Finanzausschuss billigt Mehrausgaben

Bad-Umbau kostet fast 4,5 Millionen

Achim - Der Umbau des Achimer Freibads zu einer modernen Freizeitstätte für die ganze Familie wird teurer als geplant. 300.000 Euro über dem bisherigen Ansatz von 4,15 Millionen Euro liegen die aktualisierten Kosten. Der Finanzausschuss des Stadtrats billigte am Montagabend die Mehrausgaben.

Die derzeit brummende Konjunktur beschere der Baubranche volle Auftragsbücher, was allerdings vielfach zu höheren Preisen für Vorhaben der öffentlichen und privaten Hand führe, erläuterte Steffen Zorn, Leiter des Baufachbereichs bei der Stadt, in der Sitzung. Die eingegangenen Angebote für den Rückbau des Schwimmerbeckens auf die Hälfte der bisherigen Fläche, aber dann mit Edelstahlverkleidung, überschritten die Höhe der vorher berechneten Kosten „teilweise deutlich“. Für diesen ersten Bauabschnitt müssten daher 3,4 Millionen Euro aufgewendet werden, die veranschlagten 3,2 Millionen Euro reichten nicht aus.

Dazu komme in dem 55 Jahre alten Bad ein „Sanierungsstau satt“, wie Zorn sich ausdrückte. Von daher sei beim Umbau mit unliebsamen Überraschungen zu rechnen und deshalb sollten weitere 100.000 Euro als „Sicherheitspuffer“ eingeplant werden.

Rückbau beginnt erst später

Um Handwerksleistungen günstiger zu bekommen, werde mit dem Rückbau nicht wie vorgesehen gleich nach der Schließung der Schwimmstätte Anfang September begonnen, sondern erst später, teilte Zorn weiter mit. „Aber wir terminieren das natürlich so, dass die geplante Neueröffnung des Bads zum 1. Mai 2019 nicht gefährdet wird.“

Trotz der Mehrausgaben werden die Achimer Haushalte 2017 und 2018 nach Angaben des Fachbereichsleiters nicht zusätzlich belastet. Die 300.000 Euro können aus nicht benötigten Budgets anderer Projekte gegenfinanziert werden.

70.000 Euro mehr als eingeplant bekommt die Stadt von der Bahn für die Sanierung der Brücke an der Borsteler Landstraße gezahlt. 100.000 Euro wurden laut Zorn durch gute Ausschreibungsergebnisse und gutes Projektmanagement beim Bau der Kindertagesstätte am Bierdener Steinweg eingespart und jeweils 50.000 Euro beim Kreiselbau am Freibad und bei der Erweiterung der Grundschule Uphusen.

Manch einer im Ausschuss zeigte sich dennoch skeptisch. „Wie oft werden wir Sie hier noch sehen?“, fragte Jürgen Kenning (Grüne) mit Blick auf mögliche weitere Kostensteigerungen im zweiten Bauabschnitt, in dem unter anderem das Nichtschwimmerbecken mit großer Rutsche und anderem mehr attraktiver gestaltet werden soll.

Mit Preissteigerungen ist zu rechnen

Er könne natürlich nicht in eine Glaskugel gucken, antwortete Steffen Zorn. Grundsätzlich sei derzeit aber bei allen Bauvorhaben mit Preissteigerungen zu rechnen, räumte er ein.

Auch Volker Wrede (CDU) und Wolfgang Heckel (WGA) äußerten Bedenken. Die Kostenexplosion bei der Maßnahme sei ärgerlich.

„Vielleicht sollte man beim Freibad-Umbau doch eine Bremse einbauen“, meinte Hans Baum (FDP). Nicht zuletzt deshalb, weil der Landkreis die Stadt ermahnt habe, Geldausgaben zu drosseln.

Bernd Junker (SPD) vertrat einen anderen Standpunkt. „Stellen wir die 300.000 Euro nicht zur Verfügung, droht der Stadt von den beauftragten Unternehmen Schadenersatz“, gab er zu bedenken.

Sieben Mitglieder des Finanzausschusses stimmten am Ende für die Mehrausgabe. Baum und Heckel enthielten sich der Stimme.

mm

Rubriklistenbild: © dpa

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