ein Weg zu sein. Das beweisen die fast bis zum Maximum vollgeparkten Flächen unter der Weserbrücke stets aufs Neue.

Von Heinrich Laue

Dicht an dicht parken die Autos auf dem großen Platz unter der Brücke. Die meisten ihrer Insassen sind aber nicht zum Baden hier, sondern wollen zum Bootshafen.
Von der Ueser Brücke zur Weser hinunterführende Seitenstraßen sind für Nicht-Anlieger komplett gesperrt.

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