Campus-Projekte ermöglichen Jugendlichen aus unterschiedlichen Schulen neue Erfahrungen

Von Backofenbau bis Graffiti-Projekt kreativ

Profi-Sprayer Sven Dankleff leitet Neunt- und Zehntklässler des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums zum Graffiti-Projekt am Aufgang zum Fahrradkeller an. Fotos: schmidt

Achim - Von Ingo Schmidt. Im alten Schulgarten der Erich-Kästner-Schule entsteht ein prächtiger Steinofen, der Aufgang zum Fahrradkeller am „Cato“ bekommt ein schickes Graffiti-Kunstwerk, und vor der großen Realschulturnhalle lädt ein Paletten-Pavillon zum Ausruhen oder zur Planung vielfältiger Freizeitaktionen ein. Unter dem Namen „Campus“ verwirklichen die Stadt Achim, der mit der Jugendarbeit in der Kommune beauftragte Verein Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (Sofa) und die Schulen ein Bildungsprojekt, das idealerweise Schüler aller Schulen vor Ort zusammenbringt.

„Wir erfüllen damit einen nonformalen Bildungsauftrag neben der Schule“, erläutert Till Bräkling vom Fachbereich Bildung und Soziales der Stadt. Man wolle mit Angeboten das Interesse der Schüler wecken und einen Bereich abseits von Mathe- oder Deutschunterricht schaffen, in dem die Schüler gerne lernen wollen. Sie sollen praxisnah gestalten oder Gruppendynamik erfahren in einer breiten Vielfalt unterschiedlicher Angebote.

Der Grundstein wurde im vorigen Sommer mit Campus-Open-Air und Campus-Labor gelegt, wo Themen für Projekte gesammelt wurden, die nun greifbar werden. Beispielsweise wollten Schüler des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums gerne mit Graffiti arbeiten, und so kam man zusammen mit Kunstlehrern auf die Idee, die Strecke runter zum Fahrradkeller neu zu gestalten.

Seit Montag arbeiten dort 16 Neunt- und Zehntklässler an einem Wandgemälde. Unter der Leitung von Sven Dankleff (Sofa) entstehen Graffiti, die die Bewegung „Fridays for Future“ thematisch aufgreifen: „Ein Mann zieht einen grauen Schleier voller Industrieanlagen zur Seite, und dahinter kommt ein grüner Phantasiedschungel zum Vorschein“, erläutert Profi-Sprayer Dankleff das Grundthema.

Die Landschaft formt der Kunsttherapeut, während die Schüler die einfachen Elemente beisteuern und die Szenerie mit Tieren beleben. Die notwendigen Schablonen für Flamingo, Papagei, Panda oder Affen fertigen die Akteure selbst. „Das Graffiti-Projekt ist für mich das ansprechendste im Angebot“, verrät Neuntklässler Nick Jäger. „Ich mag kreatives Arbeiten, und Sprayen ist eine interessante Erfahrung.“

An der Erich-Kästner-Schule wollten Schüler gemeinsam kochen oder backen, und so kamen sie gemeinsam mit Schulleiterin Anke Kastenschmidt auf die Idee, einen Steinofen im Schulgarten zu schaffen. „Der Bereich musste sowieso neu gestaltet werden“, erklärt die Förderschulleiterin, „und so entsteht hier ein Ort, an dem auch Schüler aller Nachbarschulen eine bessere Zeit erleben können.“

Unter Hochdruck wird ein Ofen aus recyceltem Backstein gebaut, in dem beim Sommerfest vor Ferienbeginn Pizza gebacken werden soll. „Wir sind dankbar, dass uns Anke Kastenschmidt alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellt“, sagt Jugendsozialarbeiter Jan-Henning Göttsche. Inzwischen seien alle Schulklassen an dem Projekt beteiligt, und alle Schüler wollen unbedingt mitarbeiten.

Ideen zu weiteren sportpädagogischen Projekten und Workshops werden unter anderem in einer eigens angelegten „Basis-Station“, bestehend aus Holzpaletten mit Pavillondach, kreiert. In diesem „offenen Campus-Bereich“ ist vieles möglich: Chillen, Grillen, Musik hören, Sport treiben oder Wünsche zusammenbringen. Zur Einweihung findet dort am Mittwoch, 3. Juli, ab Mittag, also zum Start in die Sommerferien, eine große School‘s-Out-Party statt.

Die Sofa-Pädagogen Kerstin Elfers, Laura Lindenberg, Johannes Renken, Sebastian Jolov, Sven Dankleff, Jan-Henning Göttsche und der ehrenamtliche Helfer Felix Pigorsch wollen danach erstmal eine Pause auf dem Campus einlegen und in den Ferien neue Ideen sammeln. Vor allem aber geht es darum, unterstützt von der Stadtverwaltung, geeignete Räume für die Wintermonate zu finden.

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