Ausstellung vereint Gegensätzliches

Bremer Künstler stellen in der Achimer Volksbank aus

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Die abstrakten Landschaften in erdenen Farben von Thomas Lippick treten in einen Diskurs mit den lebensbejahenden Bronze-Weiblein von Anna Baisch und bilden eine Einheit.

Achim - Skulpturen, die nahe gehen, kokettieren mit tiefgreifender Ferne abstrakter Landschaftsformen: Zur feierlichen Eröffnung einer weiteren, bemerkenswerten Ausstellung hatte Geschäftsstellenleiterin und Kunstliebhaberin Ute Gajus in die Räume der Bremischen Volksbank an der Brückenstraße in Achim eingeladen. Unter dem Titel „Nah und Fern“ werden dort noch bis etwa Mitte Februar Werke von Anna Baisch und Thomas Lippick zu sehen sein.

Den Auftakt der sehr gut besuchten Vernissage begleiteten das Together-Again-Quintett aus Worpswede mit Jazz-Klängen sowie der Bremer Künstlerkollege Tilman Rothermel mit einleitenden Worten. Gajus habe mit den beiden Künstlern, deren Ausstrahlung weit über die lokalen Grenzen hinaus reiche, eine beeindruckende Zusammenstellung von Bildern und Skulpturen arrangiert, lobte Rothermel. Beachtenswert sei dabei die besondere Harmonie, in welche die zwei Darstellungsformen sehr unterschiedlicher Künstlerpersönlichkeiten eintreten.

Anna Baisch präsentiert Bronzefiguren, die während eines Exkurses Mitte der 1990er Jahre entstanden sind. Sie tragen Titel wie „Die Unbekümmerte, die mit dem Bauchnabel pfeift“, „Die Pampige mit den hochgezogenen Zehen“ oder „Himmelbusenkuss“. Die optisch-sinnlichen Frauengestalten zeugen einerseits von solider Festigkeit, spiegeln aber andererseits eine fliegende Leichtigkeit. „Dynamik, Ausdruck und Proportionen sind fein aufeinander abgestimmt und gehen spielerisch-provokant jedem Betrachter unter die Haut“, beschreibt Tilman Rothermel die Faszination dieser „Weiblein“ – als eine Hommage an die pure Lebensfreude.

Venus-Darstellungen in Gelatine

Die Werke dieser „Zwischenlandung“, wie Anna Baisch diese Schaffensphase nennt, und zu der auch Venus-Darstellungen in Gelatine und Postkarten gehören, bilden einen starken Kontrast zur eigentlichen Leidenschaft der Künstlerin: Vornehmlich behandelt sie in gegenstandslosen Objekten und Installationen mit Aluminium-Blechen die Themen Schatten, Zwischenräume, Bewegung, Licht und Klang.

Die Darstellungen von Thomas Lippick, die nach seinen Angaben allesamt in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind, zeigen abstrakt-reduzierte Landschaften ohne Titel. „Horizonte und Linien, die sich auflösen und vermischen, erschließen sich dem Betrachter erst beim zweiten Blick“, beschreibt Lippick die besondere subtile Wirkung seiner Werke. Er verwendet mit Eitempera eine archaische Maltechnik: Ölfarben und Erden vermischt er zu einer wässrigen Emulsion und bringt diese Schicht für Schicht auf das Trägermaterial. Die Leinwände sind mit einer Spachtelmasse grundiert, in die bereits verschiedene Materialien wie Sand, Asche oder Kohle eingebettet sein können.

Thomas Lippick erschaffe Oberflächen, die in die Tiefe gehen, die vielmehr in die Tiefe locken, bringt Redner Rothermel seinen Eindruck auf den Punkt: „Die eigenen Gedanken des Betrachters führen ihn in das Bild hinein und die Pigmentierungen schaffen darin konzentrierte Langsamkeit.“ - sch

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